18. Juli 1938

Der Führer am Erntedanktag 20. Sept. 1934 in Goslar beim Abschreiten der Front der Reichswehr Ehrenkompagnie vor der Kaiserpfalz. "Hitler schreitet Ehrenkompanie ab, Goslar," Foto Scherl Bilderdienst Berlin S.W. Deutsches Bundesarchiv, Allgemeiner Deutscher Nachrichtendienst - Zentralbild (Bild 183), Bild 183-1987-0313-503, herunterladen Juni 2014, http://www.bild.bundesarchiv.de/archives/barchpic/search/_1370969194/?search[view]=detail&search[focus]=1

[380718–2-1]

O., am 18. Juli 1938.

Lie­ber Herr [Nord­hoff]!

In Ihrem ers­ten Stand­quar­tier grü­ße ich Sie herz­lich aus der Hei­mat. Ich bin stolz auf Sie — die­se wun­der­ba­re Aus­füh­rung der bei­den Plä­ne; die Eltern waren so erstaunt über all das Schö­ne, daß uns bevor­steht. Ich dan­ke Ihnen! Mor­gen besor­ge ich die Fahr­kar­te, das Buch eben­falls. Ihren Vor­schlag mit dem Paket kann ich nicht befol­gen, ich muß den Kof­fer neh­men (nicht erschre­cken, er ist nicht so groß) [e]in Mädel braucht in einer Woc[he] mehr Sachen als ein Mann; ver­ste­hen Sie das? Ich grau­le mich schreck­lich vor wol­le­nen Strümp­fen! Doch es ist Ihr Wunsch, ich wer­de wel­che mit­brin­gen, auch mei­ne fes­tes­ten Schu­he. Sie sol­len ent­schei­den. Auf der Land­kar­te ver­fol­ge ich [I]hre Fahrt und wün­sche Ihnen recht gutes Wet­ter. Noch­mals vie­len Dank für ihre Mühe, alles übri­ge regeln wir dann. Auf fro­hes, gesun­des Wie­der­se­hen in Gos­lar, am Mon­tag um 1113 und recht herz­li­che Grü­ße von Ihrer

[Hil­de Lau­be].

15. Juli 1938

[380715–2-1]

14.7.38

O., am 15. Juli 1938.

Lie­ber Herr [Nord­hoff]!

Es ist nicht in Wor­te zu fas­sen, wie glück­lich ich bin. Die Zeit drängt und doch kann ich nicht eher schrei­ben, bis ich die vol­le Gewiß­heit habe. Heu­te wur­de sie mir zu teil und ich kann es kaum fas­sen. „Ich darf”, noch nie waren die­se bei­den Wor­te so inhalts­schwer als dies­mal. Ich habe den Eltern Ihre Zei­len aus­ge­hän­digt und sie waren nicht wenig erstaunt dar­über. Kein Wort ist mir über die Lip­pen gekom­men, von we[g]en gut zure­den, oder gar bet­teln. Nein — ich bat sie, sich die Sache in Ruhe durch den Kopf gehen zu las­sen und mir dann ihren Ent­schluß mit­zu­tei­len, dem ich mich gehor­sam fügen woll­te.— Ist ihre Zusa­ge nicht ein Beweis, wie viel Ver­trau­en sie in Sie set­zen? Wir bei­de wer­den es ihnen dan­ken, indem wir dies Ver­trau­en nicht miß­brau­chen, son­dern ach­ten und zu schät­zen wis­sen. Wei­ter­le­sen!