19. Mai 1941

T&Savatar[410519–2-1]

Mon­tag, am 19. Mai 1941.

Mein Herz­lieb!

Da hat­te ich mir nun für heu­te ein Pro­gramm auf­ge­stellt und als ich [um] ½ 8 Uhr erwa­che, her­aus­sprin­ge aus dem Bett, um schnell nach Mutsch zu seh[e]n, da war der Vogel schon aus­ge­flo­gen und das Nest leer! Ich wuß­te nicht, was ich den­ken soll­te. Vater kam aus dem Kel­ler – der hat die­se Woche Nacht­dienst und ist dar­um heu­te zu Haus – ich fra­ge ihn nach Mutsch. „Ach, die ist schon in’s Geschäft! Es war ihr wie­der wohl!“ [Du] Kannst Dir wohl den­ken, wie froh [ich] da war! Herz­lieb! Mir gefällt’s näm­lich nicht, wenn die Mutsch krank ist. Da füh­le ich mich so bedrückt! Ich hab[‘] sie ger­ne mal daheim, aber nur nicht krank! Wei­ter­le­sen!

10. Mai 1941

[410510–1-1]

Sonn­abend, am 10. Mai 1941.

Mein lie­bes, teu­res Herz! Du mein lie­ber, guter [Roland]!!

Es ist schon spät heu­te abend, da ich Dein den­ke. Seit früh­mor­gens bin ich mit Mut­ter auf dem Pos­ten, wir säu­bern die Schlaf­zim­mer gründ­lich. Alles, bis auf den Schrank haben wir her­aus­ge­schafft, Möbel­stü­cken [sic] abge­seift, Bet­ten im Gar­ten gelüf­tet, Dop­pel­fens­ter her­aus­ge­nom­men (end­lich!!) alles gescheu­ert, geboh­nert und wie­der ein­ge­räumt. Wei­ter­le­sen!

02. Februar 1941

T&Savatarsm[410202–2-1]

Sonn­tag, am 2. Febru­ar 1941.

Herz­al­ler­liebs­ter!! Mein [Roland]!! Mein lie­ber, liebs­ter [Roland]!! Du!!!

Ein Son­nen­sonn­tag ist heu­te wie­der, ein win­ter­li­cher! Heu­te nacht hat’s geschneit, aber nur 1–2 Zen­ti­me­ter. Kalt ist es weni­ger heu­te, und das begrü­ßen wir alle froh. Du!! Ges­tern beka­men wir vom Bür­ger­meis­ter die Geneh­mi­gung uns[e]rer Zusatz­punk­te für Feue­rung, sie betra­gen ins­ge­samt 6 Ztr. Ist wenigs­tens wie­der etwas, nicht wahr? Wei­ter­le­sen!

30. Januar 1941

T&Savatarsm[410130–1-1]

Don­ners­tag, den 30. Janu­ar 1941.

Mein lie­bes, teu­res Herz! Mei­ne lie­be, lie­be [Hil­de]!

Die ander[e]n haben wie­der Kino – und ich – will lie­ber Mit­tags­stun­de hal­ten mit Dir! Viel, viel lie­ber!!! Du!! Du!!!!! Darf ich denn? Ist denn auch alles schon fein abge­wa­schen und auf­ge­räumt? Sonst pack ich gleich erst noch bis­sel mit zu. Wei­ter­le­sen!

9. Januar 1941

T&Savatarsm[410109–1-1]

Don­ners­tag, den 9. Janu­ar 1941.

Mei­ne lie­be, lie­be [Hil­de]! Mein lie­bes, teu­res Herz! Hol­de mein!!

Was Du in Dei­nem lie­ben Boten von ges­tern ange­rührt hast, das beschäf­tigt mich ja noch so. Ich möch­te ihm ganz unge­stört nach­hän­gen, weit hin­aus­lau­fen dazu – ich muß die Zeit auf für unnüt­ze­re Din­ge ver­wen­den – um 4 Uhr war ich mun­ter heu­te mor­gen und habe gedacht und mich ver­senkt, Herz­lieb, nicht um Ver­gan­ge­nes auf­zu­wüh­len, son­dern nur, um zu sehen, wo wir ste­hen – und wie wir dahin gelang­ten – und letz­ten Endes, um nur noch glück­li­cher zu sein. Wei­ter­le­sen!