Trug und Schein: Ein Briefwechsel

05. November 1940

[401105–2‑1] Diens­tag, am 5. Novem­ber, 1940. Herz­al­ler­liebs­ter Du! Mein lie­ber, gelieb­ter [Roland]! Du!! Ich habe ges­tern in den Akten gekramt und da fand ich auch das Schreib­pa­pier, das mir mein lie­ber Mann für­sorg­lich auf­hob! Will nur gleich dar­auf schrei­ben – die klei­nen Bogen, die ich bis jetzt benut­ze, gefal­len mir gar­nicht [sic]. Also Dicker­le! Das Geld […]

30. Oktober 1940

[401030–1‑1] Mitt­woch, den 30. Okto­ber 1940 Mein lie­bes, teu­res Herz! Herz­al­ler­liebs­te! Hol­de mein! Vor­bei. Alles vor­bei. Glück­lich vor­bei. Es war ja ganz harm­los. Der Kom­man­deur war sehr zufrie­den. Und — dar­über habe ich Freu­de emp­fun­den — unser Zug­füh­rer hat ver­dien­tes Lob geern­tet. Ja, und nun — nun war­ten wir. ½ 7 Uhr Uhr [sic] soll die Abschiedsfeier […]

22. Oktober 1940

[401022–1‑1] Diens­tag, den 22. Okto­ber 1940 Mein lie­bes, teu­res Herz! Du mei­ne lie­be, lie­be Hil­de! Hol­de mei­ne! Ganz schnell habe ich gemacht — Gewehr­rei­ni­gen, Stie­fel­put­zen, Rasie­ren, Kar­tof­fel­schä­len, Abend­brot — damit ich noch ein Stünd­chen gewin­ne, den Boten auf den Weg zu schi­cken. Bis zur Besich­ti­gung müs­sen wir natur­ge­mäß noch etwas dran [sic]; aber es ging bis […]

17. Oktober 1940

[401017–2‑1] Don­ners­tag, am 17. Okto­ber 1940 in K.. Herz­al­ler­liebs­ter! Du mein gelieb­ter, guter [Roland]! Eben habe ich mei­ne Haus­ar­beit been­det. Die Wohn­stu­ben­uhr schlägt 2 Uhr. Das Radio bringt den Wehr­macht­be­richt, den höre ich so neben­bei mit an, dann soll es ganz still um mich sein. 

15. Oktober 1940

[401015–1‑1] Diens­tag den 15. Okto­ber 1940 Herz­al­ler­liebs­te! Mei­ne lie­be, lie­be [Hil­de], Du! Der Admi­ralbesuch heu­te hat rich­tig den gan­zen Kalen­dar in Unord­nung gebracht. Der Dienst­plan wur­de umge­sto­ßen. Von 9 Uhr an ver­wan­del­ten sich die Matro­sen mit Gewehr und Sei­ten­ge­wehr in Kehr­frau­en, Scheuer­wei­ber, Stra­ßen­keh­rer. Das gan­ze Lager wur­de auf den Kopf gestellt.

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