14. Februar 1942

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Sonn­abend, am 14. Febru­ar 1942.

Herz­al­ler­liebs­ter!! Mein gelieb­tes, teu­res Herz!

Nun ist für mich Ruhe­pau­se – Wochen­en­de. Die Uhr geht auf 3. Bei mir drin­nen ist es schön warm. Drau­ßen fällt noch immer Schnee. Es ist, als woll­te unser Herr­gott die gan­ze Erde zude­cken für eine lan­ge Zeit. Viel­leicht wäre das gut so – dann wür­den die Men­schen gezwun­gen, mit dem bösen Kriegs­füh­ren auf­zu­hö­ren.

“14. Febru­ar 1942” wei­ter­le­sen

28. April 1941

T&Savatarsm[410428–2-1]

Mon­tag, am 28. April 1941.

Mein gelieb­tes, teu­res Herz! Du!! Herz­al­ler­liebs­ter! Mein lie­ber, guter [Roland]!

Ges­tern hat­te ich auf­ge­hört, weil man nach mir rief und es wäre auch nicht mehr dazu gekom­men, daß ich noch län­ger mit Dir plau­dern konn­te, nach dem Kaf­fee. Besuch kam: erst eine Frau B., eine befreun­de­te Dame mei­ner Eltern, sie wohnt am Bahn­hof bei Herrn T. im Hau­se. Und nach einer Wei­le gesell­ten sich Frau G. und Ger­trud dazu. Sie hat­ten ihren Vati an den Zug gebracht, der kommt erst noch­mal nach Chem­nitz, dann irgend­wo­hin, mit sei­ner Kom­pa­nie. Wei­ter­le­sen!

10. April 1941

Bundesarchiv Bild 183-L22515, Griechenland, Parthenon, Deutsche Soldaten
Grie­chen­land: Deut­sche Sol­da­ten besich­ti­gen den Par­the­non, Athen, April 1941. Foto­graf Dick, All­ge­mei­ner Deut­scher Nach­rich­ten­dienst — Zen­tral­bild, gemein­frei über Bun­des­ar­chiv, Bild 183-L22515 / CC-BY-SA 3.0, 04.2016.
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Don­ners­tag, d. 10. April 1941

Mein lie­bes, teu­res Herz! Herz­al­ler­liebs­te! Mei­ne lie­be [Hil­de]!

Mor­gen ist Kar­frei­tag. Fei­er­abend ist, [es ist] gegen 5 Uhr am Nach­mit­tag. Ich sit­ze in der Schreib­stu­be, im geheiz­ten Zim­mer. Kalt ist es seit 2 Tagen. Es hat ein wenig gereg­net, der Wind weht aus Wes­ten. Es ist sehr frisch. Aber nun sind die Bäu­me grün, die Blät­ter kön­nen nicht mehr in ihre Hül­len zurück­krie­chen. Ich bin jetzt 2 Tage nicht mehr aus dem Bau gekom­men. Es macht kei­ne Freu­de bei die­sem Wet­ter. Uns[e]re Lewa sind fast alle – und es ist unge­wiß, ob wir davon noch ein­mal nachbgekom­men [sic]. Wei­ter­le­sen!

08. April 1941

T&Savatarsm[410408–1-1]

Diens­tag, den 8. April 1941

Mein lie­bes, teu­res Herz! Herz­lieb! Gelieb­te mein!

Mit jeder Post, die hier über­haupt ankommt, ist etwas für mich dabei, das ist so lieb, Du!! Heu­te kam uns ein Bün­del von Lübeck nach­ge­schickt – dabei ein Brief für mich von L. Er ent­hält ein Bild, eine Auf­nah­me von dem ewi­gen Schrei­ber, als der ich galt, ich habe nichts davon gewußt. Nach dem Brie­fe sind die Eckern­för­der Kame­ra­den alle noch an ihren Plät­zen – nur Dein Hubo muß­te wan­dern, Herz­lieb, so woll­te es das Schick­sal, dem wir uns demü­tig und ver­trau­ens­voll fügen. Wei­ter­le­sen!

23. Dezember 1940

T&Savatar[401223–2-1]

Mon­tag, am 23. Dezem­ber 1940.

Gelieb­ter!! Herz­al­ler­liebs­ter!! Mein lie­ber, lie­ber [Roland], Du!!

Heu­te hat er müs­sen [sic] den gan­zen, lan­gen, kal­ten Vor­mit­tag im Kas­ten ste­cken blei­ben, der arme Bote! Du — die [Hil­de] war nicht da, sie war seit früh um 8 beim Ver­schö­ne­rungs­rat! Ach — ich kann Dir sagen, es war ’ne Qual zu war­ten! Aber wäre ich wie­der gegan­gen, um Nach­mit­tags wie­der zu kom­men — es wär mir nicht bes­ser ergan­gen. Und ich sag­te mir dann auch: der Vor­mit­tag ist nun sowie­so pfutsch — den Nach­mit­tag ver­dirbst dir nicht noch. Um ½ 1 war ich daheim ‚frisch gedu­delt’, wie Ihr Män­ner so ger­ne sagt! Ja, vor den Fei­er­ta­gen ist der Betrieb beim Fri­seur immer so toll — doch bevor ich nicht alle Schmutz­ar­beit erle­digt habe, mag ich mir auch nicht den Kopf waschen. Wei­ter­le­sen!