Trug und Schein: Ein Briefwechsel

Militärdienst

05. November 1942

Don­ners­tag, den 5. Nov. 1942

Her­zens­schät­ze­lein! Teu­res, gelieb­ter Herz! 

Schon wie­der sit­ze ich bei Dir und schrei­be. Wie schnell ist der Tag ver­flo­gen. Eben­so, noch schnel­ler womög­lich, zer­rinnt auch Dir der Tag unter den Hän­den – und ich kann mir so leicht vor­stel­len, daß Du in Zeit­not und Platz­angst gerätst. Zu vie­le sind der Pflich­ten, und zu mannigfaltig — […]

02. November 1942

Mon­tag, am 2. Novem­ber 1942.

Her­zens­schät­ze­lein! Mein gelieb­tes teu­res Herz, Du! Mein [Roland]!

[*] Schon am Nach­mit­tag will ich heu­te zu Dir kom­men; denn für den Abend hat sich Frau L. ange­mel­det, sie will uns mal besu­chen. Ich freu mich, daß sie uns mal auf­sucht. Die Mutsch ist gleich mal zum Milchmann […]

02. November 1942

Mon­tag, den 2. Novem­ber 1942 

Gelieb­tes, teu­res Herz! Mei­ne lie­be, liebs­te [Hil­de]!

Ach, wie schnell ist ein Tag her­um! Kommt das Man­ner­li doch kaum nach mit dem Schrei­ben – kann sich der Lie­be, die der Bote täg­lich bringt, kaum noch erweh­ren, kriegt gar kei­ne Luft mehr! Ist gleich gut, daß der Bote heu­te ein­mal aus­blieb – ich weiß doch warum: […]

01. November 1942

Sonn­tag, den 1. Nov. 1942

Her­zens­schät­ze­lein! Gelieb­te! Mei­ne [Hil­de]!

Der Tag neigt sich. Und nun kom­me ich erst dazu, Dein zu den­ken. Bis jetzt fand ich kei­ne Ruhe weil ich doch Dienst habe. Ich bin heu­te U.v.D. in Unter­kunft I, das ist, wo ich sel­ber woh­ne. Da ruft es oft an, die Arrestan­ten müs­sen her­aus­ge­las­sen werden […]

31. Oktober 1942

[421031–1‑1]

Sonn­abend, den 31. Okto­ber 1942

Herz­al­ler­liebs­te mein! Mei­ne lie­be, liebs­te [Hil­de]!

Gelieb­tes Weib!!!

Der letz­te Tag im lan­gen Okto­ber­mo­nat – ach Gelieb­te, er hat mir so unend­lich viel Lie­be gebracht. Der täg­li­che Bote und dazu 4 Nach­züg­ler aus Sofia sind heu­te zu mir gekom­men – oh Du! Du!!!

Nun fehlt nur noch einer, dann ist die Zeit des War­tens und […]

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