28. Januar 1940

[400128–2-1]

O., am 28. Janu­ar 1939 [1940!].

Herz­al­ler­liebs­ter, mein lie­ber, lie­ber [Roland]!

Sonn­tag ist nun heu­te, und ich bin allein, und wenn für mich rech­ter Sonn­tag sein soll, dann mußt Du bei uns sein, Liebs­ter! Es geht nicht an, daß wir alle Fei­er­ta­ge zusam­men sein dür­fen. Und dies ist wohl auch eines der äuße­ren Zei­chen mit, daß wir noch nicht für ganz uns ange­hö­ren. Ich bin nicht trau­rig oder kopf­hän­ge­risch des­halb — obwohl wir das Recht hät­ten, nach 6 arbeits­rei­chen Tagen gemein­sam Sonn­tag zu fei­ern — ich neh­me es als Selbst­ver­ständ­lich­keit, wenn ich die Umstän­de und noch die jet­zi­gen Ver­hält­nis­se beden­ke. Ich bin ja auch schon so glück­lich und ganz zufrie­den, wenn ich dar­an den­ke, daß wir die Frist, die zwi­schen unse­ren Begeg­nun­gen liegt, schon auf 14 Tage her­ab­ge­drückt haben, Du! Wei­ter­le­sen!

[16. Januar 1939] Das Heim

T&Savatar[390116–2-2]

Das Heim [dem Brief 390116–2-1 bei­gelegt]

Die Wän­de eines Hei­mes sind nicht aus Holz oder Stei­nen gefügt, son­dern aus Wahr­heit und Treue. Uner­freu­lich­kei­ten, Rei­be­rei­en des Lebens, der Wider­streit der Per­sön­lich­kei­ten, sie wer­den nicht durch per­si­sche Tep­pi­che oder Par­kett­bö­den auf­ge­ho­ben, son­dern durch Ver­söhn­lich­keit, Nach­gie­big­keit und Selbst­be­herr­schung. Weis­ter­le­sen!