11. Juli 1941

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Frei­tag, den 11. Juli 1941.

Mein lie­bes, teu­res Herz! Herz­lieb! Gelieb­te mein!

Mein Herz­lieb ist doch auf der Rei­se ganz mit dem Kalen­der durch­ein­an­der­ge­kom­men, ich mei­ne jetzt mit dem Zet­tel­ka­len­der. Dein lie­bes Geden­ken von der Sta­ti­on der Heim­rei­se erreich­te mich heu­te, datiert vom 5.6.41 (!) der Post­stem­pel aber lau­tet vom 4.7.41. Ist mei­nem Wei­berl eine 1 ver­rutscht. Nun ist es gewiss längst zu Hau­se, ganz schnell ist es gefah­ren, Du! Mein Herz­lieb! Mein ein­zi­ges! Flieht nach Hau­se! Flieht zum Man­ner­li! Du! Du!! Gelieb­te! Komm zu mir! Birg Dein lie­bes Köpf­chen an mei­nem Her­zen! Mein Reh­lein! Mein Herz­blü­me­lein! Hier bist Du daheim! Hier bist du gebor­gen! Du!! Du!!!!! Wei­ter­le­sen!

26. Mai 1941

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Mon­tag, am 26. Mai 1941.

Mein lie­bes teu­res Herz! Du mein lie­bes, herz­li­ches Man­ner­li.

Du!! Heu­te früh kamen wie­der zwei lie­be Boten von Dir an. Ich freue mich ja so sehr, Gelieb­ter!! Ich hab[‘] Dich ja sooo lieb, Du!!! Und ich dan­ke Dir viel­lieb [sic] und herz­lich für Dein treu­es Geden­ken und Dei­ne gro­ße Lie­be! Mein [Roland]!! Vom Sonn­abend und Sonn­tag den 17. + 18. Mai sind die Boten. Sie gehen jetzt gar­nicht mehr l[a]nge bis zu mir, nicht wahr? 7 Tage! Fein!! Und nun hat mein Lieb end­lich, end­lich mal wie­der etwas von mir in Hän­den! Ach Du!! Ich freue mich doch so sehr mit Dir, mein Schatz. Es ist furcht­bar, wenn man so lan­ge war­ten muß auf ein Zei­chen – ach, ich ken­ne es ja auch! Du!! Hof­fent­lich bleibt nun in Zukunft die gute Ver­bin­dung bestehen und Du mußt nicht noch ein­mal an einen neu­en Ort wan­dern. Ach – man weiß es nicht. [I]ch wünsch­te, Du könn­test da sei, bis der böse Krieg zu Ende ist – wenigs­tens, bis Du heim darfst. Ja Herz­lieb! Ich hof­fe im Gehei­men immer noch, daß Du eher heim darfst, als der Krieg aus ist! Gebe Gott, daß alles zum Guten sich wen­de! Du!!! Mein herz­lie­ber [Roland]! Wei­ter­le­sen!

09. März 1941

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Lübe­cker Dom mit Dop­pel­spit­ze. Foto von Tors­ten Bol­ten, 3/2007, lizen­ziert als CC BY-SA 3.0 über wiki­pe­dia 3/2016.

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Sonn­tag, den 9. März 1941.

Mein lie­bes, teu­res Herz! Mei­ne lie­be, liebs­te [Hil­de]!

Was wirst Du den­ken? Ich hat­te so wenig Zeit für Dich die­se letz­ten Tage. Ach Gelieb­te! Nichts Arges wirst Du den­ken, ich weiß es. [Du] Wirst Dir nur wün­schen, bei mir zu sein in die­sen kri­ti­schen Tagen und Stun­den. Herz­lieb! Du bist es auch – immer Du!!! [Du] Bist es mir zum Tros­te, zur Wach­sam­keit, als Mit­tel­punkt all mei­nes Den­kens und Sin­nens und Betens. Herz­lieb, es ringt in mir! Ich fra­ge nach dem Sinn des Neu­en – es ist die Unge­duld, ist Ver­zagt­heit, und ich bit­te Gott, er soll sie von mir neh­men. Herz­lieb, Schmerz will mich erfül­len bei dem Gedan­ken, daß wir noch ein­mal so weit und so lan­ge getrennt wer­den sol­len, wo wir uns doch so sehr seh­nen, eins zu sein und mit­ein­an­der zu gehen. Ich fra­ge Gott und bit­te ihn, er möge uns demü­tig machen in sei­nem Wil­len. Wei­ter­le­sen!

24. September 1940

Deut­scher Glau­be und völ­ki­sche Gemein­schaft, Foto, 09.2015.

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Diens­tag, am 24. Sep­tem­ber 1940.

Herz­al­ler­liebs­ter! Du, mein lie­ber, lie­ber [Roland]!

Die vier­te Woche hast Du schon begon­nen, als Matro­se, als Sol­dat. Wo ist die Zeit hin? So muß man sich fra­gen.

Und was mir anfangs schier unüber­wind­lich schien, die Tren­nung von Dir, das ist Gewohn­heit gewor­den. Gewohn­heit nicht in dem Sin­ne wie das Wort lau­tet. Bes­ser gesagt, es ist mehr ein gedul­di­ges Fügen in etwas Unab­än­der­li­ches. So beschei­den sind wir gewor­den in die­ser Zeit, und wir fügen uns ohne Mur­ren [in] alles — wir müs­sen. Was könn­te hier der Ein­zel­ne aus­rich­ten, woll­te er sich auf­leh­nen? Unse­re Zeit ver­langt Opfer, und was wir bei­de jetzt brin­gen, gewiß es ist auch ein Opfer. Wei­ter­le­sen!

03. September 1940

Bundesarchiv Bild 193-04-1-26, Schlachtschiff Bismarck
Schlacht­schiff Bis­marck, 1940. DBa, Bild 193–04-1–26 / CC-BY-SA, über Wiki­me­dia Com­mons, 09.2015.

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am Diens­tag am 3. Sep­tem­ber 1940

Herz­al­ler­liebs­te, mei­ne lie­be lie­be [Hil­de]!

Schrei­be­tag [sic] ist nach unse­rem Über­ein­kom­men. Ich benut­ze die Mittag[s]pause von ½ 1 Uhr bis 2 Uhr, um ein paar Zei­len fer­tig zu machen. Ges­tern hat nun der Dienst begon­nen. Mor­gens ½ 8 Uhr zunächst eine Stun­de Unter­richt, dann bis gegen Mit­tag mit einer Pau­se, Fuß­dienst, Still­ge­stan­den, Rührt Euch, Augen rechts, die Augen links, zu drei­en abge­zählt. Auf [sic: auch] das kann anstren­gen aber es geht an. Wei­ter­le­sen!