21. Mai 1942

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Don­ners­tag, am 21. Mai 1942.

Mein gelieb­tes Her­zens­schät­ze­lein! Mein Gold­her­ze­lein!

Eben habe ich an die Eltern und an Sieg­fried zugleich geschrie­ben und ihm eine fro­he Heim­kehr gewünscht. Nein, so ein freu­di­ge Über­ra­schung, gelt? Daß unser Klei­ner nun doch noch heim­kommt. Ich gön­ne ihm von gan­zen [sic] Her­zen einen lan­gen Urlaub. Ger­ne möch­te ich ihn auch [ein]mal sehen und erzäh­len hören von sei­nen Erleb­nis­sen. Viel­leicht fah­re ich ein­mal auf paar Tage hin zu den Eltern. Wei­ter­le­sen!

08. Februar 1941

T&Savatarsm[410208–2-1]

Sonn­abend, am 8. Febru­ar 1941.

Herz­al­ler­liebs­ter!! Mein [Roland] Du!! Mein lie­ber, liebs­ter [Roland]!!

Du!! Der letz­te Sonn­abend allein!! Herz­lieb!! Freust Du Dich denn auch sooo sehr, wie ich? Du!! Du!! Ja! Ganz gewiß!! Ich weiß es ja schon, Du!! [Du] Wirst nun heu­te noch­mal zur Stadt mar­schiert sein – es gibt doch vor einer Rei­se so aller­hand zu besor­gen, was z.B. Ihr da drau­ßen in die­ser ‚Hun­de­tür­kei‘ [d.h.: öde Gegend] gar­nicht [sic] krie­gen könnt – Bar­kels­by – ach, auf die Art ist es rüh­rend ärm­lich und pri­mi­tiv. Wei­ter­le­sen!

20. Oktober 1940

Bundesarchiv Bild 137-046886, Tientsin, HJ sammelt für das Winterhilfswerk
Hit­ler Jugend sam­melt für das Win­ter­hilfs­werk, Tient­sin, Chi­na, 1934/35, Deut­sches Aus­land-Insti­tut, DBa, Bild 137–046886 / CC-BY-SA 3.0, über Wiki­me­dia Com­mons, 10.2015.
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Sonn­tag, am 20. Okto­ber 1940 in K..

Herz­al­ler­liebs­ter! Du mein lie­ber guter [Roland]! Gelieb­ter mein!

Dies[e] neue Brief­pa­pier erstand ich ges­tern nach­mit­tag mit Vater, als wir alle 3 in der Stadt bum­meln waren. Ich muß es doch gleich ein­mal aus­pro­bie­ren! Die Bogen schla­gen zwar nicht in unser belieb­tes Grö­ßen­for­mat, aber wenn ich bis­sel klei­ner schrei­be, geht schon auch hier was dar­auf, meinst? Auf dem Markt war ges­tern wie­der mal Platz­kon­zert, anläß­lich der Samm­lung für das W h W [Win­ter­hilfs­wer­ke]. Wei­ter­le­sen!

17. Oktober 1938

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16.10.38.

O., am 17.10.1938.

Lie­ber Herr [Nord­hoff]!

Einen ganz sel­te­nen Weg hat­te dies­mal Ihr Brief zu gehen, ehe ich ihn lesen konn­te. Am Sonn­tag­mor­gen um 8 Uhr war bei uns Luft­schutz­übung — ‚Flie­ger­alarm’. Eine Prü­fungs­kom­mis­si­on, bestehend aus 6 Her­ren, durch­stö­ber­te das Haus vom Kel­ler bis zum Boden. Herr Leh­rer Geiß­ler als Anfüh­rer, blies gewal­tig in sei­ne Tril­ler­pfei­fe, das war das Signal: „Alles was lau­fen kann, run­ter in den Schutz­raum!″ Die­ser Betrieb im Trep­pen­haus. Als ich um die Ecke ren­nen will, kommt der Brief­trä­ger — lachend, er möch­te mir noch was Schö­nes mit­ge­ben auf den finster[e]n Weg. Er war viel­leicht froh, daß er sich dies­mal den Weg bis zu unser[e]m Brief­kas­ten erspa­ren konn­te und ich — bin so rot gewor­den. Die Her­ren guck­ten ein­an­der viel­sa­gend an und lach­ten. Den Brief weg­neh­men, run­ter in den Kel­ler, das war eins. Dort hab[‘] ich ihn erst mal im Kleid­aus­schnitt ver­staut und auf­ge­at­met. Wei­ter­le­sen!

11. Oktober 1938

Briefmark, Eröffnung des Theaters Saarpfalz in Saarbrücken, Erstausgabetag: 9. Oktober 1938, DR 1938 673, herunterladen von http://commons.wikimedia.org/wiki/File:DR_1938_673_Theater_Saarpfalz.jpg, August 2013
Brief­mark, Eröff­nung des Thea­ters Saar­pfalz in Saar­brü­cken, Erst­aus­ga­be­tag: 9. Okto­ber 1938, DR 1938 673, her­un­ter­la­den von http://commons.wikimedia.org/wiki/File: DR_1938_673_Theater_Saarpfalz.jpg, August 2013

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O., am 9. Okto­ber 1938.

am 11. Okto­ber 1938.

Lie­ber Herr [Nord­hoff]!

Vie­len Dank für den lie­ben, lan­gen Brief. Bevor ich nun wei­ter­schrei­be, müs­sen wir aber min­des­tens eine Minu­te Geden­ken opfern für ein klei­nes und doch für mich so gro­ßes Ereig­nis: Ich habe am letz­ten Male den 25. Brief von Ihnen erhal­ten! Auch müs­sen wir der Post, unser[e]m zuver­läs­si­gen Freun­de dan­kend geden­ken — für die Zuver­läs­sig­keit mit der sie uns erfreu­te, trotz­dem unser Brief­wech­sel immer ohne Absen­der statt­fand.

Rech­nen Sie ein­mal zurück — am 4. Mai wag­te ich das ers­te Mal, Ihnen zu schrei­ben.

Auszug aus dem Brief vom 4. Mai 1938
Aus­zug aus dem Brief vom 4. Mai 1938

Fast ein hal­bes Jahr ist seit­dem ver­gan­gen, reich an Erleb­nis­sen aller Art. Nach­dem wir nahe­zu 2 Jah­re lang neben­ein­an­der und doch wie­der anein­an­der vor­bei­leb­ten, füg­te es sich auf so eige­ne Art, daß wir uns näher kamen. Eine Freund­schaft ver­bin­det uns jetzt und ich füh­le mich in die­ser Freund­schaft so froh und glück­lich. Und ich möch­te Ihnen, der so lan­ge abseits stand, recht viel Son­nen­schein brin­gen, Sie auch glück­lich machen. Wei­ter­le­sen!