03. August 1941

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Sonn­tag, den 3. August 1941

Mein lie­bes, teu­res Herz! Herz­lieb! Gelieb­te mein!!!

Ach Du! Das war zunächst eine Ent­täu­schung heu­te: Dein lie­ber Bote kam nicht, schon den drit­ten Tag. Wor­an das lie­gen mag? Kame­rad H. ging auch leer aus und ich frag­te Kame­ra­den aus der näm­li­chen Gegend, sie war­te­ten auch ver­ge­bens. Also haben wir uns mit­ein­an­der getrös­tet – und mein Herz­lieb kann doch gar nicht [sic] dafür!!! Aber, um einen Spaß zu haben und uns[e]re Stim­mung etwas auf­zu­bes­sern, haben wir die Gekränk­ten gespielt; haben gedroht mit Ein­stel­len jeden Brief­ver­kehrs, daß wir unse­ren Groll nun wer­den hin­un­ter­spü­len und uns hier in Grie­chen­land küm­mern müs­sen! Siehs­te! Wei­ter­le­sen!

14. Juni 1941

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Sonn­abend, den 14. Juni 1941

Mein lie­bes, teu­res Herz! Gelieb­te, Hol­de mein!

Weißt [Du], wann es jetzt ist, daß ich Dir schrei­be? Des Sonn­tags in der Mor­gen­frü­he. Die Kame­ra­den schla­fen noch. Der Hubo ist ganz leis[‘] aus sei­nem Bett­lein gestie­gen, damit sein Herz­lieb auch recht­zei­tig sei­nen Gruß und Kuß kriegt. Du! Jetzt[,] da die Post wie­der so gut geht, kann man nicht schwin­deln und sich her­aus­re­den. Denk [nur], 6 oder 7 Tage nur braucht sie jetzt auch zu mir. Fein ist das! Sind doch die Nach­rich­ten nicht ganz über­holt und die Kussel [sic] nicht gar so alt­ba­cken. [Ich] Will Dir nur gleich ein ganz lie­bes geben, Du!!! Aber – das Lecker­mäul­chen ist ja noch so tief in die Kis­sen ver­gra­ben – bloß der Haar­schopf ist zu sehen. Ein Haar im Kussel, das ist nicht fein. Aber dort unten – schaut das Bei­nel [sic] [he]raus – das soll das Kussel krie­gen! Du!!!!! Wei­ter­le­sen!

10. April 1940

Bundesarchiv Bild 183-L02368, Berlin, Heldengedenktag
Hel­den­ge­denk­tag mit Adolf Hit­ler, Gross­ad­mi­ral Raeder u.A., Ber­lin, 10.3.40, DBa Bild 183-L02368, 04.2015
[400410–2-1]

O., am 10. April 1940.

Herz­al­ler­liebs­ter! Mein lie­ber, lie­ber [Roland]!

Nun ist es an der Zeit, daß ich ein­mal ganz fest an Dich den­ke. O, Du! Eigent­lich habe ich da eine Unwahr­heit geschrie­ben, denn – wo waren all mei­ne Gedan­ken anders in die­sen Tagen, als ganz bei Dir?, mein Liebs­ter, Du! Ganz fest Dei­ner den­ken, das sage ich so zu mir wenn ich Dir schrei­be. Du! Das Haupt­er­eig­nis hat ja alles ande­re zurück gestellt, das unser Pri­vat­le­ben bewegt. Unse­re füh­ren­den Män­ner machen Geschich­te, alle Welt sieht auf uns in dem Augen­blick, wo unser Füh­rer im letz­ten Augen­blick eine Maß­nah­me ergreift, die wohl kei­ner von den übri­gen Staa­ten vor­aus­ge­se­hen hat und – die uns viel­leicht vor gro­ßem Unheil im Lan­de bewah­ren wird; ange­nom­men, der Eng­län­der wäre uns zuvor­ge­kom­men! Wei­ter­le­sen!

8. Dezember 1939

Doerstling - Preußisches Liebesglück
Emil Doerst­ling, Preu­ßi­sches Lie­bes­glück, 1890, gemein­frei über Wiki­me­dia Com­mons, 12.2014.
[391208–1-1]

S. am 8. Dezem­ber 1939.

Herz­al­ler­liebs­te, mei­ne lie­be, lie­be [Hil­de]!

Ach könn­test Du hier sein zu sehen, wie warm mir wird ums Herz, wenn Du so Dich anlehnst und mir ver­traust und mich liebst, Herz­lie­bes, Du, es gehört zu mei­nem Lie­bes­glück. Und von mei­ner Wär­me will ich Dir abge­ben, soviel ich kann. Wei­ter­le­sen!

22. Oktober 1939

Bundesarchiv Bild 146-1979-050-21A, Polen, Volksdeutsche begrüßen deutsche Soldaten.jpg
Volks­deut­sche begrü­ßen deut­sche Sol­da­ten, 02. Sep­tem­ber 1939, Unter­schrift: “Ein Tag, der ihnen unver­gess­lich blei­ben wird. Seit dem frü­hen Mor­gen, als sich da Gerücht vom Her­an­na­hen deut­scher Trup­pen ver­brei­tet, war­te­ten die deut­schen Frau­en und Mäd­chen jen­seits der Gren­ze mit Bro­ten, Obst und Geträn­ken auf ihre Befrei­er. Nach dem har­ten Kampf und einem lan­gen Nacht­marsch sind die Besat­zun­gen der Tank­wa­gen die­se Erfri­schun­gen dop­pelt will­kom­men.” DBa Bild 146‑1979-050–21A, Licen­sed under CC-BY-SA-3.0-de via Wiki­me­dia Com­mons, 09.2014

[391022–2-1]

O., am 22. Okto­ber 1939.

Herz­al­ler­liebs­ter, mein lie­ber, lie­ber [Roland]!

Es ist mir in die­sen Tagen so deut­lich gewor­den, daß es stark macht, einen Men­schen zur Sei­te zu wis­sen, dem man ganz zu Eigen ist, bei dem man sich so ganz gebor­gen weiß. Liebs­ter! Wie könn­te es auch anders sein, als daß ich alles in stil­lem Ein­ver­neh­men mit Dir tue? Mir scheint, als füh­le ich in Tagen der Sor­ge mehr denn je, daß wir bei­de zusam­men­ge­hö­ren. Und das ist wohl gut so — Sor­ge und Leid ket­tet die Men­schen fes­ter, inni­ger anein­an­der; wir wol­len doch nicht nur an Son­nen­ta­gen zuein­an­der fin­den — aber wir wol­len so fest ein­an­der ver­bun­den sein, daß wir aus eige­ner Kraft Sor­gen­ta­ge in Son­nen­ta­ge wan­deln. Wei­ter­le­sen!