20. Februar 1942

[420220–2-1]

Frei­tag, am 20. Febru­ar 1942.

Her­zens­schät­ze­lein! Mein gelieb­ter, liebs­ter [Roland]!

Heu­te set­ze ich mich gleich am Vor­mit­tag zu Dir, weil mir die gestren­ge Frau Mama für den Nach­mit­tag Rei­ne­ma­chen ankün­dig­te. Na! Das Töch­ter­chen wird sie dabei selbst­re­dend nicht im Sti­che las­sen! Es wird die­se Woche schnell gehen; denn wir haben alles schon gründ­lich gesäu­bert vor­her. Es ist nur, daß man den Staub ent­fernt. Wir wer­den heu­te Nach­mit­tag mit uns[e]rer gan­zen Woh­nung fer­tig. Und anschlie­ßend wird gleich noch geba­det, dann kann der Sonn­tag kom­men.

“20. Febru­ar 1942” wei­ter­le­sen

07. Dezember 1941

 [411207–1-1]

Sonn­tag, den 7. Dez[ember]. [‘]41

Herz­al­ler­liebs­tes Schät­ze­lein! Mein lie­bes, liebs­tes Weib!

Nun ist doch schon wie­der Mon­tag, da ich Dir schrei­be. Laß Dir erzäh­len, Gelieb­te! Set­zen wir doch ges­tern bei herr­lichs­tem Wet­ter zu einem Spa­zier­gang nach dem Kapel­len­berg an, gleich nach dem Mit­tag. Wir trap­pel­ten schon auf der schö­ner Stra­ße nach Artakli [unbe­kannt], als ein Auto­bus des Hee­res uns ein­hol­te. Wei­ter­le­sen!

9. November 1941

T&Savatar[411109–1-1]

[Thes­sa­lo­ni­ki] Sonn­tag, den 9. Nov. 1941

Mein lie­bes, teu­res Herz! Mein lie­bes, lie­bes Her­ze­lein!

Ein­ge­trie­ben sind wir wie­der. Von uns[e]rer Wan­de­rung zum Kapel­len­berg. Du weißt schon, wel­chen ich mei­ne. Es ist eines uns[e]rer liebs­ten Wan­der­zie­le gewor­den. Und heu­te haben wir es auf einem ganz neu­en Wege ange­steu­ert (wir sind doch See­leu­te!), der hat uns über­aus gut gefal­len. Es war aber auch ein Tag, der wie­der recht alles im schöns­ten Lich­te zeig­te. So warm, daß wir – gegen 2 Uhr mach­ten wir uns auf den Weg – schwitz­ten. In der Son­ne waren min­des­tens 20 Grad. Die­se Herbst­ta­ge hier sind zu köst­lich! Wei­ter­le­sen!

4. Oktober 1941

T&Savatar[411004–1-1]

Sonn­abend, den 4. Okt.[ober] 1941

Herz­al­ler­liebs­te! Mein lie­bes, teu­res Weib!

Heu­te über mit­tag [sic] nur eben wie­der einen ganz kur­zen Gruß. Heu­te abend und mor­gen wer­de ich wohl ein wenig mehr Muße haben. Die Arbeit ist sehr reich­lich augen­blick­lich. Eben sind wir vom Bad zurück. Ein Pracht­tag ist drau­ßen. Die Son­ne brennt auf den Puckel ohne zu schmer­zen. Unser Spa­zier­gang ges­tern führ­te uns durch die Stadt hin­aus auf die Höhen. Drü­ckend heiß war es, die Son­ne schiel­te nur. Zwi­schen den Häu­sern unten, in den Gerü­chen und dem Staub, wag­te ich kaum zu atmen. Auf den Höhen konn­te man frei­er atmen. So frisch aus der Hei­mat zurück­ge­kehrt, fällt einem der Bal­kan­dreck dop­pelt auf die Ner­ven. Wei­ter­le­sen!

30. September 1941

T&Savatar[410930–1-1]

[Thes­sa­lo­ni­ki] Mon­tag, den 29. Sept. 1941

Mein lie­bes, teu­res Herz! Gelieb­tes Weib!

Ist es denn wirk­lich mög­lich, daß nun das Meer, das Ägäi­sche, wie­der her­auf­rauscht? Daß ich nun die­se Stadt wie­der­se­he, Salo­ni­ki? Ist es nur ein Traum? Oder sind es die ver­gan­ge­nen Tage? Ich weiß nicht. Traum­haft erscheint alles. Nur, wel­cher Traum der schö­ne­re war, das weiß ich, Du! Du!!! Wei­ter­le­sen!