Trug und Schein: Ein Briefwechsel

28. November 1942

[421128–1‑1]

Sonn­abend, den 28. Novem­ber 1942

Her­zens­schät­ze­lein! Du! Herz­al­ler­liebs­te mein!

Umsonst habe ich gewar­tet heu­te, es ist kein Bote zu mir gekom­men. Am Mon­tag wirst Du wenig Zeit erüb­rigt haben – aber am Sonn­tag hast Du mein doch gewiß gedacht – wer weiß, wor­an es wie­der mal liegt.

22. November 1942

[421122–2‑1]

33.)

Toten­sonn­tag, am 22. Novem­ber 1942. abends [sic].

Herz­al­ler­liebs­ter mein! Du mein gelieb­tes Her­zens­man­ner­li! Du! Oh Du! 

End­lich bin ich wie­der bei Dir. Ach, es hat für mich schier Engels­ge­duld gekos­tet, aus­zu­har­ren bis zu die­ser Stun­de. Du!!! Es ist doch schon wie­der abends um 6 Uhr und fins­ter schon. 

16. November 1942

[421116–2‑1]

29.)

Mon­tag­abend, am 16. Novem­ber 1942.

Herz­al­ler­liebs­ter! Mein lie­bes, herz­lie­bes Man­ner­li! Mein [Roland] !

Hast Du ein lie­der­li­cher Wei­bel! Es ist schon 800 [Uhr] abends und da ist es erst aus der Groß­stadt heim­ge­kom­men – gleich zum Mon­tag! – und nun sitzt es doch schon bei Dir und denkt ganz lieb Dein! Ach Du!! Hab doch eben mein ein­sa­mes Abendbrot […]

13. November 1942

[421113–2‑1]

26.)

Frei­tag­abend [sic], am 13. Novem­ber 1942. 

Mein lie­ber, liebs­ter [Roland]! Her­zens­schät­ze­lein! Mein Her­zens­man­ner­li! Ich sit­ze beim Schein der Lese­lam­pe, im Ofen brum­melt ein lus­ti­ges Feu­er, Frei­tags ist es ja ein Bade­feu­er! Der Letz­te wäs­sert sich eben!! Papa. Die Uhr zeigt punkt [sic] sie­ben, eben höre ich unse­re Uhr schla­gen, Du!

11. November 1942

24.) Mitt­woch­abend, am 11. Novem­ber 1942. 

Gelieb­tes, teu­res Herz! Mein lie­ber, liebs­ter [Roland]!

Vor­bei der Dienst – vor­bei das Abend­brot. Und nun ist auch die Mutsch fer­tig mit dem lan­gen Schrei­be­brief an Dich, damit wird der Feder­hal­ter für mich frei! Ja, so ärm­lich hilft sich nun die bekann­te Schrei­bers­fa­mi­lie Muntschick-[Laube] hin­durch. Wir hat­ten bis vor kur­zem noch 2 Hal­ter. Mutter […]

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