21. März 1942

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Sonn­abend, am 21.III.42

Mein Her­zens­schät­ze­lein!

Heu­te, an Vaters Geburts­tag bin ich wie­der zuhaus[‘]! Wei­ter­le­sen!

02. Januar 1942

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[Salo­ni­ki] Frei­tag, den 2. Janu­ar 1942

Gelieb­tes Herz! Mei­ne lie­be, liebs­te [Hil­de]!

Ein Fens­ter­brief ist heu­te zu mir gekom­men. Im Schau­fens­ter aus­ge­stellt Dein Man­ner­li!, aus­ge­stellt – von sei­nem Wei­berl! Na, na – Frau [Nord­hoff] ver­kehrt mit ihrem Man­ne geschäft­lich! Du!!! Bloß höchs­tens vor den Augen der ander[e]n – ja? Schät­ze­lein! Da ist doch auch das Man­ner­li fein brav, setzt womög­lich noch die Amts­mie­ne auf. Wei­ter­le­sen!

31. Dezember 1941

Nun danket alle Gott (1653)
Mar­tin Rinck­art, “Nun dan­ket alle Gott,” aus: Johann Crü­ger: Pra­xis Pieta­tis Meli­ca, Ber­lin 1653, über Wiki­me­dia Com­mons, Lizenz­frei, 01.2018
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[Salo­ni­ki,] Syl­ves­ter 1941

Herz­al­ler­liebs­te mein! Mein lie­bes, teu­res Weib! Mei­ne [Hil­de]!

Nur noch weni­ge Stun­den sind im alten Jah­re! Gelieb­te! Es drängt mich zu Dir! An Dei­ner Sei­te zu ste­hen, an Dei­ner Sei­te gehen. Her­ze­lein, ganz dicht an Dei­ner Sei­te, fest Hand in Hand, ein Herz und Sinn mit Dir, den Blick gläu­big und zuver­sicht­lich vor­aus gerich­tet, mit Dir zu gehen durch die Pfor­te des neu­en Jah­res. Oh Gelieb­te! Gott sieht wohl den Zug aller Men­schen, die da ins neue Jahr tre­ten. Er sieht auch uns – sieht uns so fest Hand in Hand, ein Paar, ein lie­bend Paar – und er sieht die Bit­te in unse­ren Augen, er hört das Gebet uns[e]rer Her­zen: „Oh Gott im Him­mel! Laß uns zusam­men gehen! Blei­be bei uns! Seg­ne Du unse­ren Weg!” Wei­ter­le­sen !

16. Dezember 1941

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Diens­tag, am 16. Dezem­ber 1941.

Her­zens­schät­ze­lein! Mein lie­ber, guter [Roland]! Du!!!!!

Heu­te kamen wie­der zwei lie­be Boten an von Dir! Oh Du! Ich habe mich ja soo gefreut! Ganz herz­lich möch­te ich Dir dan­ken, mein [Roland]! Kommst so lieb zu mir, Du! Ach! Ich füh­le rich­tig, wie Du Dein biß­chen Eigen­le­ben her­über­ret­ten mußt in die Stil­le, bei allem Tru­bel und Durch­ein­an­der Dei­ner Umwelt. Her­ze­lein! Es ergeht mir manch­mal auch so, daß ich kaum mich sam­meln kann, so viel stürmt auf mich ein. Und dabei bin ich doch mein frei­er Mann! Wei­ter­le­sen!

11. Dezember 1941

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Don­ners­tag, am 11. Dezem­ber 1941.

Mein Her­zens­schät­ze­lein! Gelieb­ter! Mein Her­ze­lein!

Ich bin allein heu­te. Erst am Abend um 6 [Uhr] kommt Vater heim. Und ich habe mir heu­te vor­ge­nom­men, ganz nur für Dich da zu sein. [Du] Mußt Dich nicht wun­dern, Herz­lieb, wenn der Bote des­halb nicht dicker aus­fällt! Man muß ja nicht alles Geschrie­be­ne auf ein­mal abschi­cken, gelt?! Ach Du! Am liebs­ten käme ich doch selbst ein­mal zu Dir. Heu­te Nacht muß­te ich Dich sooo lieb­ha­ben, Her­ze­lein! Ach Du!!! [Du] Bist mir im Trau­me erschie­nen, ganz nahe, sooo nahe! Wei­ter­le­sen!