22. Marz 1942

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[O.] Sonn­tag, am 22. März 1942.

Mein Her­zens­schät­ze­lein! Lie­ber, liebs­ter [Roland] Du!

Sonn­tag­mor­gen ist, die lie­be Son­ne scheint – aber stür­misch ist’s drau­ßen. Da wird alle Näs­se vom Tau­wet­ter gut abtrock­nen. Ich bin allein heu­te, Her­ze­lein! Nur am Vor­mit­tag. Die Oma rief ges­tern an, ob die Eltern könn­ten mal [ein] paar Stun­den hel­fen kom­men. Heu­te fin­det doch über­all im Rei­che die Über­wei­sung der 14 jäh­ri­gen statt. Das ist sowas wie par­tein­amt­lich auf­ge­zo­ge­ne Kon­fir­ma­ti­on, mei­nes Erach­tens.

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21. März 1942

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Sonn­abend, am 21.III.42

Mein Her­zens­schät­ze­lein!

Heu­te, an Vaters Geburts­tag bin ich wie­der zuhaus[‘]! Wei­ter­le­sen!

14. Februar 1942

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8.*

Sonn­abend, am 14. Febru­ar 1942.

Herz­al­ler­liebs­ter!! Mein gelieb­tes, teu­res Herz!

Nun ist für mich Ruhe­pau­se – Wochen­en­de. Die Uhr geht auf 3. Bei mir drin­nen ist es schön warm. Drau­ßen fällt noch immer Schnee. Es ist, als woll­te unser Herr­gott die gan­ze Erde zude­cken für eine lan­ge Zeit. Viel­leicht wäre das gut so – dann wür­den die Men­schen gezwun­gen, mit dem bösen Kriegs­füh­ren auf­zu­hö­ren.

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02. Januar 1942

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[Salo­ni­ki] Frei­tag, den 2. Janu­ar 1942

Gelieb­tes Herz! Mei­ne lie­be, liebs­te [Hil­de]!

Ein Fens­ter­brief ist heu­te zu mir gekom­men. Im Schau­fens­ter aus­ge­stellt Dein Man­ner­li!, aus­ge­stellt – von sei­nem Wei­berl! Na, na – Frau [Nord­hoff] ver­kehrt mit ihrem Man­ne geschäft­lich! Du!!! Bloß höchs­tens vor den Augen der ander[e]n – ja? Schät­ze­lein! Da ist doch auch das Man­ner­li fein brav, setzt womög­lich noch die Amts­mie­ne auf. Wei­ter­le­sen!

31. Dezember 1941

Nun danket alle Gott (1653)
Mar­tin Rinck­art, “Nun dan­ket alle Gott,” aus: Johann Crü­ger: Pra­xis Pieta­tis Meli­ca, Ber­lin 1653, über Wiki­me­dia Com­mons, Lizenz­frei, 01.2018
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[Salo­ni­ki,] Syl­ves­ter 1941

Herz­al­ler­liebs­te mein! Mein lie­bes, teu­res Weib! Mei­ne [Hil­de]!

Nur noch weni­ge Stun­den sind im alten Jah­re! Gelieb­te! Es drängt mich zu Dir! An Dei­ner Sei­te zu ste­hen, an Dei­ner Sei­te gehen. Her­ze­lein, ganz dicht an Dei­ner Sei­te, fest Hand in Hand, ein Herz und Sinn mit Dir, den Blick gläu­big und zuver­sicht­lich vor­aus gerich­tet, mit Dir zu gehen durch die Pfor­te des neu­en Jah­res. Oh Gelieb­te! Gott sieht wohl den Zug aller Men­schen, die da ins neue Jahr tre­ten. Er sieht auch uns – sieht uns so fest Hand in Hand, ein Paar, ein lie­bend Paar – und er sieht die Bit­te in unse­ren Augen, er hört das Gebet uns[e]rer Her­zen: „Oh Gott im Him­mel! Laß uns zusam­men gehen! Blei­be bei uns! Seg­ne Du unse­ren Weg!” Wei­ter­le­sen !