Trug und Schein: Ein Briefwechsel

Krieg

08. November 1942

Sonn­tag, den 8. Nov. 1942

Her­zens­schät­ze­lein! Gelieb­te! Mei­ne lie­be [Hil­de]!

So – jetzt sind wir allein – Du, so wie frü­her manch­mal zum Däm­mer­stünd­chen, wenn die Eltern in lie­bem, fei­nem Ver­ständ­nis uns allein lie­ßen – ach, meist es war es die Abschieds­stun­de auch! Ach Du! Wie wer­den wir dank­bar auf­at­men, wenn wir nicht mehr an den Abschied den­ken müs­sen. Aber ich komm doch ganz froh zu Dir. Es reg­net […]

03. November 1942

Diens­tag, den 3. Nov. 1942

Gelieb­tes, teu­res Herz! Mei­ne lie­be, liebs­te [Hil­de]!

Daheim bin ich wie­der – sit­ze allein im Stüb­chen – der Kame­rad ging aus – die Tisch­lam­pe beleuch­tet mein Schreib­zeug im dunk­len Stüb­chen – ach Her­ze­lein! Und nun schwin­den Zeit und Raum, ver­sinkt die Umwelt – und ich bin bei Dir – nahe, sehr nahe, Gelieb­te!

Als ich […]

30. März 1942

[420330–2‑1] 48. Mon­tag, am 30. März 1942. Herz­al­ler­liebs­ter! Schät­ze­lein! Mein lie­ber, guter [Roland]! Nun kann ich wie­der zu Dir kom­men, der Dienst ist aus. Das Abend­brot ist vor­über, die Uhr zeigt ½ 7. Und drau­ßen ist‘s noch ganz hell, eben geht die lie­be Son­ne unter. Was wirst Du denn trei­ben, Schät­ze­lein? Vor­hin schluck­te es mich […]

22. März 1942

[420322–2‑1] [O.] Sonn­tag, am 22. März 1942. Mein Her­zens­schät­ze­lein! Lie­ber, liebs­ter [Roland] Du! Sonn­tag­mor­gen ist, die lie­be Son­ne scheint – aber stür­misch ist’s drau­ßen. Da wird alle Näs­se vom Tau­wet­ter gut abtrock­nen. Ich bin allein heu­te, Her­ze­lein! Nur am Vor­mit­tag. Die Oma rief ges­tern an, ob die Eltern könn­ten mal [ein] paar Stun­den hel­fen kom­men. […]

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