26. Juni 1941

[410626–1-1]

[Thes­sa­lo­ni­ki,] Don­ners­tag, den 26.6.41

Herz­lieb, Du!!!

Wo steckst Du denn jetzt? Du? Hubo hat doch frei heu­te – kommt er gleich ganz schnell zu Dir! Wirst [Du] ihn ein­las­sen? Du!! Wenn es in S. so heiß ist wie hier, dann treff[‘] ich jetzt ein klei­nes Evchen, Du!!! Und da tritt zur Tür her­ein ein – bei­na­he Adam. Ach, Herz­lieb! Was spie­len wir denn da gleich ein­mal? Du?!!! Die alte Geschich­te, Du!!  Wei­ter­le­sen!

02. Juni 1941

T&Savatar[410602–2-1]

Pfingst­mon­tag, am 2. Juni 1941.

Herz­al­ler­liebs­ter! Mein lie­ber, lie­ber [Roland]! Gelieb­ter mein!

Ich bin wie­der zu Hau­se, daheim! Ach, da ist es doch am aller­schöns­ten, glaubst [sic]? Eben haben wir Abend­brot geges­sen, den Vater zum Dienst fer­tig gemacht und nun ist es gleich 6 Uhr am Abend. Es will ein Gewit­ter los­bre­chen, von H. her­über kommt eine schwar­ze Wol­ken­wand gezo­gen – der Don­ner rollt schon. Wei­ter­le­sen!

26. Mai 1941

T&Savatar[410526–2-1]

Mon­tag, am 26. Mai 1941.

Mein lie­bes teu­res Herz! Du mein lie­bes, herz­li­ches Man­ner­li.

Du!! Heu­te früh kamen wie­der zwei lie­be Boten von Dir an. Ich freue mich ja so sehr, Gelieb­ter!! Ich hab[‘] Dich ja sooo lieb, Du!!! Und ich dan­ke Dir viel­lieb [sic] und herz­lich für Dein treu­es Geden­ken und Dei­ne gro­ße Lie­be! Mein [Roland]!! Vom Sonn­abend und Sonn­tag den 17. + 18. Mai sind die Boten. Sie gehen jetzt gar­nicht mehr l[a]nge bis zu mir, nicht wahr? 7 Tage! Fein!! Und nun hat mein Lieb end­lich, end­lich mal wie­der etwas von mir in Hän­den! Ach Du!! Ich freue mich doch so sehr mit Dir, mein Schatz. Es ist furcht­bar, wenn man so lan­ge war­ten muß auf ein Zei­chen – ach, ich ken­ne es ja auch! Du!! Hof­fent­lich bleibt nun in Zukunft die gute Ver­bin­dung bestehen und Du mußt nicht noch ein­mal an einen neu­en Ort wan­dern. Ach – man weiß es nicht. [I]ch wünsch­te, Du könn­test da sei, bis der böse Krieg zu Ende ist – wenigs­tens, bis Du heim darfst. Ja Herz­lieb! Ich hof­fe im Gehei­men immer noch, daß Du eher heim darfst, als der Krieg aus ist! Gebe Gott, daß alles zum Guten sich wen­de! Du!!! Mein herz­lie­ber [Roland]! Wei­ter­le­sen!