8. Oktober 1941

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Mitt­woch, am 8. Okto­ber 1941.

Her­zens­schät­ze­lein! Gelieb­ter! Mein lie­ber, guter [Roland]!

Ich sit­ze jetzt wie­der am Tische, vor mei­nem lie­ben Papier, das mir so gedul­dig stil­le hält jeden Tag. Es wird gleich 2 Uhr mit­tags sein. Obwohl noch vie­ler­lei Beschäf­ti­gung war­tet, ich muß mich erst zu Dir set­zen, Herz­lieb! Die stil­le Mit­tags­stun­de ist mir die liebs­te Zeit dazu, da bin ich ganz allein mit Dir und mei­nen Gedan­ken. Die Mutsch ist fort. Vater schläft noch, wenn er Nachtdiens[t] hat. Und auch unten auf der Stra­ße ist es, als hal­te alles ein Stünd­chen den Atem an – es kom­men wenig Leu­te, wenig lär­men­de Kin­der, die Wagen fah­ren sel­ten um die­se Zeit. Wei­terl­se­sen!

6. Oktober 1941

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Mon­tag, am 6. Okto­ber 1941.

Her­zens­schät­ze­lein! Du!!! Gelieb­ter! Mein [Roland]!!!

Du bist zu mir gekom­men! Du!! Ich bin so glück­lich! Ich bin sooo froh! Und damit Du mei­ne Freu­de auch wahr­haf­tig mit­emp­fin­den kannst, Herz­lieb! Dar­um habe ich mich gleich jetzt, eben, da ich Dei­ne bei­den lie­ben Boten gele­sen habe  her­ge­setzt, um Dir zu sagen, wie Du mich beglückt hast! Herz­lein!! Die Boten vom Mitt­woch und Don­ners­tag kamen an. Und dar­in­nen das lie­be, lie­be Vers­lein! Gelieb­ter !!!!! Du hast mich so sehr beglückt damit! Du weißt es nicht. Ach Du!! Du bist unzu­frie­den dar­über? Du!!! Du!!! Wenn es mich nur beglückt! Wenn es mich nur selig macht und so eigen-lieb anrührt im Her­zen! Wei­ter­le­sen!

28. Juli 1941

[410728–1-1]

Mon­tag, der 28. Juli 1941

Mein lie­bes, teu­res Herz! Herz­lieb, Gelieb­te mein!

Du, nun geht’s mit Rie­sen­schrit­ten auf das Monats­en­de. Und der August­mo­nat – wird uns glück­lich zusam­men­füh­ren? Gott gebe es! Es ist ein Kämp­fen um den Urlaub, kannst [Du] Dir viel­leicht den­ken. 200 Mann sind wir. Vor­erst dür­fen nur 5% fah­ren. Wenn ich da also mit unter den Ers­ten bin, dann bloß – weil ich ein lie­bes Frau­chen habe, Du!!! Wei­ter­le­sen!