24. April 1942

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Pro­pa­gan­da­pla­ka­te jugo­s­la­vi­schen Par­ti­sa­nen, 1941–1945. Quel­le: Behance.net, Lizenz­frei über Wiki­me­dia Com­mons, 11.2018

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72.

Frei­tag, am 24. April 1942.

Her­zens­schät­ze­lein! Mein aller­liebs­ter, guter [Roland]! Du!!!

Früh­mor­gens kurz nach 8 Uhr! Mein Her­ze­lein steckt gewiß auch schon bis über bei­de Ohren in der Schreib­ar­beit. Aber nicht so lie­be Schrei­be­rei kann es ver­rich­ten wie ich, alte öde Akten muß es bear­bei­ten. Na – über ein Weil­chen ist Abend, dann bist Du erlöst! Du!! Ob Du denn nun wahr­haf­tig im neu­en Bau steckst? Es ist heu­te wie­der Frei­tag. Dein lie­ber Bote vom vori­gen Frei­tag kam ges­tern zu mir, es steht nichts vom Umzug drin­nen. Ach, wenn sich‘s nur gleich für ganz auf­schö­be! “24. April 1942” wei­ter­le­sen

10. Oktober 1941

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Frei­tag, am 10. Okto­ber 1941.

Her­zens­schät­ze­lein! Du!! Gelieb­ter!! Mein liebs­ter [Roland]!

Ach, ich muß doch gleich erst mal tief auf­seuf­zen und mich auf den Aller­wer­tes­ten set­zen!

Das ging nun seit 7 Uhr im Galopp und mir tun die Bei­ne weh, als wäre ich ’ne alte Frau! Wie­der begrüß­te uns der Tag mit Regen­wet­ter, nur noch bis­sel schlim­mer, als vor­her. Ehe ich an mei­ne Haus­ar­beit ging besorg­te ich mei­ne Gän­ge. Mor­gen ist Wasch­tag, da kann ich nicht lau­fen. Also: Gedan­ken zusam­men neh­men. Wei­ter­le­sen!

18. Juli 1941

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Frei­tag, am 18. Juli 1941.

Gelieb­ter Her­zens­schatz! Mein lie­ber, lie­ber, guter [Roland]!

Drei ganz lie­be Boten sind zu mir gekom­men! Einer ges­tern und zwei heu­te! Du!!! Ich bin doch sooo voll! sooo ganz voll Freu­de dar­über! Gelieb­ter!! Ich muß Dich zuerst ein­mal ganz lieb­ha­ben — und ganz, ganz tüch­tig lieb Dich küs­sen! Du!!!!!!!!!! Bin ich doch ges­tern gar­nicht dazu­ge­kom­men mei­nem Herz­lieb zu schrei­ben – ich mein­te, daß ich vor Unru­he könn­te nicht schla­fen des­halb; aber ich bin vor Erschöp­fung dann ein­ge­schla­fen. Laß Dir erzäh­len: Wei­ter­le­sen!

14. Mai 1941

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Mitt­woch, am 154. Mai 1941.

Mein gelieb­tes, teu­res Herz! Du mein Herz­lieb! Liebs­ter [Roland]!

Noch ist kein Bote da von Dir, er hat sich mal wie­der um eini­ges ver­spä­tet. Ich will mich noch gar­nicht sor­gen, Herz­lieb! Die Ver­spä­tung ist ja so natür­lich. Du mußt trotz allem wohl­auf und froh sein, ich fühl’s in mir, mein Lieb! Ich bin so inner­lich froh, beson­ders heu­te. Du!! Ob Du wohl heu­te mein [sic] denkst, ganz beson­ders lieb? Weil mei­ne Wan­gen [s]o sehr glü­hen – ich bin noch immer ein bis­sel aber­gläu­bisch!! Wei­ter­le­sen!

20. April 1941

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Sonn­tag, am 20. April 1941.

Mein gelieb­tes, teu­res Herz! Du mein lie­ber, guter [Roland]!

Herz­lieb! Heu­te end­lich! Heu­te ist er bei mir, Dein lie­ber Bote vom Sonn­tag, dem 7. April. Ach, Du weißt ja nicht, wie sehr ich auf ihn war­te­te! Wie ich ihn her­bei­sehn­te, den Boten vom Liebs­ten! Du! Heu­te wäre es der 4. Tag gewe­sen, daß kei­ne Post gekom­men sei für mich! Du!! Nun bin ich aber ganz froh und glück­lich! Ges­tern, an mei­nem Ehren­tag (der Voll­jäh­rig­keit!!) habe ich ja sooo [sic] sehn­süch­tig nach ihm aus­ge­schaut. Früh ver­geb­lich – nach­mit­tags ver­geb­lich. Ach Du! Ich woll­te doch bei­na­he ganz trau­rig wer­den, Herz­lieb! Aber ich wuß­te doch, daß es nicht Dei­ne Schuld ist! Du ver­gißt mich nim­mer­mehr! Du!! Ich weiß es! Es war recht gut, daß die lie­ben Eltern [Nord­hoff] unser Besuch waren ges­tern, so bin ich immer wie­der auf fro­he Gedan­ken gekom­men, und ich hing dem Ent­täuscht­sein nicht immer nach. Nun bin ich heu­te, am Sonn­tag doch belohnt wor­den, für mein War­ten! Und ich weiß, Herz­lieb!! Du!! Ich weiß, und könn­te ganz laut jubeln vor Freu­de, bei die­sem Gedanken!,[sic] daß die Mutsch noch einen ganz lie­ben Brief für mich bereit­hält! Wei­ter­le­sen!