Trug und Schein: Ein Briefwechsel

14. Juli 1939*

[390714–1‑1* unvoll­stän­dig] L. am 14. Juli 1939. Mei­ne lie­be [Hil­de]! Die­se Woche ist mir schnell ver­gan­gen. Ich habe jeden Tag Dei­ner gedacht, aber nicht so unge­dul­dig wie vori­ge Woche. Ist es, weil wir am Sonn­tag uns so lieb hat­ten, oder ist es, weil wir hof­fen dür­fen, uns bald wie­der­zu­se­hen? Auf der Heim­fahrt — sie ver­lief ganz […]

02. April 1939

[390402–2‑1] O., am 2.4.1939. O., am 29. März 1939. Mein lie­ber [Roland]! Nun hal­ten mich All­tag und Pflicht wie­der ganz umfan­gen. Auch die Pflicht Dir, Lie­ber, zu schrei­ben mahnt mich; wir haben es nach einem Bei­sam­men­sein immer so gehal­ten, daß uns[e]re Brie­fe sich kreu­zen. Soll es dies­mal anders werden?

20. März 1939

[390320–2‑1] O., am 19. März 1939. Mein lie­ber [Roland]! Heu­te, am Ent­las­sungs­ta­ge dach­te ich oft an Dich. Er ist ein beson­de­rer, ein gro­ßer Tag für Dich. Den jun­gen Men­schen­kin­dern, die bis jetzt unter Dei­ner und der Eltern Obhut stan­den, öff­net sich nun die Pfor­te, die hin­aus­führt aus dem schö­nen Kin­der­land in[’]s Leben. Ich den­ke an mei­nen Ent­las­sungs­tag zurück. […]

25. Oktober 1938

[381025–2‑1] O., am 25.10.1938. Lie­ber [Roland], Wenn ich ehr­lich sein will[,] muß ich geste­hen, daß ich Ihren Vor­na­men unzäh­li­ge Male schon nie­der­ge­schrie­ben habe. Ein wei­ßer Bogen Papier, voll­be­schrie­ben mit dem Namen [Roland]. Mir tat es immer leid, wenn ich die­sen Bogen dem Feu­er über­gab. Als Kin­de­rei kann man das wohl bezeich­nen; doch mei­ne Gedan­ken waren […]

21. Oktober 1938

[381021–1‑1] L. am 21. Okto­ber 1938. 19.10.38 Heu­te muß ich mit einer Erklä­rung begin­nen. Ihr neu­er Brief­schluß ist nicht nur um ein Grad son­dern um meh­re­re Grad herz­li­cher und wirkt mei­nem Emp­fin­den nach zurück auf die Anre­de. Ich bin ganz ein­ver­stan­den. Nur mein Name gefällt mir nun nicht. 

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