17. Dezember 1941

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Sonn­tag, den 17. Dez. 1941

Her­ze­lein! Gelieb­tes, teu­res Weib! Mei­ne [Hil­de]!

Da habe ich doch noch alle Hän­de voll – Blü­ten und Früch­te uns[e]res Glü­ckes, Dei­ner Lie­be – da pur­zel­ten schon wie­der 3 Boten her­ein – – Du lie­be, treue See­le! Oh Du! Du!! Wie soll ich sie Dir zei­gen, all mein Glück und mei­ne Freu­de? Und mei­ne Boten darf ich doch gar nicht öff­nen – Du! Du!!! Gelieb­te! Er ist bei mir, Dein Geburts­tags­brief!!! Wei­ter­le­sen!

15. November 1941

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Sonn­abend, am 15. Novem­ber 1941.

Her­zens­schät­ze­lein! Gelieb­ter!! Mein lie­ber, guter [Roland]! Du!!!

Jeden Tag kommt jetzt Dein lie­ber Bote zu mir! Und er macht mich täg­lich so ganz froh und glück­lich! So ganz sehr froh und glück­lich, daß ich es Dir kaum sagen kann, Her­ze­lein!! Heu­te kam der vom Diens­tag an, aber eigent­lich war schon Mitt­woch, als Du ihn schriebst. Ich woll­te Dir eben zür­nen, weil Du früh­zei­tig im kal­ten Schreib­zim­mer sitzt und an mich schreibst, anstatt im Bett­lein zu blei­ben! Du!!! Unar­ti­ger Ben­gel! Ich weiß es doch ganz genau, daß Du an mich denkst – immer, auch wenn Du mir ein­mal nicht schreibst! Wei­ter­le­sen!

02. Oktober 1941

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[Thes­sa­lo­ni­ki] Don­ners­tag, den 2. Okt. 41

Herz­al­ler­liebs­te!

Hier mei­ne ers­te Sen­dung. [Du] Mußt recht bald ein paar Käst­chen schi­cken, damit ich das übri­ge auf­ge­ben kann. Zuerst die Sei­de zum Män­tel­chen, damit mein Herz­lieb recht bald zu einer war­men Hül­le kommt, daß nichts erfriert und ein­friert im kal­ten Win­ter. Wei­ter­le­sen!

01. Oktober 1941

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[Thes­sa­lo­ni­ki] Mitt­woch, den 1. Okto­ber 1941

Herz­al­ler­liebs­te! Mei­ne lie­be, lie­be [Hil­de]!

Ob man sich auch dage­gen sträubt, es kommt doch alles nun wie­der ins alte Gelei­se. Daß man ein­mal aus dem Gelei­se geris­sen wird, daß man nicht fest­fährt in einem Gelei­se, das ist wich­tig für das Leben, und das müs­sen wir uns auch für spä­ter mer­ken. Das Schul­meis­terleben ist so ange­legt, daß es zu sol­chem Fest­fah­ren schwer­lich kommt. Ob [w]ir auch ein­mal Ehe­fe­ri­en brau­chen, um nicht fest­zu­fah­ren? Ich nicht. Und Du? – Ich wer­de Dir kei­ne bewil­li­gen! Wei­ter­le­sen!

20. August 1941

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Mitt­woch, den 20. August 1941

Mein lie­bes, teu­res Herz! Hol­de, Gelieb­te mein!

Wirst [Du] denn glück­lich wie­der heim­sein [sic] von der Hams­ter­fahrt? Mor­gen wer­de ich es wis­sen. Acht Tage sind wir ja im Kalen­der immer zurück im Wis­sen von­ein­an­der. Und die­ser Bote wird schon kei­ne Ant­wort mehr fin­den – Du! Du!!! Höchs­tens münd­li­che! Oh Herz­lieb!!! Auf münd­li­che Ant­wort freue ich mich doch soooooo sehr! Dar­auf bin ich doch ganz begie­rig!!! Bist Du es auch? Weißt, ich bin es mehr – auf die Ant­wor­ten von Dei­nem zucker-zucker­sü­ßen Herz­mün­chen! Oh Gelieb­te!!! Bald wird es mir wie­der ganz, ganz nahe sein! Wei­ter­le­sen!