04. Oktober 1940

Hanswurst-koeln-1831
F.-X. Schlös­ser, Dar­stel­lung eines Köl­ner Hans­wurst aus dem Jah­re 1831, Gra­phi­sche Samm­lung des Köl­ner Stadt­mu­se­ums, Lizenz­frei über Wiki­me­dia Com­mons, 10.2015.
[401004–2-1]

Frei­tag, am 4. Okto­ber 1940.

Herz­al­ler­liebs­ter! Du mein lie­ber, lie­ber [Roland]!

Heu­te früh erhielt ich Dei­nen Diens­tag­brief. Ja, ich mer­ke auch, daß die Post ein bis­serl [sic: biss­chen] schleppt. Du! Sei recht viel­mals bedankt für Dei­ne lie­ben Zei­len, ich habe mich recht gefreut. Reif ist bei Euch schon gefal­len!? Nun, da ist[‘]s also noch käl­ter als bei uns. Sei nur vor­sich­tig, damit Du mir nicht krank wirst! Ein klei­nes bis­sel [sic: biss­chen] könn­test Du ja ruhig krank wer­den, wenn ich wüß­te, daß Du dann heim darfst, Du!  Wei­ter­le­sen!

07. September 1940

Polish style pickled cucumbers IMGP0464
Pol­ni­sche Gewürt­z­gur­ke, Foto: Niko­dem Nija­ki, CC BY-SA 3.0, über Wiki­me­dia Com­mons, 09.2015.
[400907–1-1]

Am Frei­tag den 6. Sep­tem­ber

Am Sonn­abend den 7. Sep­tem­ber 1940

Herz­al­ler­liebs­te, mei­ne lie­be lie­be [Hil­de]!

Heu­te erleb­te ich die gro­ße Freu­de, dei­nen lie­ben Boten zu emp­fan­gen, gleich 2 Brie­fe an einem Tage, den vom 4. Sep­tem­ber zuerst, den vom 3. Sep­tem­ber am Nach­mit­tag. Liebs­te, so schnell geht die Post, ist das nicht schön? Von Hau­se [sic: Zuhau­se] habe ich noch kei­ne Nach­richt, auch nicht dar­über, ob mei­ne Zivil­sa­chen ange­kom­men sind. Die blau­en, eng­li­schen Hosen krieg­ten in Ber­lin ein Loch im Knie, in Stral­sund ein grö­ße­res im Gesäß, das bri­ti­sche Anse­hen wird eben löche­rig in jeder Bezie­hung. Wei­ter­le­sen!