12. März 1942

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34.

Don­ners­tag, am 12. März 1942.

Her­zens­schät­ze­lein! Mein herz­al­ler­liebs­tes Man­ner­li!

Du! Mit­tag­stun­de ist. Ich bin eben fer­tig mit der Haus­ar­beit. Die Mut­ter sitzt in der Sofa­ecke und strickt, im Ofen kocht das Tee­was­ser! Du! Wie gut wir es doch haben, gelt? Dür­fen die Nach­mit­ta­ge ver­brin­gen, wie wir sie mögen – sind doch rich­tig unser eig­ner Herr. Wie vie­le and­re kön­nen das nicht. O wir haben es gut. Du!

“12. März 1942” wei­ter­le­sen

30. Dezember 1940

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Mon­tag, den 30. Dezem­ber 1940

Herz­lieb, Du! Mei­ne lie­be, liebs­te [Hil­de] Du! Gelieb­te, Hol­de mein!

Du! Du!! Wie soll ich denn heu­te anfan­gen? Ich möch­te Dir etwas schen­ken, Du!! Ich möch­te Dich ganz glück­lich machen, Herz­lieb!! Dich erlö­sen!! Mei­ne [Hil­de]!! Mein lie­bes, treu­es, lie­bes, armes Weib! Du! Du!! Und Dein [Roland] kann Dir nicht hel­fen. Wei­ter­le­sen!

19. Oktober 1940

Birmingham Blitz D 4126
Bom­ben­scha­den von deut­schem Luft­an­griff, Bir­ming­ham, Groß­britta­ni­en, 1940. Quel­le: Impe­ri­al War Muse­ums, D 4126, über Wiki­me­dia Com­mons, 10.2015.
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Sonn­abend, am 19. Okto­ber 1940 in K..

Herz­al­ler­liebs­ter! Du mein lie­ber, lie­ber [Roland]! Gelieb­ter!

Wie­der will es Sonn­tag wer­den, die Welt ist vol­ler Son­nen­schein. Ich freue mich so, auch für Dich mein [Roland]. Kön­nen wir doch mit uns[e]ren Gedan­ken, mit uns[e]ren Sehn­süch­ten drau­ßen für uns allein sein, kön­nen hin­ein wan­dern in die schö­ne Herbst­zeit und müs­sen nicht trau­rig und hoff­nungs­los sein dabei. Weil ja der lie­be Son­nen­schein alles ver­gol­det, alle Pracht in der Natur und unwill­kür­lich auch unser Gemüt erhellt. Man kommt gar­nicht [sic] so leicht übers [sic: ins] Grü­beln wenn es drau­ßen so schön ist, wenn das Wet­ter hin­aus­lockt und so viel gibt es ja zu schau­en; es ist, als wol­le uns die Natur noch ein­mal mit all ihrer Schön­heit erfreu­en, bevor der lan­ge, kah­le Win­ter kommt. Wei­ter­le­sen!

06. Oktober 1940

Mussolini a Hitler - Berlín 1937
Mus­so­li­ni und Hit­ler in Ber­lin, Sep­tem­ber 1937. Quel­le: Fel­vi­dé­künk — Hon­véd­sé­günk / Tria­n­on­tól-Kas­sáig, Vité­zi rend Zri­nyi cso­port­juának kia­dá­sa, Buda­pest, 1939. Foto: Ladis­lav Lup­pa, über Wikie­me­dia CC-Lizenz „Namens­nen­nung – Wei­ter­ga­be unter glei­chen Bedin­gun­gen 3.0 nicht por­tiert“, 10.2015.
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Sonn­tag, den 6. Okto­ber 1940

Mein lie­bes, teu­res Herz! Mei­ne lie­be, lie­be [Hil­de], Du!

Nun kann ich schon wie­der mit Dir plau­dern. Ist doch eine tröst­li­che Ein­rich­tung, die Post. Drei­er­lei hat­te sie ges­tern für mich. Wie ich mich dar­über freue! Ges­tern abend noch erhielt ich Dei­nen lie­ben Boten vom Frei­tag. Ach Du! Ob sich das Geschreib­sel immer bis auf die Sil­be reimt, das ist nicht so wich­tig. Wenn es nur von Dei­ner Hand ist, und wenn ich nur am Ende lese, daß Du mich lieb hast, dann legt sich Son­nen­schein auch über den trübs­ten Tag. Wei­ter­le­sen!

05. Oktober 1940

Hilde vor dem Hoffmans Haus, L. 30.10.1938
Hil­de vor dem Haus des Hoff­mans, L. 30.10.1938

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Sonn­abend, den 5. Okto­ber 1940

Mein lie­bes, teue­res [sic] Herz, mei­ne lie­be, lie­be [Hil­de], Du!​

Schon tausch­ten wir die ers­ten herz­li­chen Wor­te, schon waren wir uns inner­lich ein paar gute Schrit­te näher­ge­kom­men, als wir dann uns[e]re Bil­der tausch­ten, Herz­lie­bes! Mein gan­zes Inne­re geriet wie­der in Auf­ruhr damals, ähn­lich wie an den Tagen, da wir die ers­ten Brie­fe wech­sel­ten. Da lagen nun zwei Bil­der — wie­viel Frau­en – und Mäd­chen­bil­der hat­te ich schon gese­hen und betrach­tet! — und sie soll­ten nun etwas ganz beson­de­res vor­stel­len, mit ihnen soll­te ich mich anfreun­den für das gan­ze Leben, aus ihnen soll­te mich die eine anschau­en, die ich mir auf die­ser Erde zur Gefähr­tin erwähl­te! Es war ein Kampf, ein Rin­gen in mir, Du! Und was da kämpf­te, was da rang, das waren die Wunsch­bil­der mei­ner Träu­me von der Aus­er­wähl­ten, mit den Bild­nis­sen des Men­schen­kin­des, das mir bekann­te, wie unend­lich es mich lie­be. Wei­ter­le­sen!