28. Februar 1942

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Sonn­abend, am 28. II. 1942.

Herz­al­ler­liebs­ter! Mein [Roland]!

Ich kann nicht ein­schla­fen, ohne ein Wort zu Dir geschrie­ben zu haben. Du!!! Und dar­um set­ze ich mich noch heu­te, zu nächt­li­cher Stun­de vor den Bogen und den­ke an Dich, Schät­ze­lein liebs­tes! Der heu­ti­ge Tag war so ange­füllt wie­der mit aller­lei Geschäf­ten und Arbeit, sodaß ich erst gegen Abend zum Ver­schnau­fen kam. Aber auf mei­nem heu­ti­gen Abend­pro­gramm stand doch: Aus­gang – zum Kla­vier­abend.

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16. Januar 1941

Elly Ney Denkmal04
Elly Ney Denk­mal an der Brahms-Pro­me­na­de in Tutz­ing, Detail. Die rote Far­be sind Res­te einer Beschä­di­gung durch Unbe­kann­te nach der umstrit­te­nen Ent­schei­dung des Tutz­in­ger Gemein­de­ra­tes, das Denk­mal der in den Natio­nal­so­zia­lis­mus ver­strick­ten Künst­le­rin nicht zu ent­fer­nen. Bild: Benut­zer hgn-p, 3 April 2009, Lizenz­frei über Wiki­me­dia Com­mons, 09.2016.
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Don­ners­tag, am 16. Janu­ar 1941.

Herz­al­ler­liebs­ter!! Mein Gelieb­ter!! Mein lie­ber, liebs­ter [Roland]!! Du!!

Es schneit schon wie­der mal, und Dei­ne [Hil­de] sitzt im war­men Stüb­chen – läßt sich’s wohl sein, Du!! Sie denkt an ihr Herz­lieb!! Du!! Mein lie­bes Dicker­le!! Dei­ne Mit­tags­pau­se wirst [Du] nun eben been­det haben – es ist 2 Uhr. Hab[‘] mir den Wehr­macht­be­richt heu­te gar­nicht [sic] ange­hört, ich mag es lie­ber still um mich haben, wenn ich Dir schrei­be, Du!! Hast ges­tern abend die Elly Ney spie­len hören im Rund­funk? Da muß­te ich wie­der mal so sehr an uns[e]re Zeit der heim­li­chen Zusam­men­künf­te den­ken! Du!! Ich freue mich so dar­auf, wie­der ein­mal mit Dir etwas Schö­nes und Gutes zu hören; hof­fent­lich ist’s uns ver­gönnt ein schö­nes Kon­zert oder Thea­ter zu besu­chen, wenn Du daheim bist. Wei­ter­le­sen!