07. Dezember 1941

[411207–2‑1]

Am 2. Advents­sonn­tag 1941.

Her­zens­schät­ze­lein! Mein lie­ber, aller­liebs­ter [Roland]!

Heu­te schneit es wie­der, kalt ist’s und ein Sturm hat sich auf­ge­macht. Aber gut tut einem die Luft. Sie ist so rein. Die Eltern wol­len nach­her ein­mal nach M. lau­fen, hin­zu wol­len sie den Staub­sauger mit­brin­gen; denn nun geht doch das Groß­rei­ne­ma­chen los! Man hat’s so bis­sel leich­ter. Im Win­ter kann ich sowie­so mei­ne Bet­ten nicht so drau­ßen her­um aus­brei­ten – aber der Staub muß trotz­dem her­aus. Und ich? was ich trei­be? Wei­ter­le­sen!

18. Juli 1941

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Frei­tag, am 18. Juli 1941.

Gelieb­ter Her­zens­schatz! Mein lie­ber, lie­ber, guter [Roland]!

Drei ganz lie­be Boten sind zu mir gekom­men! Einer ges­tern und zwei heu­te! Du!!! Ich bin doch sooo voll! sooo ganz voll Freu­de dar­über! Gelieb­ter!! Ich muß Dich zuerst ein­mal ganz lieb­ha­ben — und ganz, ganz tüch­tig lieb Dich küs­sen! Du!!!!!!!!!! Bin ich doch ges­tern gar­nicht dazu­ge­kom­men mei­nem Herz­lieb zu schrei­ben – ich mein­te, daß ich vor Unru­he könn­te nicht schla­fen des­halb; aber ich bin vor Erschöp­fung dann ein­ge­schla­fen. Laß Dir erzäh­len: Wei­ter­le­sen!

25. Juni 1941*

[410625–2‑1* Feld­post­sper­re, die zu Ver­zö­ge­run­gen viel­leicht führ­te]

S. – Mitt­woch, am 25. Juni 41.

Mein Herz­lieb! Du mein lie­ber, guter [Roland]! Du!! Du!!!

Das war ges­tern ein beweg­ter Tag, sodaß ich gar­nicht dazu kam Dir zu schrei­ben. Aber Dein gedacht habe ich umso mehr, Herz­lieb!! Früh­mor­gens ½ 8 bin ich raus aus den Federn, das heu­len der Dampf­schiffsi­re­nen hat­te ich mun­ter gemacht. Schnell mach­te ich mich fer­tig zum Aus­ge­hen, ich woll­te Bröt­chen holen und Brot bei P.s vorn. Und Frau S. drück­te mir den Milch­krug in die Hand. Na schön. So bin ich los, Dei­nen Weg, Herz­lieb an der Elbe lang. Wei­ter­le­sen!

21. April 1941

T&Savatar[410421–2‑1]

Mon­tag, am 21. April 1941.

Mein gelieb­tes, teu­res Herz! Du mein lie­ber, lie­ber [Roland]!

Herz­lieb! Der ers­te Tag mei­nes gemein­sa­men Haus­hal­tens mit der l. [sic] Mut­ter ist her­um. Und ich kann nur sagen, daß es recht nett ist so zu Zwei­en, und ich füh­le mich sehr wohl dabei. Will Dir erzäh­len wie unser Tag ver­lief: Früh bis ½ 8 Uhr wird geschla­fen, [Hil­de] (ohne) steht zuerst auf und lüf­tet, macht Feu­er, kocht Kaf­fee (natür­lich, ohne zu ver­ges­sen, vor­her fein Toi­let­te zu machen!) wenn ich den Kaf­fee­tisch gedeckt habe, wecke ich Mut­ter – d[as] h[eißt] sie kommt von selbst, wenn sie mich han­tie­ren hört! Dann geht’s gemein­sam ans Mit­tag­essen berei­ten. ½ 12 [Uhr] erscheint Mutsch und freut sich, daß wir uns so gut ver­tra­gen mit­ein­an­der. Nach dem Auf­wa­schen wird ein bis­sel [sic: biss­chen] geruht, dabei hören wir Nach­rich­ten. Dann: Start der Feder­hal­ter! Von ½ 3 – 5 Uhr! Wei­ter­le­sen!

18. April 1941

T&Savatarsm[410418–2‑1]

Frei­tag, am 18. April 1941.

Mein gelieb­tes Herz! Du mein lie­ber, guter [Roland]! Herz­al­ler­liebs­ter!

Du! Heu­te ist wie­der kein Bote von Dir gekom­men. Ich bin aber gar­nicht [sic] trau­rig des­halb; weiß ich doch nun gewiß, daß mor­gen, an mei­nem Geburts­tag wenigs­tens einer Dei­ner lie­ben Brie­fe kommt – wenn auch nicht der Geburts­tags­brief, so doch ein and[e]rer lie­ber! Du!! Ach, Du weißt doch selbst, wie sehn­süch­tig man immer nach ihm aus­schaut! Herz­lieb Du! Mein [Roland]! Wei­ter­le­sen!