Trug und Schein: Ein Briefwechsel

Kirche

31. Oktober 1942

[421031–1‑1]

Sonn­abend, den 31. Okto­ber 1942

Herz­al­ler­liebs­te mein! Mei­ne lie­be, liebs­te [Hil­de]!

Gelieb­tes Weib!!!

Der letz­te Tag im lan­gen Okto­ber­mo­nat – ach Gelieb­te, er hat mir so unend­lich viel Lie­be gebracht. Der täg­li­che Bote und dazu 4 Nach­züg­ler aus Sofia sind heu­te zu mir gekom­men – oh Du! Du!!!

Nun fehlt nur noch einer, dann ist die Zeit des War­tens und […]

9. Mai 1942

[420509–2‑1] 86. [O.] Sonn­abend, am 9. Mai 1942. Her­zens­schät­ze­lein! Gelieb­ter! Mein lie­ber, guter [Roland]! Du! Heu­te sit­ze ich im Stüb­chen, weil die Mut­ter in der Küche plät­tet, da ist[‘]s mir zu eng, zu warm! Du! Die Son­ne scheint zu den Fens­tern her­ein, offen ste­hen sie; ein herr­li­cher Mai­en­tag ist heu­te, der ers­te in sol­cher Pracht. […]

29. März 1942

[420329–2‑1] 47. Palm­sonn­tag, am 29. März 1942. Her­zens­schät­ze­lein! Du mein herz­lie­bes Man­ner­li! End­lich kann ich zu Dir kom­men! Du!!! Ich konn­te Dir doch ges­tern gar­nicht schrei­ben Herz­lieb, weil mein Pro­gramm über den Hau­fen gewor­fen wur­de. Laß Dir nur gleich ein­mal erzäh­len. Sonn­abend früh­mor­gens bin ich erst um 8 [Uhr] auf­ge­stan­den. Es war mir gar­nicht gut. […]

29. März 1942

[420329–1‑1a] [Salo­ni­ki] Sonn­tag, den 29. März 1942 Herz­al­ler­liebs­te mein! Mei­ne lie­be, lie­be [Hil­de]! Sonn­tag­abend. Ich bin allein. Die Kame­ra­den gin­gen zur Front­büh­ne. Kame­rad H. hat­te Sonn­tags­dienst – Kame­rad K. war mit mir zusam­men am heu­ti­gen Nach­mit­tag. Ich ver­spür­te kei­ne Lust zum Varie­té. Zum einen bin ich müde, es feh­len mir ein paar Stun­den Schlaf – […]

08. März 1942

[420308–1‑1] [Salo­ni­ki] Mon­tag, den 8. März 1942 Her­zens­schät­ze­lein! Gelieb­te! Du, mei­ne lie­be [Hil­de]! End­lich kann ich mit Dir allein sein, Her­ze­lein! Der Sonn­tag kam ganz anders als gedacht. Den Got­tes­dienst konn­te ich nicht besu­chen, weil so viel Arbeit anlag. Kame­rad K. brauch­te sei­nen Sonn­tags­dienst nicht zu ver­se­hen. Als wir uns gegen 2 Uhr es eben […]

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