3. Januar 1941

Awm 005307 Gun crew
Aus­tra­li­sche Sol­da­ten vor dem Angriff auf dem Ita­lie­ni­schen Stütz­punkt in Bar­dia, Lybi­en, 29.12.1940. Quel­le: Collec­tion Data­ba­se, Aus­tra­li­an War Memo­ri­al, Nr. 005392. Über Wiki­me­dia Com­mons, 04.2016.
[410103–2‑1]

Frei­tag, am 3. Janu­ar 1941.

Gelieb­ter!! Herz­al­ler­liebs­ter!! Du mein lie­ber, liebs­ter [Roland]!!

Du! Du!! Wie soll ich denn heu­te anfan­gen? Herz­lieb!! Zwei lie­be Boten kamen heu­te früh zu mir, von Dei­ner lie­ben Hand. Gelieb­ter!! Du machst mich ja so über­glück­lich!! Du darfst bei­na­he kei­nen so lie­ben Brief mehr schrei­ben, Du! Du rufst mei­ne Sehn­sucht immer mehr, Du!!! Ach ja – mein [Roland] – ich muß fein still und gedul­dig mit Dir war­ten – wenn Du schon eher kämest – die Span­ne bis zum nächs­ten Male wür­de dann noch grö­ßer – ich könn­te sie nur noch schwer über­win­den. Du!!! Du!!! Der 16. Febru­ar schwebt Dir ganz deut­lich vor Augen, wenn Du an die Heim­kehr denkst! Wenn es doch so wür­de, Herz­lieb!! Ich will mit Dir glau­ben und hof­fen, ganz fest, Du!! Wei­ter­le­sen!

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07. Oktober 1940

Bundesarchiv Bild 183-2005-0601-501, Himmler in Madrid
Hein­rich Himm­ler, Madrid, Okto­ber 1940. Er wur­de am 7. Okto­ber 40 Jah­re alt. DBa, Bild 183‑2005-0601–501 / CC-BY-SA 3.0, über Wiki­me­dia Com­mons, 10.2015.
[401007–1‑1]

Mon­tag den 7. Okto­ber 1940

Herz­al­ler­liebs­te! Mei­ne lie­be, lie­be [Hil­de], Du!

Welch eigen­ar­ti­ge Situa­ti­on! Da weilst du nun in mei­nem Zuhau­se, in der Höh­le des Löwen sozu­sa­gen, und der Löwe— er bleibt aus. Ach Du! Er käme so ger­ne, es zieht ihn zurück — aber er ist sel­ber gefan­gen. Nun muß ich Dich anderwo [sic] suchen mit mei­nen Gedan­ken. “07. Okto­ber 1940” wei­ter­le­sen

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13. Januar 1939

Hildes Photoalbum, Bilder aus November 1938
Hil­des Pho­to­al­bum, Bil­der aus Novem­ber 1938

[390113–1‑1]

L. am 13. Janu­ar 1939.

Mei­ne lie­be [Hil­de]!

Am Sonn­tag­abend zwi­schen 7 u. 8 bin ich am Bahn­hof U. wie­der hin­auf­ge­stie­gen in mei­ne Welt und mei­ne Wirk­lich­keit. So kann man sagen; denn die Feri­en­zeit, zu Weih­nach­ten zumal, ist mit ihrer Ruhe und Sorg­lo­sig­keit wie eine ande­re Welt, ein Traum­land. Es fiel mir vor Jah­ren noch schwe­rer, mich davon zu tren­nen. Aus den Kin­der­ta­gen liegt ein Zau­ber über die­sem Traum­land. Ich dan­ke es den Eltern, daß sie mir das Tor zu die­sem Land offen­hal­ten. Doch nach den Fei­er­ta­gen, wenn Vater wie­der sei­ner Arbeit nach­ge­hen mußt, dann spürt man es: Die­ses Traum­land ist nicht die Wirk­lich­keit. Ich bin nicht trü­ben Sin­nes zurück­ge­kehrt. Zu mei­ner Welt und Wirk­lich­keit gehö­ren Sie, lie­be [Hil­de]. Jetzt hal­te ich mich an Sie, jetzt brau­che ich Sie, jetzt gehen mei­ne Gedan­ken viel öfter zu Ihnen. Ich habe ja sonst nie­man­den. Wei­ter­le­sen!

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14. August 1938

[380814–2‑1]

O., am 14. August 1938.

Lie­ber Herr [Nord­hoff]!

Heu­te früh erhielt ich Ihren Brief. Die Nach­richt vom Heim­gan­ge Ihrer lie­ben Groß­mutter hat mich erschüt­tert. Wie uner­forsch­lich sind doch Got­tes Wege. Sie haben alle die furcht­ba­ren Stun­den mit­er­lebt, macht­los dem Schick­sal gegen­über. Und für einen emp­find­sa­men Men­schen wohl das Schlimms­te — Ein­sam­keit im Her­zen.

Ich habe schon ein­mal einen Men­schen mit dem Tode rin­gen s[ehe]n. Eine die den Tod such­te. Ich wer­de die­sen Anblick nie­mals ver­ges­sen. Grau­en und tie­fes Mit­leid, das waren mei­ne Emp­fin­dun­gen damals. Wei­ter­le­sen!

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09. August 1938

[380809–2‑1]

7.8.1938.

O., am 9. August 1938.

Lie­ber Herr [Nord­hoff]!

Beglei­tet mit Ihren bes­ten Wün­schen für den Anfang, betrat ich am Mon­tag wie­der mein Arbeits­feld. Ich muß sagen[,] er ist mir leicht gefal­len, der Start für ein gan­zes, lan­ges Jahr. Ers­tens übt die neue Umge­bung ein ange­neh­mes Gefühl auf mich aus. Wir Mädels sind jetzt für uns, in einem hel­len, luf­ti­gen Saal mit 7 gro­ßen Fens­tern drin. Auf jedem der Fens­ter steht ein Blu­men­asch mit Gewäch­sen ver­schie­dens­ter Art, deren Pfle­ge und Gedei­hen wir selbst über­wa­chen. Ja wir haben uns vor­ge­nom­men[,] ein klei­nes Mus­ter­reich auf­zu­bau­en, unter dem Leit­spruch: „Größ­te Sau­ber­keit.” Uns[e]re männ­li­chen Wesen sol­len stau­nen, sobald sie mal bei uns ein­tre­ten. Ist ja alles gut und schön, es fragt sich nur, ob die­ser Vor­satz von jeder auf­recht erhal­ten wird! Das Schöns­te ist, daß ich alles and[e]re im Rücken habe; wenn ich auf­se­he, bli­cke ich gera­de hin­aus in den Gar­ten. Wenn der Herbst kommt und drau­ßen wird es bun­ter und bun­ter, bis zuletzt die Bäu­me nackt und kahl daste­hen, so ist es noch nicht ein­sam. Dann hab[‘] ich freie Aus­sicht und kann immer den Zug beob­ach­ten. Sie dür­fen nicht den­ken, daß ich faul bin. Ich muß mich durch irgend etwas anre­gen, muß beob­ach­ten, sonst hal­te ich[‘]s nicht aus. Man­che sit­zen da und star­ren immer­zu auf die Maschi­ne, ich glau­be[,] dann wür­de das weni­ge mei­nes Geis­tes noch voll­ends ver­trock­nen. Wei­ter­le­sen!

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