Trug und Schein: Ein Briefwechsel

Kindheit

03. Januar 1941

[410103–2‑1] Frei­tag, am 3. Janu­ar 1941. Gelieb­ter!! Herz­al­ler­liebs­ter!! Du mein lie­ber, liebs­ter [Roland]!! Du! Du!! Wie soll ich denn heu­te anfan­gen? Herz­lieb!! Zwei lie­be Boten kamen heu­te früh zu mir, von Dei­ner lie­ben Hand. Gelieb­ter!! Du machst mich ja so über­glück­lich!! Du darfst bei­na­he kei­nen so lie­ben Brief mehr schrei­ben, Du! Du rufst mei­ne Sehn­sucht […]

07. Oktober 1940

[401007–1‑1] Mon­tag den 7. Okto­ber 1940 Herz­al­ler­liebs­te! Mei­ne lie­be, lie­be [Hil­de], Du! Welch eigen­ar­ti­ge Situa­ti­on! Da weilst du nun in mei­nem Zuhau­se, in der Höh­le des Löwen sozu­sa­gen, und der Löwe— er bleibt aus. Ach Du! Er käme so ger­ne, es zieht ihn zurück — aber er ist sel­ber gefan­gen. Nun muß ich Dich anderwo [sic] […]

13. Januar 1939

[390113–1‑1] L. am 13. Janu­ar 1939. Mei­ne lie­be [Hil­de]! Am Sonn­tag­abend zwi­schen 7 u. 8 bin ich am Bahn­hof U. wie­der hin­auf­ge­stie­gen in mei­ne Welt und mei­ne Wirk­lich­keit. So kann man sagen; denn die Feri­en­zeit, zu Weih­nach­ten zumal, ist mit ihrer Ruhe und Sorg­lo­sig­keit wie eine ande­re Welt, ein Traum­land. Es fiel mir vor Jah­ren […]

14. August 1938

[380814–2‑1] O., am 14. August 1938. Lie­ber Herr [Nord­hoff]! Heu­te früh erhielt ich Ihren Brief. Die Nach­richt vom Heim­gan­ge Ihrer lie­ben Groß­mutter hat mich erschüt­tert. Wie uner­forsch­lich sind doch Got­tes Wege. Sie haben alle die furcht­ba­ren Stun­den mit­er­lebt, macht­los dem Schick­sal gegen­über. Und für einen emp­find­sa­men Men­schen wohl das Schlimms­te — Ein­sam­keit im Her­zen. Ich […]

09. August 1938

[380809–2‑1] 7.8.1938. O., am 9. August 1938. Lie­ber Herr [Nord­hoff]! Beglei­tet mit Ihren bes­ten Wün­schen für den Anfang, betrat ich am Mon­tag wie­der mein Arbeits­feld. Ich muß sagen[,] er ist mir leicht gefal­len, der Start für ein gan­zes, lan­ges Jahr. Ers­tens übt die neue Umge­bung ein ange­neh­mes Gefühl auf mich aus. Wir Mädels sind jetzt für […]

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