Trug und Schein: Ein Briefwechsel

Kinderwunsch

09. November 1942

Mon­tag, den 9. Nov. 1942

Her­zens­schät­ze­lein! Gelieb­te! Mein lie­bes, teu­res Weib!

Hu-hu-und huschl-huschl-huschl-Stie­fel­wet­ter ist heu­te – es reg­net immer noch – und das Was­ser läuft schlecht ab in den Stra­ßen – und kalt ist der Regen, kommt aus Osten – was wird er dort für einen Morast, eine Trostlosigkeit […]

08. November 1942

21.) Sonn­tag, am 8. Novem­ber 1942.

Her­zens­schät­ze­lein! Mein gelieb­tes, teu­res Herz! Mein [Roland]! Du!

Die Sonn­tags­nach­mit­tag­stil­le umfängt mich, es ist 3 Uhr vor­bei und ich kom­me nun zuerst zu Dir, mein liebs­tes Herz. Mutsch näht auf der Maschi­ne, sie bes­sert Wäsche aus und Vater schläft auf dem Sofa. Sag­te ich Dir schon, daß ich umge­räumt habe? Das Sofa steht jetzt […]

29. Oktober 1942

[421029–1‑1]

Mon­tag, Don­ners­tag, den 29. Okt. 1942

Gelieb­tes, teu­res Herz! Mei­ne lie­be, lie­be [Hil­de]!

Vor­bei der Dienst. Er ließ sich heu­te so flau an und brach­te auf die letz­te Stun­de noch einen gan­zen Schwung Arbeit. Bin auf dem Heim­weg noch ein Rin­gel durch den Park gegan­gen. Ein grau­er, rau­er Herbst­tag ist heu­te – das hab ich erst am Abend gemerkt. […]

06. Januar 1942

[420106–1‑1] [Salo­ni­ki,] Diens­tag, den 6. Janu­ar 1942 Herz­lieb! Du! Mei­ne lie­be [Hil­de]! Mein Weib! Heu­te will ich mich doch mit Dei­nen lie­ben Boten von ges­tern befas­sen. Es sind die vom Sonn­abend, Sonn­tag und Mon­tag. Wenn ich nun, ver­wan­delt, mei­nem Schät­ze­lein begeg­net wäre, als es so ent­täuscht und rich­tig trau­rig von der Post ging zur Kir­che, da hät­te ich […]

29. Dezember 1941

[411229–1‑1] [Salo­ni­ki] Mon­tag, den 29. Dez. 1941 Mein lie­bes, teu­res Weib! Herz­al­ler­liebs­te, Hol­de mein! Her­ze­lein! Her­zens­schät­ze­lein! Nun leuch­tet mir aus Dei­nen Augen das Glück – das Glück uns[e]rer Lie­be! Du bist glück­lich in mei­ner Lie­be! Oh hol­der Wider­schein! Oh beru­hi­gen­der Wider­klang! Gelieb­te! Ich füh­le ganz bese­ligt, wie tief uns[e]re Her­zen inein­an­der­ru­hen. Oh Gelieb­te! Ich füh­le, wie Du […]

Nach oben scrollen