06. Januar 1942

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[Salo­ni­ki,] Diens­tag, den 6. Janu­ar 1942

Herz­lieb! Du! Mei­ne lie­be [Hil­de]! Mein Weib!

Heu­te will ich mich doch mit Dei­nen lie­ben Boten von ges­tern befas­sen. Es sind die vom Sonn­abend, Sonn­tag und Mon­tag. Wenn ich nun, ver­wan­delt, mei­nem Schät­ze­lein begeg­net wäre, als es so ent­täuscht und rich­tig trau­rig von der Post ging zur Kir­che, da hät­te ich doch den­ken kön­nen, es grollt  mir, es schmollt mit sei­nem Liebs­ten, es ist ihm böse. Wei­ter­le­sen!

29. Dezember 1941

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[Salo­ni­ki] Mon­tag, den 29. Dez. 1941

Mein lie­bes, teu­res Weib! Herz­al­ler­liebs­te, Hol­de mein!

Her­ze­lein! Her­zens­schät­ze­lein! Nun leuch­tet mir aus Dei­nen Augen das Glück – das Glück uns[e]rer Lie­be! Du bist glück­lich in mei­ner Lie­be! Oh hol­der Wider­schein! Oh beru­hi­gen­der Wider­klang! Gelieb­te! Ich füh­le ganz bese­ligt, wie tief uns[e]re Her­zen inein­an­der­ru­hen. Oh Gelieb­te! Ich füh­le, wie Du mich an Dein Herz ziehst, ganz lieb, und nah, und fest – Dein Liebs­ter, Dein Her­zens­schatz! – Wei­ter­le­sen!

25. November 1941

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Diens­tag, den 25.Nov.1941

Her­zens­schät­ze­lein! Gelieb­tes, teu­res Weib! Mei­ne Hil­de!

Heu­te ist mein Bote kei­ne Ant­wort, denn der Dei­ne blieb heu­te aus – es war aber auch zu schnell die letz­ten Tage. Aber eine Ant­wort ist er doch immer, Du! Ein Echo, ein Wider­glanz, ein Wider­schein Herz­lieb! Wider­schein Dei­nes und mei­nes Glü­ckes, unse­res Glü­ckes. Wei­ter­le­sen!

06. November 1941

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Don­ners­tag, am 6. Novem­ber 1941.

Her­zens­schät­ze­lein! Gelieb­ter!! Mein lie­ber, liebs­ter [Roland]!

Noch immer ist es grau und trü­be drau­ßen, es ist gera­de, als bro­del­te die Luft wie im Koch­topf. Schreck­lich, zum Ersti­cken für mich, wenn ich hin­aus­ge­he. Dazu reg­net es ganz fein und gefriert sofort. Wenn es doch bald bes­ser wür­de mit dem Wet­ter! So zei­tig schon Win­ter, das ist nicht gut. Die vie­len Bau­ern, die ihre Kar­tof­feln noch in der Erde haben! Aber wir Men­schen kön­nen nichts dazu­tun – wir müs­sen ganz gedul­dig war­ten, bis es wie­der bes­ser wird. Wei­ter­le­sen!

4. November 1941

T&Savatar[411104–1-2]

[Salo­ni­ki] Diens­tag, den 4. Novem­ber 41

Her­ze­lein Du! Mein lie­bes teu­res Weib!

Ein klein wenig mehr Geduld hät­te das Man­ner­li nur haben dür­fen: heu­te kam doch der lie­be, lie­be Bote vom Mon­tag, den ich ver­miß­te. Er war beklebt hin­ten­drauf mit so put­zi­gen For­men, daß ich erst arg­wöhn­te, er sei geöff­net wor­den. Aber, die For­men ablö­send, erkann­te ich doch Dein bekann­tes, brau­nes Kle­be­pa­pier. Wei­ter­le­sen!