12. Mai 1942

Hoffmann von Fallersleben
Hoff­mann von Fal­lers­le­ben, Por­trait und Unter­schrift, vor 1874. Quel­le: Post­kar­te um 1910/20. Ver­lag Albert Frisch, Ber­lin. Lizenz­frei über Wiki­me­dia Com­mons 09.2018.
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Diens­tag, den 12. Mai 42

Mei­ne Lie­be, liebs­te [Hil­de]! Gold­her­ze­lein, Gelieb­te mein!

Abend ist es wie­der über Wald und Feld säu­selt Frie­den nie­der, und es ruht die Welt.“ [Volks­lied] [Du] Kennst doch auch das inni­ge Lied­lein. [Es] Stammt noch aus einer Zeit, da die Welt des nachts wirk­lich ruh­te, nicht nur in den ent­le­ge­nen Nes­tern wie heu­te. Da die Men­schen wohl auch schon ihre Müh­sal hat­ten, aber doch wenigs­tens einen Abend­frie­den ohne grel­le Lich­ter und Schein­wer­fer, ohne das Krei­schen von Rädern und Knir­schen von Brem­sen. Sol­len wir uns die­se Zei­ten zurück­wün­schen? Wei­ter­le­sen!

25. März 1942

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44.

Mitt­woch, am 25. März 1942.

Her­zens­schät­ze­lein! Mein herz­lie­ber [Roland]! Du!

Heu­te ist nun doch erst der Abend her­an­ge­kom­men, ehe ich mich zu Dir set­zen kann. Laß Dir erzäh­len.

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22. Marz 1942

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[O.] Sonn­tag, am 22. März 1942.

Mein Her­zens­schät­ze­lein! Lie­ber, liebs­ter [Roland] Du!

Sonn­tag­mor­gen ist, die lie­be Son­ne scheint – aber stür­misch ist’s drau­ßen. Da wird alle Näs­se vom Tau­wet­ter gut abtrock­nen. Ich bin allein heu­te, Her­ze­lein! Nur am Vor­mit­tag. Die Oma rief ges­tern an, ob die Eltern könn­ten mal [ein] paar Stun­den hel­fen kom­men. Heu­te fin­det doch über­all im Rei­che die Über­wei­sung der 14 jäh­ri­gen statt. Das ist sowas wie par­tein­amt­lich auf­ge­zo­ge­ne Kon­fir­ma­ti­on, mei­nes Erach­tens.

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03. Dezember 1941

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Mitt­woch, am 3. Dezem­ber 1941.

Her­zens­schät­ze­lein! Mein gelieb­tes, gutes Man­ner­li! Mein Herz­lieb!

Abends ist mei­ne Zeit gekom­men, da ich wie­der ganz bei Dir sein kann. Mitt­woch ist, Kin­der­s­char­tag. Heu­te hat­te ich ver­spro­chen, daß wir Kas­perlthea­ter spie­len. ¾ 3 [Uhr] klin­gelt es schon unten. „Frau [Nord­hoff]! wir sind da mit dem Thea­ter!“ Und so muß­te ich denn mit den Buben los­zie­hen nach der Pes­ta­loz­zi-Schu­le. Ein Thea­ter­stück hat­te ich nur erwischt: „Kas­perl und der Zahn­arzt“. Es war ganz nett. Die Rol­len wur­den ver­teilt, dann ging’s los. Wei­ter­le­sen!

18. November 1941

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Diens­tag, den 18. Nov[ember]. 1941

Her­ze­lein! Gelieb­te! Mein lie­bes, teu­res Weib!

Dein lie­ber Bote vom Diens­tag ist zu mir gekom­men heu­te! Er bringt mir gute Nach­richt! Gott­lob! Es geht Dir bes­ser. Und ich erfah­re, daß Du mir auch am Mon­tag geschrie­ben hast – der Bote ist nur noch nicht ange­kom­men hier. Wei­ter­le­sen!