30. Juni 1938

T&Savatar[380630–1‑1]

28.6.38

L. am 30. Juni 1938.

Lie­bes Fräu­lein [Lau­be]!

Zunächst bestä­ti­ge ich dan­kend den Emp­fang des Schrei­bens Ihrer Eltern. Ich wuß­te, es daß es für Sie einen schwe­ren Schritt bedeu­te­te, und es tut mir leid, daß Sie in Ängs­ten waren; aber es muß­te sein.— Ich schrei­be Ihnen heu­te, wie ich zur Eben­bür­tig­keit den­ke. Wei­ter­le­sen!

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5. Juni 1938

Chor beim Ausflug, vor dem Briefwechsel etwa 1937 oder 1938; Vollbild siehe: http://www.tonkuhle.de/news/21559-trug-und-schein-ein-briefwechsel.html
Chor beim Aus­flug, vor dem Brief­wech­sel etwa 1937 oder 1938; Voll­bild sie­he: http://www.tonkuhle.de/news/21559-trug-und-schein-ein-briefwechsel.html

[380605–2‑1]

3.6.38

O., am 5. Juni 1938.

Lie­ber Herr [Nord­hoff]!

Son­nen­hell und klar brach heu­te der Pfingst­mor­gen an, ein Wet­ter, wie es wohl schö­ner nicht zu wün­schen ist. Ich freue mich ja so für Sie; denn nun kann ja Ihre kur­ze Urlaubs­zeit erst die rech­te Erho­lung sein.

In der Kir­che hat mir[‘]s heu­te wun­der­schön gefal­len — der Altar­platz und die Kan­zel waren geschmückt mit jun­gem Grün und die Son­ne schien her­ein auf all die Men­schen, die gekom­men waren, Got­tes Wort zu hören. Das eigen­ar­tig Schö­ne aber war, daß ich Sie heu­te zum ers­ten Male in der Kir­che so ganz nahe bei mir fühl­te — und beson­ders dann, wenn Herr Kan­tor die Orgel spiel­te. Erst lei­se, ver­hal­ten — dann immer jubeln­der und jauch­zen­der, daß man glaubt, die Töne fin­den schier kei­nen Raum mehr. Dann sah ich in Gedan­ken Sie an sei­ner Stel­le sit­zen. Und ich muß Ihnen anver­trau­en, was ich schon so lan­ge wünsch­te: Ich möch­te ein­mal still zuhö­ren dür­fen, w[en]n Sie so von gan­zer See­le spie­len — ich lie­be Orgel­mu­sik sehr.  Wei­ter­le­sen!

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29. Mai 1938

T&Savatar[380529–1‑1]

31.5.38

L. am 29.5.38

2.6.38

Lie­bes Fräu­lein [Lau­be]!

Sie haben den Anstoß dazu gege­ben, daß ich mich mehr als sonst mit mir selbst beschäf­ti­ge. Auf mei­nen Spa­zier­gän­gen und Wan­de­run­gen sind Sie mein unsicht­ba­rer Beglei­ter und Zuhö­rer, der mich nötigt, Rechen­schaft abzu­le­gen, mich mit­zu­tei­len und ver­ständ­lich zu machen, sind Sie die geheim­nis­vol­le Per­son, die mich nötigt, mei­ne Sachen, mein Leben zu ord­nen. Wei­ter­le­sen!

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