9. Mai 1942

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86.

[O.] Sonnabend, am 9. Mai 1942.

Herzenss­chätzelein! Geliebter! Mein lieber, guter [Roland]!

Du! Heute sitze ich im Stübchen, weil die Mut­ter in der Küche plät­tet, da ist[‘]s mir zu eng, zu warm! Du! Die Sonne scheint zu den Fen­stern here­in, offen ste­hen sie; ein her­rlich­er Maien­tag ist heute, der erste in solch­er Pracht. Gle­ich wird es von uns[e]rer Uhr sieben schla­gen, Herzelein! Von uns[e]rer schö­nen Uhr! Du! Den Feier­abend kündigt diese Stunde an. Es gab für mich wieder aller­hand Arbeit heute. Sämtliche Fen­ster putzte ich, weil Mutsch neue Gar­di­enen auf­machen will. Über­all wurde gewis­cht, gebohn­ert. Wäsche habe ich auch schon wieder gewaschen; eine ganze Leine voll Strümpfe und Sock­en, 2 Blusen, 2 Röcke und Kleinkram. Es häuft sich halt viel an bei uns. Weit­er­lesen!

30. April 1942

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[Saloni­ki] Don­ner­stag, den 30. April 1942.

Herzenss­chätzelein! Geliebte! Meine liebe, lieb­ste [Hilde]!

Nun hausen wir schon einige Stun­den im neuen Bau. Und ein­mal hat das Man­ner­li nun drin geschlafen, drei Stun­den nur, ach nein, nicht ganz. Ich mußte doch noch sooo lieb Dein denken! Ach Herzelein! Ich hab[‘] Dich doch ganz lieb­haben müssen – Du! Du!!!!! Weil Du zu lieb zu mir gekom­men bist!!! Mit meinem neuen Arbeit­splatz bin ich zufrieden. Die Mor­gen- und Vor­mit­tagssonne kommt ins Zim­mer – sie ist auch an den heißen Tagen willkom­men. Nur der Tages­lärm dringt nun deut­lich­er her­auf in das Klap­pern der Schreib­mas­chine und das Kritzeln der Fed­er (das ist zusam­men mit dem Gek­lin­gel des Tele­fons der Schlacht­en­lärm der Schreib­stube). Der Spieß haust für sich in einem Zim­mer. Das hat den Vorteil, daß wir ungestörter arbeit­en kön­nen – den Nachteil, daß wir nicht mehr alles hören. Dein Man­ner­li ist nicht neugierig. Weit­er­lesen!

30. April 1942

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Don­ner­stag, am 30. April 1942

Herzenss­chätzelein! Geliebtes treues Herz! Mein lieb­ster [Roland]!

Nach­mit­tags um 3 Uhr ist es jet­zt. Ich bin nun fer­tig mit mein­er Arbeit im Hause; fer­tig für heute. Schon alles rei­negemacht habe ich, weil große Wäsche bevorste­ht; damit wir uns nicht so zu über­anstren­gen brauchen. Wir wer­den wohl Sonnabend Son­ntag waschen, – der 1. Mai wird dies­mal am 2. Mai gefeiert – da ist Mut­ter frei und Papa muß Küchenchef spie­len! Ich bin ja bloß ges­pan­nt, ob wir da etwas zu essen bekom­men, oder wird er so lang kosten, bis nichts mehr übrig ist! Weit­er­lesen!

07. Dezember 1941

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Am 2. Adventsson­ntag 1941.

Herzenss­chätzelein! Mein lieber, aller­lieb­ster [Roland]!

Heute schneit es wieder, kalt ist’s und ein Sturm hat sich aufgemacht. Aber gut tut einem die Luft. Sie ist so rein. Die Eltern wollen nach­her ein­mal nach M. laufen, hinzu wollen sie den Staub­sauger mit­brin­gen; denn nun geht doch das Großreinemachen los! Man hat’s so bis­sel leichter. Im Win­ter kann ich sowieso meine Bet­ten nicht so draußen herum aus­bre­it­en – aber der Staub muß trotz­dem her­aus. Und ich? was ich treibe? Weit­er­lesen!

04. Dezember 1941

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[Saloni­ki] Don­ner­stag, den 4. Dez[ember]. 1941

Herzelein! Geliebte! Mein liebes, teures Weib!

O Schätzelein! Ganz lieb bist Du heute wieder zu mir gekom­men! Hast mir soviel fFreude gebracht! Geliebte! Hast immer so lieb und treu mein gedacht – so treu! Herzelein! Von Dir kommt mir die höch­ste Freude! Du! Du! kannst mich am meis­ten und tief­sten froh und glück­lich machen – mit Dein­er Liebe! Oh Du! Ich füh­le Dich an mein­er Seite, ganz froh, und stolz, und glück­lich! Füh­le die Wärme und den Son­nen­schein dein­er Liebe – so belebend, kraft­spendend! Weit­er­lesen!