02. Juli 1941

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G. am Mitt­woch, 2. Juli 41.

Mein lie­bes, teu­res Herz! Du mein lie­ber, guter [Roland]!

Heu­te habe ich mich schon am Mor­gen hin­ge­setzt, Dein zu den­ken. Heu­te Nach­mit­tag kommt Besuch, Mari­an­ne mit Chris­ti­an aus Löbau. Da kom­me ich nicht dazu, mich zurück­zu­zie­hen. Seit wir in G. sind reg­net es nun, das ist so scha­de! Wir kön­nen uns gar­nichts wei­ter vor­neh­men, als [ein][ma]l einen kur­zen Gang durch die Fel­der, ein­mal sind wir nach der klei­nen Lan­des­kro­ne. Ges­tern gegen Abend spa­zier­ten wir alle nach K. zu und wur­den wie­der von einem Platz­re­gen über­rascht. Wei­ter­le­sen!

02. Juli 1941

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Mitt­woch, den 2. Juli 1941

Mein lie­bes, teu­res Herz! Gelieb­te, Herz­lieb mein!

So, nun schreibt der Hubo wie­der mit den Ande­ren an einem Tische. Jetzt ist er näm­lich ein paar Mal abends aus­ge­zo­gen neben­an in die Schreib­stu­be – weil er mit sei­nem Geburts­tags­kind ganz allein sein woll­te. Die Kame­ra­den haben mich auch geneckt des­we­gen, aber das rührt den Hubo nicht. Wenn es um Dich geht, da lass ich mich nicht irre machen. Wo wirst Du denn mei­ner gedacht haben? Ich will raten: Gleich im Lehn­stuhl drau­ßen hast [Du] den Boten auf Dei­nen Schoß genom­men und hast ihm alles erzählt, hast mit Dei­nem Man­ner­li gere­det! Du! Wei­ter­le­sen!

15. Juni 1941

[410615–1-1]

Sonn­tag, den 15. Juni 1941

Mei­ne [Hil­de]! Du!! Mein lie­bes teu­res Weib! Mein Herz­lieb!

Mit­tag­stun­de ist eigent­lich jetzt. Heiß ist es drau­ßen. Aber ich bin doch gar nicht müde – will lie­ber mit Dir plau­dern – ja, Du Lie­bes! Willst [Du] denn auch zuhö­ren – oder bist so müde? Ich weiß schon, wenn der Hubo da ist, da ist mein Herz­lieb so mun­ter – und hung­rig – satt und müde war es immer erst, wenn er fort fuhr – hab doch mein Wei­berl noch gar nicht so gese­hen – oder doch, ein­mal! Du!!!!! Wei­ter­le­sen!

14. Juni 1941

[410614–2-1]

Sonn­abend, am 14. Juni 1941.

Herz­al­ler­liebs­ter! Mein gelieb­tes, teu­res Herz! Du mein [Roland]!

Eben schlägt die Uhr 3 am Nach­mit­tag, uns[e]re schö­ne Uhr, Herz­lieb! Weißt [Du] denn eigent­lich noch, wie sie aus­sieht? Du! Es ist doch ein Pracht­stück, Liebs­ter! Und sie hält jetzt ganz schön Schritt, geht ganz rich­tig mit der Kir­chen­uhr. Du hast sie ja so fein ein­ge­stellt, als Du bei mir warst! – Wenn Du jetzt in uns[e]re Stu­be schau­en könn­test, dann wür­dest Du viel­leicht stau­nen! Herz­lieb! Ich habe näm­lich Män­ner­be­such!! Wei­ter­le­sen!

05. Juni 1941

[410605–2-1]

Don­ners­tag, am 5. Juni 1941.

Mein lie­bes, teu­res Herz! Du mein lie­ber, guter [Roland]!!

Du!! Jetzt habe ich mich ein­mal frei­ge­macht von mei­nem Quäl­geist, die Mutsch ist bei ihm! Es ist 7 Uhr durch, die Tan­te woll­te gegen Abend her­kom­men, um Bär­bel zu holen. Sie wer­den wohl erst mit dem 8 Uhr Bus in O. ankom­men nun. Ich fah­re nun nicht noch ein­mal mit nach M., das wird mir zu spät. Ent­we­der muß die Tan­te allein fah­ren, oder geht die Mutsch ein Stück mit. Wei­ter­le­sen!