Trug und Schein: Ein Briefwechsel

Kasernenleben

23. Dezember 1941

[411223–1‑1] Diens­tag,  den 23. Dez. 1941 Her­zens­schät­ze­lein! Herz­al­ler­liebs­te! Mein lie­bes, teu­res Weib! Nun ist doch schon der ers­te Tag in mei­nem neu­en Jahr. Strah­lend blau­er Him­mel, kal­te kla­re Luft, stahl­blau das Meer — nur die Berg­kup­pen sind schnee­be­deckt, sonst erin­nert nichts an Weih­nach­ten und Win­ter. Auch nicht in der Stadt. Ein paar Blu­men­lä­den hal­ten Tan­nen­bäu­me […]

04. Oktober 1941

[411004–2‑1] Sonn­abend, am 4. Okto­ber 1941. Her­zens­schät­ze­lein! Gelieb­ter! Mein liebs­ter [Roland], Du!!! Die Glo­cken läu­ten den Fei­er­tag ein – Reichs­ern­te­dank­fest – wie schön, noch­mal so schön wäre mein Fei­er­abend, wenn Du bei mir wärst! Gelieb­ter!! Es kann nicht sein – und so müs­sen wir nun wie­der, wie gut und tröst­lich ist es doch!, zum Papier […]

02. October 1941

[411002–1‑3] Don­ners­tag, den 2. Okto­ber 1941 Herz­lieb! Her­zens­schät­ze­lein! Zwei lie­be Boten sind gekom­men! Hab[‘] Dank! Hab[‘] viel­lie­ben Dank, Du!! Ich komm[‘] Dir nur einen ganz kur­zen Gruß jetzt sen­den – heu­te abend will ich Dir län­ger schrei­ben. Uns[e]re Bude ist ent­wanzt, und nun müs­sen wir fein schnell noch rei­ne und alles wohn­lich machen. Ein ganz […]

01. Oktober 1941

[411001–1‑1] [Thes­sa­lo­ni­ki] Mitt­woch, den 1. Okto­ber 1941 Herz­al­ler­liebs­te! Mei­ne lie­be, lie­be [Hil­de]! Ob man sich auch dage­gen sträubt, es kommt doch alles nun wie­der ins alte Gelei­se. Daß man ein­mal aus dem Gelei­se geris­sen wird, daß man nicht fest­fährt in einem Gelei­se, das ist wich­tig für das Leben, und das müs­sen wir uns auch für […]

30. September 1941

[410930–1‑1] [Thes­sa­lo­ni­ki] Mon­tag, den 29. Sept. 1941 Mein lie­bes, teu­res Herz! Gelieb­tes Weib! Ist es denn wirk­lich mög­lich, daß nun das Meer, das Ägäi­sche, wie­der her­auf­rauscht? Daß ich nun die­se Stadt wie­der­se­he, Salo­ni­ki? Ist es nur ein Traum? Oder sind es die ver­gan­ge­nen Tage? Ich weiß nicht. Traum­haft erscheint alles. Nur, wel­cher Traum der schö­ne­re […]

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