21. September 1940

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Sonn­abend den 21. Sep­tem­ber 1940

Herz­al­ler­liebs­te, Du mei­ne lie­be [Hil­de]!

Zug von Wehrmachtssoldaten im 2. Weltkrieg
Zug von Wehr­machts­sol­da­ten, um 1940, Autor W. Hans­ke, über Man-ucom­mons, lizen­ziert unter Wiki­me­dia Com­mons, 09.2015.
Ich habe mich bei­sei­te­ge­stoh­len, sit­ze drau­ßen und las­se mir die Son­ne auf den Buckel schei­nen. Ich will Dir jetzt eini­ges von den Kame­ra­den auf der Stu­be erzäh­len. Wir lie­gen also 19 Mann auf der Stu­be. Unser Johann ist am Mitt­woch zurück­ge­kehrt. So, nun will ich mal der Rei­he nach gehen, mal sehen wie weit ich kom­me. Der Rei­he nach, das ist der Grö­ße nach. Mit uns[e]rer Stu­be bil­den wir eine Grup­pe, drei Grup­pen bil­den einen Zug, 2 Züge eine Kom­pa­nie. Wei­ter­le­sen!

15. September 1940

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Aus­zug aus dem Brief

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Sonn­tag, den 15. Sep­tem­ber 1940

Herz­al­ler­liebs­te, mei­ne lie­be, lie­be [Hil­de], Du!

Sonn­tag­vor­mit­tag ist. Ich sit­ze drau­ßen in der Son­ne. Die Kame­ra­den hocken in der Stu­be, qual­men und ska­ten. Sie ‘genie­ßen’ — oder sie fröh­nen einer kin­disch anmu­ten­den Gewohn­heit. Ich gön­ne sie ihnen mit­samt der ver­brauch­ten Zim­mer­luft von Her­zen. Wei­ter­le­sen!

01. September 1940

Hilde, Polterabend, 07.1940
Hil­de, Pol­ter­abend, 07.1940

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Sonn­abend am 30. August [sic: wohl Sonn­abend 31. August]

Herz­al­ler­liebs­te, mei­ne lie­be, lie­be [Hil­de]!

Weißt [Du], die­se ver­lieb­te Anre­de kann ich nicht immer schrei­ben, wenn die ander[e]n rings­her­um ste­hen. Aber jetzt sit­ze ich am Tisch ganz allein und da darf ich sagen, wie mir um[‘]s Herz ist. Sonn­abend ist ‘See­manns­sonn­tag. Essens­zeit ist vor­bei. Sonn­abend ist nur Rei­ne­ma­chen, kein Dienst. Dienst hat­ten wir ja bis­lang noch gar nicht. Heu­te vor­mit­tag haben wir nur eben uns[e]re Stu­be sau­ber gemacht, [“]klar Schiff gemacht”, wie wir ‘Matro­sen’ sagen. Der Dienst soll am Mon­tag begin­nen. Wei­ter­le­sen!

27. August 1940

GGrenR1 Offz u Grenadier 1824
Post­kar­te, 1824. Über Wiki­me­dia Com­mons. 09.2015.
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S. am 27. August 1940

Herz­al­ler­liebs­te, mei­ne lie­be, lie­be [Hil­de]!

Die­se Anre­de aus der Braut­zeit, aus uns[e]rer Zeit des War­tens, soll nun noch län­ger Gel­tung behal­ten. Nun komm, Herz­lie­bes, und laß Dir berich­ten. Voll Span­nung fuhr ich nun nach Dres­den. Ich gab mein Gepäck auf. Mit mei­nem Früh­stück bin ich durch den gro­ßen Gar­ten gegan­gen, unse­ren Weg, weißt Du noch, zum letz­ten Male in Frei­heit. Zurück zum Haupt­bahn­hof. Eine Fleisch­brü­he habe ich noch genos­sen — dann trat ich den schwe­ren Gang an, 10 Minu­ten vor 12. Ich fand dort schon alles ver­sam­melt und ein­ge­teilt, frag­te mich durch und stand dann und fand mich ver­las­sen mit­ten unter einer Grup­pe von Kraft­fah­rern. Wei­ter­le­sen!