10. November 1940

[401110–2‑1]

Sonn­tag, am 10. Novem­ber 1940.

Herz­al­ler­liebs­ter!! Mein lie­ber, lie­ber [Roland]!! Gelieb­ter!!

Nun geht der Sonn­tag bald zur Nei­ge. Ich hat­te mich so gefreut auf ihn, hat­te mir soviel vor­ge­nom­men, woll­te vor­ar­bei­ten für die Zeit mei­ner Abwe­sen­heit! Habe ja noch so eine Men­ge zu tun an mei­ner Weih­nachts­hand­ar­beit für mei­ne Eltern. 3 Strei­fen gehö­ren zur Schlaf­de­cke, einer ist fer­tig, einer halb und den drit­ten will ich anfan­gen und bei Dir fer­tig häkeln!! Wei­ter­le­sen!

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13. Oktober 1940

Bundesarchiv Bild 101I-058-1760-26A, Frankreich, deutsche Besatzung.jpg
Alko­hol trin­ken als Maß­stab für Geschlech­ter­rol­len? Hier ein Wehr­macht­sol­dat mit einer Fran­zö­sin, 08.1940, Foto Har­ren, DBa, Bild 101I-058‑1760-26A / Har­ren / CC-BY-SA 3.0., lizen­ziert unter CC BY-SA 3.0 de über Wiki­me­dia Com­mons, 10.2015.

[401013–1‑2]

Sonn­tag den 13. Okto­ber 1940

Herz­al­ler­liebs­te! Mei­ne lie­be, lie­be [Hil­de], Du!

Ruhe­tag ist nun Heu­te. Ein Teil uns[e]rer Beleg­schaft ist wie­der aus­ge­flo­gen, die meis­ten nach Kiel. Nun wird es erst gemüt­lich in der Bude. Viel Platz ist an der lan­gen Tafel. Stil­le ist. Jeder ist mit sich beschäf­tigt. Im Ofen brum­melt das Feu­er. Der Him­mel ist ver­han­gen, ein wenig fri­scher ist es als Ges­tern. Mit­tag ist vor­bei. Eben war ich drü­ben zum Post­emp­fang. Ich war so voll Erwar­tung. Dein Bote kommt so unre­gel­mä­ßig jetzt, Herz­lie­bes! Ges­tern kam er nicht. Viel­leicht kommt er heu­te abend. Ich könn­te mich ein wenig nie­der­le­gen, aber ich bin nicht müde heu­te, habe nach der anstren­gen­den Stadt­rei­se gut geschla­fen. Und nun weiß ich nichts Bes­se­res, als mit Dir zu plau­schen, Hol­de! Ich habe Schreib­schul­den nach ver­schie­de­nen Sei­ten, ich mag nur mit Dir plau­dern, Du! Ein wenig klingt das Stadt­er­leb­nis noch in mir nach. Men­schen in Zivil, so viel bei­sam­men! Noch nicht lan­ge, gehör­te ich zu ihnen, zu den glück­li­chen. Und ich so fremd und ver­las­sen unter ihnen. Du, die Sehn­sucht nach Dir, Gelieb­te, ist nun so mäch­tig in mir! Gelieb­te! Hol­de! Mei­ne lie­be [Hil­de]! Wenn nur erst Dein lie­ber Bote wie­der kommt! Ach Du! Jetzt stre­cke ich mich doch erst ein Stünd­chen auf mein Lager. Dein Bild will ich betrach­ten, in Dei­nen Brie­fen will ich lesen und dann will ich hier hin­über träu­men zu Dir, Gelieb­te, an Dein Herz, in Dei­ne Hol­de, bese­li­gen­de Nähe! Du! Du! – Wei­ter­le­sen!

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