Trug und Schein: Ein Briefwechsel

Kameradschaft

15. Juni 1942

[420615–1‑1] Mon­tag, den 15. Juni 1942 Gelieb­tes, teu­res Herz! Mei­ne lie­be, liebs­te [Hil­de]! Gelieb­te Mein! Ach Her­ze­lein! End­lich ist der Bote da, der mir davon sagt, daß Du nun um mein künf­ti­ges Schick­sal gewis­ser bist, daß Du die ers­te böse Ent­täu­schung über­wun­den hast. Oh Her­ze­lein! Froh bin ich, daß nicht noch ein Bote kam, der […]

15. Mai 1942

[420515–1‑1] [Salo­ni­ki] Frei­tag, den 15. Mai 1942 Her­zens­schät­ze­lein! Gelieb­te! Mei­ne lie­be liebs­te [Hil­de]! „Wie regt sich die Lust da zu sin­gen – – “, ja Her­ze­lein! Sin­gen möch­te ich wie­der ein­mal, ach Du! wie­der ein­mal musi­zie­ren – für gar kei­nen beson­de­ren Zweck als nur eben aus Lust dar­an und nur für Dich, Gelieb­te! Kein Lied […]

22. Februar 1942

[420222–2‑1] 16. Sonn­tag­abend, 20 15 Uhr. Her­zens­schät­ze­lein! Mein gelieb­ter [Roland]! Um die­sel­be Zeit – heu­te vor 14 Tagen, Du! Da ging ich mit Dir die letz­ten Minu­ten Arm in Arm auf dem Bahn­steig auf und ab. Her­ze­lein! Denkst Du noch dar­an? Oh Du!!! Ich habe so bit­ter­lich geweint als ich heim­fuhr. Ach Du! Ich muß­te […]

05. Dezember 1941

[411205–2‑1] Frei­tag, am 5. Dezem­ber 1941. Herz­al­ler­liebs­ter! Mein Her­zens­schät­ze­lein! Gelieb­tes, teu­res Herz! Heu­te ist aber ein trü­ber Tag! Man könn­te doch von 3 Uhr an, jetzt, schon Licht bren­nen. So recht ein Tag zum Daheim­blei­ben und – Du!! zum Lieb­ha­ben; ich möch­te sooo ger­ne wie­der ein­mal mit Dir zusam­men solch trü­ben Tag erle­ben, wo es […]

03. Dezember 1941

[411203–2‑1] Mitt­woch, am 3. Dezem­ber 1941. Her­zens­schät­ze­lein! Mein gelieb­tes, gutes Man­ner­li! Mein Herz­lieb! Abends ist mei­ne Zeit gekom­men, da ich wie­der ganz bei Dir sein kann. Mitt­woch ist, Kin­der­s­char­tag. Heu­te hat­te ich ver­spro­chen, daß wir Kas­perlthea­ter spie­len. ¾ 3 [Uhr] klin­gelt es schon unten. „Frau [Nord­hoff]! wir sind da mit dem Thea­ter!“ Und so muß­te […]

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