Trug und Schein: Ein Briefwechsel

Jahreszeit

9. November 1941

[411109–1‑1] [Thes­sa­lo­ni­ki] Sonn­tag, den 9. Nov. 1941 Mein lie­bes, teu­res Herz! Mein lie­bes, lie­bes Her­ze­lein! Ein­ge­trie­ben sind wir wie­der. Von uns[e]rer Wan­de­rung zum Kapel­len­berg. Du weißt schon, wel­chen ich mei­ne. Es ist eines uns[e]rer liebs­ten Wan­der­zie­le gewor­den. Und heu­te haben wir es auf einem ganz neu­en Wege ange­steu­ert (wir sind doch See­leu­te!), der hat uns […]

16. Oktober 1941

[411016–2‑1] Don­ners­tag, am 16. Okto­ber 1941. Gelieb­tes Her­ze­lein, Du!! Mein [Roland]! Mein Lieb!! Du!!! Nun klingt mein Tag aus, ganz anders als sonst — ich bin müde, aber nicht zu müde, um Dir noch zu sagen, wie so lieb ich Dich hab’! Schät­ze­lein gelieb­tes! Zwei Kin­der machen müde; weißt, weil sie gera­de jetzt im Fra­ge­al­ter […]

11. Oktober 1941

[411011–1‑1] Sonn­abend, den 11. Okto­ber 1941 Her­zens­schät­ze­lein! Gelieb­te! Du mei­ne lie­be [Hil­de]! In der Schreib­stu­be sit­ze ich jetzt. Es ist am Nach­mit­tag kurz nach 4 Uhr. Ein Pracht­tag ist es drau­ßen. Bis in die Zim­mer dringt die Wär­me und den Rock, den ich jetzt über die Blu­se immer zie­he, muß­te ich able­gen. Der Spieß hält […]

30. September 1941

[410930–1‑1] [Thes­sa­lo­ni­ki] Mon­tag, den 29. Sept. 1941 Mein lie­bes, teu­res Herz! Gelieb­tes Weib! Ist es denn wirk­lich mög­lich, daß nun das Meer, das Ägäi­sche, wie­der her­auf­rauscht? Daß ich nun die­se Stadt wie­der­se­he, Salo­ni­ki? Ist es nur ein Traum? Oder sind es die ver­gan­ge­nen Tage? Ich weiß nicht. Traum­haft erscheint alles. Nur, wel­cher Traum der schö­ne­re […]

29. September 1941

[410929–2‑1] Mon­tag, am 29. Sep­tem­ber 1941. Herz­al­ler­liebs­ter mein! Du!! Mein lie­ber, liebs­ter [Roland]! Heu­te beginnt die ers­te Woche ohne Dich, Du!! Mon­tag ist. Und über­mor­gen fängt schon der neue Monat an, Okto­ber. Die Zeit läuft unauf­halt­sam wei­ter – sie läßt sich nicht auf­hal­ten. Und das ist auch gut so, Du!!! Plea­se fol­low and like us:

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