03. Dezember 1941

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Mitt­woch, am 3. Dezem­ber 1941.

Her­zens­schät­ze­lein! Mein gelieb­tes, gutes Man­ner­li! Mein Herz­lieb!

Abends ist mei­ne Zeit gekom­men, da ich wie­der ganz bei Dir sein kann. Mitt­woch ist, Kin­der­s­char­tag. Heu­te hat­te ich ver­spro­chen, daß wir Kas­perlthea­ter spie­len. ¾ 3 [Uhr] klin­gelt es schon unten. „Frau [Nord­hoff]! wir sind da mit dem Thea­ter!“ Und so muß­te ich denn mit den Buben los­zie­hen nach der Pes­ta­loz­zi-Schu­le. Ein Thea­ter­stück hat­te ich nur erwischt: „Kas­perl und der Zahn­arzt“. Es war ganz nett. Die Rol­len wur­den ver­teilt, dann ging’s los. Wei­ter­le­sen!

03. November 1941

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Mon­tag, am 3. Novem­ber 1941.

Mein gelieb­tes, teu­res Herz! Du!!! Her­zens­schät­ze­lein!!

Du! Ich füh­le mich heu­te so rich­tig schul­dig! Ges­tern habe ich nicht an Dich geschrie­ben, Herz­lieb. Wirst Du mir böse sein? Ach nein – Liebs­ter Du!! Bit­te!! Sieh, jetzt ist es 10 Uhr am Vor­mit­tag, eben ist der Vater heim, der die lie­be Mut­ter an den Zug brach­te. Mich hat sie nicht mit­ge­nom­men, weil ich so erkäl­tet bin und weil ich heu­te mit­tag mit mei­ner Mut­ter nach Chem­nitz zum Arzt fah­ren soll. Wei­ter­le­sen!

04. Oktober 1941

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Sonn­abend, am 4. Okto­ber 1941.

Her­zens­schät­ze­lein! Gelieb­ter! Mein liebs­ter [Roland], Du!!!

Die Glo­cken läu­ten den Fei­er­tag ein – Reichs­ern­te­dank­fest – wie schön, noch­mal so schön wäre mein Fei­er­abend, wenn Du bei mir wärst! Gelieb­ter!!

Es kann nicht sein – und so müs­sen wir nun wie­der, wie gut und tröst­lich ist es doch!, zum Papier grei­fen, um wenigs­tens uns[e]re Gedan­ken auf­zu­schrei­ben, sie dem liebs­ten Men­schen zu schi­cken, das [sic] er uns nahe ist und mit­er­lebt und -emp­fin­det. Das macht auch das Her­ze leicht, den Blick hell und erfüllt die See­le mit Freu­de; nichts tue ich doch lie­ber, als Dir mich mit­tei­len, als Dir schrei­ben! Wei­ter­le­sen!

07. April 1941

T&Savatarsm[410407–1-1]

Sonn­tag, den 7. April 1941

Mein lie­bes, teu­res Herz! Mei­ne lie­be, liebs­te [Hil­de]!

2 lie­be Boten sind wie­der zu mir gekom­men. Sie brach­ten mir so viel Lie­be, so viel inne­re Freu­de! Herz­lieb! Ich dan­ke Dir von gan­zem Her­zen. Und nun bin ich bei­na­he froh, daß all die Nach­rich­ten mich erst viel spä­ter errei­chen, sodaß ich nun hof­fen darf, die Zeit des bösen War­tens ist über­wun­den, mei­ne Boten kom­men zu Dir, Und [sic] mein Herz­lieb fin­det sei­nen Schlaf wie­der und sei­ne hel­len Augen. Wei­ter­le­sen!

05. April 1941

T&Savatar[410405–2-1]

Sonn­abend, am 5. April 1941.

Mein gelieb­tes Herz! Du mein lie­ber, liebs­ter [Roland]!

Punkt 3 Uhr ist es, da ich mei­ne Zei­len an Dich begin­ne. ½ 400 [Uhr] kommt Vater in Ch. an und mit dem nächst­bes­ten Anschluß fährt er her­aus bis zu uns. Wir wol­len ihn nach­her abho­len, Mutsch und ich. Vater ist bis 600 [Uhr] im Dienst. Wei­ter­le­sen!