Trug und Schein: Ein Briefwechsel

Heirat

20. Dezember 1939

391220–1‑1 S. am 17. Dezem­ber 1939. Herz­al­ler­liebs­te, mei­ne lie­be, lie­be [Hil­de]! Zum ers­ten Male ver­leb­te ich einen Sonn­tag hier in S.. Ges­tern abend über­fiel mich ganz plötz­lich eine Müdig­keit. Bin­nen weni­gen Minu­ten muß ich fest ein­ge­schla­fen sein, ich habe es gar nicht gemerkt. ¼ 4 Uhr mor­gens erwach­te ich, aus selt­sa­men Träu­men. Plea­se fol­low and like […]

11. November 1939

[391111–2‑1] O., am 9. Novem­ber 1939. Herz­al­ler­liebs­ter, mein lie­ber, lie­ber [Roland]! Für Dei­nen lie­ben Brief mei­nen herz­lichs­ten Dank. Ich wuß­te, daß Du mir heu­te schrei­ben wirst. Es ist etwas so Eigen­ar­ti­ges um die Gedan­ken und um die Sehn­sucht. Bei­de gehen so unend­lich weit, wie unsicht­ba­re Fäden ver­bin­den sie uns. Sie drin­gen durch den letz­ten Wider­stand […]

06. November 1939

[391106–1‑1] S. am 6. Novem­ber 1939. Herz­al­ler­liebs­te, mei­ne lie­be, lie­be [Hil­de]! Es freut mich, daß Dich mein Zwei­fel nicht irre gemacht hat, und daß Du mir nicht grollst des­halb. Ach Liebs­te, es war nur ein ganz lei­ser Zwei­fel, und unter den Gedan­ken, die mich heu­te abend bewe­gen, bricht er ganz zusam­men. Liebs­te, wenn ich alles […]

05. November 1939

[391105–2‑1] O., am 5. Novem­ber 1939. Herz­al­ler­liebs­ter, mein lie­ber, lie­ber [Roland]! Wie­der geht ein Sonn­tag sei­nem Ende zu; er war wie so vie­le Tage in die­sem Monat sind, reg­ne­risch und kalt. Ich bin heu­te noch nicht ein­mal bis vor die Tür gekom­men, schon wenn ich durch’s Fens­ter schaue, über­kommt mich ein Frös­teln und weil mir […]

25. Oktober 1939

[391025–1‑1] S. am 25. Okto­ber 1939. Herz­lie­bes! Ein gan­zes Him­mel­reich von Plä­nen spie­gelst Du mir vor, das nun auch schon in 72 Stun­den anbre­chen soll. Du! Du Gute! Und Du Schalk! Die­se Plä­ne eröff­nest Du mir in dem­selb­sen Brie­fe, in dem Du mir gedeih­li­che Arbeit wünschst. Vor­bei ist’s mit aller Andacht zur Arbeit. Schon zäh­le […]

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