Trug und Schein: Ein Briefwechsel

Heirat

15. September 1940

[400915–2‑1] 1. [sie­he Bild] Sonn­tag, am 15. Sep­tem­ber 1940. Herz­al­ler­liebs­ter! Du mein lie­ber, lie­ber [Roland]! Heu­te, an die­sem trau­ri­gen Regen­sonn­tag kam Dein lie­ber Brief recht wie ein Son­nen­strahl zu mir, Liebs­ter! Sei recht sehr bedankt dafür. Sag, — das liegt mir eben ganz oben­auf — habe ich denn mit gar kei­nem Wort erwähnt, daß ich […]

25. Mai 1940

[400525–1‑1] S. am 23. Mai 1940. Herz­al­ler­liebs­te, mei­ne lie­be [Hil­de], Du! So lan­ge brauch­te ich nicht nach der Feder zu grei­fen! Still ist es wie­der gewor­den in mei­nem Hau­se [sic], nach fro­her Gesel­lig­keit nun dop­pelt und selt­sam still. Ich spü­re früh­mor­gens nicht mehr den Atem hin­ter mei­ner Tür, brau­che nicht mehr rück­sichts­voll lei­se zu tre­ten. […]

14. April 1940

[400414–1‑1] S. am 13. April 1940. Herz­al­ler­liebs­te Du! Mei­ne Lie­be, Lie­be [Hil­de]! Hun­dert Brie­fe habe ich nun von Dir! Ich dach­te, daß er heu­te käme, Dein viel­lie­ber Bote. Ich zit­te­re nicht mehr um ihn, Du! Ich kann mit Gewiß­heit auf ihn zäh­len. Ich bin trau­rig wenn er sich wider Erwar­ten ver­zö­gert, ich wäre tief unglück­lich, […]

13. März 1940

[400313–1‑1] S. am 12. März 1940. Herz­al­ler­liebs­te, mei­ne lie­be, lie­be [Hil­de]! Heu­te hat der Früh­ling wirk­lich zum ers­ten Male um die Ecke geschaut. Die Erde ist ein ein­zi­ges Rinn­sal, sie bricht auf, sie tut sich auf der bele­ben­den Son­ne. Wie­der geht ein Dienst­jahr zu Ende. Bald jährt sich der Tag zum zwei­ten Male, da wir […]

7. Januar 1940

[400107–2‑1] O., am 7. Janu­ar 1940 Herz­al­ler­liebs­ter, mein lie­ber, lie­ber [Roland]! Jetzt ist es nun gera­de wie­der so, wie vor acht Tagen. Alle Spu­ren vom Mit­tags­tisch zu drei­en sind besei­tigt, das ist wohl ein alt­ein­ge­ses­se­nes Übel, bei uns wird’s nie vor 1 Uhr Essens­zeit Sonn­tags; weil wir noch so schö­nes, war­mes Was­ser hat­ten, habe ich gleich noch […]

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