30. April 1942

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[Saloni­ki] Don­ner­stag, den 30. April 1942.

Herzenss­chätzelein! Geliebte! Meine liebe, lieb­ste [Hilde]!

Nun hausen wir schon einige Stun­den im neuen Bau. Und ein­mal hat das Man­ner­li nun drin geschlafen, drei Stun­den nur, ach nein, nicht ganz. Ich mußte doch noch sooo lieb Dein denken! Ach Herzelein! Ich hab[‘] Dich doch ganz lieb­haben müssen – Du! Du!!!!! Weil Du zu lieb zu mir gekom­men bist!!! Mit meinem neuen Arbeit­splatz bin ich zufrieden. Die Mor­gen- und Vor­mit­tagssonne kommt ins Zim­mer – sie ist auch an den heißen Tagen willkom­men. Nur der Tages­lärm dringt nun deut­lich­er her­auf in das Klap­pern der Schreib­mas­chine und das Kritzeln der Fed­er (das ist zusam­men mit dem Gek­lin­gel des Tele­fons der Schlacht­en­lärm der Schreib­stube). Der Spieß haust für sich in einem Zim­mer. Das hat den Vorteil, daß wir ungestörter arbeit­en kön­nen – den Nachteil, daß wir nicht mehr alles hören. Dein Man­ner­li ist nicht neugierig. Weit­er­lesen!

17. März 1942

Auszug aus dem Brief mit Num­merierung

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39.

Dien­stag, am 17. März 1942.

Herzenss­chätzelein! Du mein aller­lieb­ster [Roland]!

Son­nen­schein ist heute bei uns! Und blauer Him­mel! Und die Vögel zwitsch­ern! Ach Du! Ich glaube, nun wird bald Früh­ling, Herzelein. Du hast ihn uns gebracht mit Deinem lieben Blu­men­gruß! Denn seit­dem begann es schön zu wer­den, Du! Ich freue mich ja soo! Weit­er­lesen!

9. November 1941

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[Thes­sa­loni­ki] Son­ntag, den 9. Nov. 1941

Mein liebes, teures Herz! Mein liebes, liebes Herzelein!

Eingetrieben sind wir wieder. Von uns[e]rer Wan­derung zum Kapel­len­berg. Du weißt schon, welchen ich meine. Es ist eines uns[e]rer lieb­sten Wan­derziele gewor­den. Und heute haben wir es auf einem ganz neuen Wege anges­teuert (wir sind doch Seeleute!), der hat uns über­aus gut gefall­en. Es war aber auch ein Tag, der wieder recht alles im schön­sten Lichte zeigte. So warm, daß wir – gegen 2 Uhr macht­en wir uns auf den Weg – schwitzten. In der Sonne waren min­destens 20 Grad. Diese Herb­st­tage hier sind zu köstlich! Weit­er­lesen!

21. Oktober 1941

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Dien­stag, am 21. Okto­ber [19]41.

Geliebter! Mein Herzenss­chätzelein! Du!!!

Mein [Roland]! Mein Son­nen­schein! Heute bist Du wieder zu mir gekom­men! Oh Du!!! 2 Tage hat­te die Post aus­ge­set­zt, wie auch bei Dir, ach – es dauerte doch schon zu lange! Du!!! Und dabei müssen wir ja sooo zufrieden und dankbar sein, daß wir einan­der über­haupt soo oft und in Ruhe schreiben dür­fen! Und müssen zufrieden sein, daß die Post schon so schnell und zuver­läs­sig all uns[e]re Boten befördert! Ach ja – ich weiß es schon recht zu schätzen! Aber wir zwei haben einan­der schon so sehr ver­wöh­nt mit der vie­len Post! Jawohl!! Daß wir es gle­ich ver­mis­sen, wenn mal ein, zwei Tage nichts ankommt! Weit­er­lesen!

11. Oktober 1941

T&Savatar[411011–1-1]

Sonnabend, den 11. Okto­ber 1941

Herzenss­chätzelein! Geliebte! Du meine liebe [Hilde]!

In der Schreib­stube sitze ich jet­zt. Es ist am Nach­mit­tag kurz nach 4 Uhr. Ein Pracht­tag ist es draußen. Bis in die Zim­mer dringt die Wärme und den Rock, den ich jet­zt über die Bluse immer ziehe, mußte ich able­gen. Der Spieß hält freien Nach­mit­tag. Zum ersten Male, seit ich hier bin, haben wir die Arbeit einge­holt. Und so haben wir in der Schreib­stube auch frei tanzen. Die jun­gen [sic] haben sich schon vertrubelt [sic]. Ich sitze schon eine ganze Weile allein. Das ryth­mis­che [sic] Rauschen des Meeres ist wie ein Schlum­mer­lied. Ganz schw­er wur­den mir die Augen­deck­el, und so habe ich sie auch ruhig ein Vier­tel­stünd­chen fall­en lassen. Aber nun will ich Dein denken, gle­ich ein bis­sel auf Vor­rat. Weit­er­lesen!