Trug und Schein: Ein Briefwechsel

Haushalt

9. Mai 1942

[420509–2‑1] 86. [O.] Sonn­abend, am 9. Mai 1942. Her­zens­schät­ze­lein! Gelieb­ter! Mein lie­ber, guter [Roland]! Du! Heu­te sit­ze ich im Stüb­chen, weil die Mut­ter in der Küche plät­tet, da ist[‘]s mir zu eng, zu warm! Du! Die Son­ne scheint zu den Fens­tern her­ein, offen ste­hen sie; ein herr­li­cher Mai­en­tag ist heu­te, der ers­te in sol­cher Pracht. […]

26. Oktober 1941

[411026–2‑1] Sonn­tag, am 26. Okto­ber 1941. Her­zens­schät­ze­lein! Mein gelieb­tes, teu­res Herz! Mein liebs­ter [Roland]. Und wie­der neigt sich ein Tag sei­nem Ende zu. Ein Sonn­tag. Wie­vie­le Sonn­ta­ge sind es noch bis Weih­nach­ten? Noch 8! Das ist wenig, ja Du? Aber wenn man sie alle muß vor­über­zie­hen las­sen, dann merkt man, wie lang doch 8 Wochen […]

20. Oktober 1941

[411020–2‑1] Mon­tag, am 20. Okt.[ober] 1941. Her­zens­schät­ze­lein! Du mein liebs­ter [Roland]! Wirst Dich wohl wun­dern über mein son­der­ba­res For­mat des Brief­pa­pie­res! Das ist auch wie­der mal ein Not­be­helf, Zei­chen des Krie­ges! Ich bekam erst gark­eins und dann noch die­ses hier. Na, bes­ser als keins! Ich kann Dir hier wenigs­tens noch immer alles schrei­ben, Du! Jetzt […]

18. Oktober 1941

[411018–2‑1] Sonn­abend, am 18. Okto­ber 1941. Her­zens­schät­ze­lein! Mein gelieb­ter, guter [Roland]! Es ist jetzt bald 5 Uhr nach­mit­tags, gleich will ich mich erst mal zu Dir set­zen und ein wenig mit Dir plau­dern. Wir haben noch nicht geba­det und jetzt bäckt gera­de ein Kar­tof­fel­napf­ku­chen im Ofen, da muß ich mit dem Bade­was­ser noch ein Stünd­chen […]

10. Oktober 1941

[411010–2‑1] Frei­tag, am 10. Okto­ber 1941. Her­zens­schät­ze­lein! Du!! Gelieb­ter!! Mein liebs­ter [Roland]! Ach, ich muß doch gleich erst mal tief auf­seuf­zen und mich auf den Aller­wer­tes­ten set­zen! Das ging nun seit 7 Uhr im Galopp und mir tun die Bei­ne weh, als wäre ich ’ne alte Frau! Wie­der begrüß­te uns der Tag mit Regen­wet­ter, nur […]

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