26. Juni 1942

Hochzeit auf Bären­hof, deutsch­er Spielfilm, 1942, von Regis­seur Carl Froelich, mit Unter­ti­tel: Die Geschichte ein­er Liebe aus besseren Tagen. Bild über IMDb, 09.2018.

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Fre­itag, am 26. Juni 1942.

Herzelein! Mein lieber, lieb­ster [Roland]! Geliebtes Herzelein!

Du! Nun ist Abend gewor­den und ich kann mich zu Dir set­zen, zwar ist das Abend­brot noch nicht vor­bei, doch die Zeit bis dahin will ich mit Dir ver­plaud­ern. Du!! Die Sonne hat­te sich ein wenig verkrochen und die Luft [w]ar recht abgekühlt, so bin ich heute ein­mal nicht son­nen­baden gegan­gen auf den H., son­dern habe mich fein nüt­zlich gemacht im Hause. Weit­er­lesen!

15. Mai 1942

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92.

Fre­itag, am 15. Mai 1942.

Herzen­schätzelein! Mein geliebter, guter [Roland]! Herzelein!

Es ist doch wieder Abend gewor­den, da ich nun endlich mich zu Dir set­zen kann. Der Tag war reich ange­füllt mit Geschäften aller Art. Wie über­haupt der Fre­itag der heißeste Tag in der Woche ist. Früh­mor­gens beginne ich mit dem Reinemachen, soviel Schmutz gibt es zwar nach dem großen Putz nicht gle­ich wieder. Aber in den bei­den Küchen, wo wir immer herumhock­en, da sieht es reich­lich schmutzig aus wenn eine Woche um ist. “15. Mai 1942” weit­er­lesen

08. Mai 1942

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Fre­itag, den 8. Mai 1942

Herzelein! Geliebte! Meine liebe [Hilde]! Holde mein!

Wer viel Hunger hat, ißt viel – wer viel ißt, hat viel Hunger. Wer viel wäscht, ist viel schmutzig. Du! Wenn diese Schlussfol­gerung stimmte, dann – na, das mag ich gar nicht fer­tig schreiben, da hab[‘] ich denn nun doch zu viel Dampf vor meinem blitzsauberen Weibel [dh: Weibchen], vor meinem Blitzmädelgelt? Du! Du!!! Aber solch große Wäschen, so oft und viel Großreinemachen und blitze­blank, so viel Plantschen von meinem Nixlein sel­ber – das habe ich doch nicht erlebt oder bin es nur nicht innege­wor­den. Was ich dazu sage? “08. Mai 1942” weit­er­lesen

07. Mai 1942

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Don­ner­stag, den 7. Mai [19]42

Herzelein! Geliebte! Meine liebe [Hilde]!

Das Wichtig­ste zuvor. So wie man erst im Zuge sitzend sagen kann, daß man Urlaub hat, so auch, daß man abkom­mandiert wird. Es ist also ganz dumm, vorher voll Unruhe zu sein, „durchzu­drehen“, wie man hier sagt. Aus uns[e]rer Abreise wird also nichts, weil keine Ersat­zleute da sind und gestellt wer­den kön­nen. Heute ist deshalb mit der entschei­den­den Stelle tele­foniert wor­den, ich war selb­st Zeuge dieses Gespräch­es. Weit­er­lesen!

05. Mai 1942

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82.

Dien­stag, am 5. Mai 1942.

Herza­ller­lieb­ster! Mein Geliebter!! Mein aller­lieb­ster [Roland]!

Du! Ich bin doch heute sooo glück­lich! Mein [Roland]!! Du bist soo lieb – ach, sooo lieb zu mir gekom­men, Du! Herzelein! Ich weiß doch gar­nicht, wo ich nun zuerst begin­nen soll mit mein­er ganzen, großen Freude! Oh Du!!!!! Ich habe doch noch 2 liebe Boten hier­liegen [sic] vom Son­ntag, wo wir Waschfest hat­ten, die habe ich auch noch nicht beant­wortet und nun sind doch schon wieder 2 liebe, liebe neue Boten da! Du! Ich komme doch gar­nicht mehr mit nach [sic], Herzelein! Du stürmst auf mich ein mit soviel[,] viel Liebe und Zärtlichkeit und Jubel und Freude! Ach Du! Du!!! Weit­er­lesen!