Trug und Schein: Ein Briefwechsel

Hausarbeit

04. Mai 1942

[420504–2‑1] 81. Mon­tag, am 4. Mai 1942. Herz­al­ler­liebs­ter! Mein gelieb­ter [Roland]! Her­zens­schät­ze­lein! Es ist nach­mit­tags ¾ 2 Uhr. Ich bin wie­der fer­tig mit mei­ner täg­li­chen Haus­ar­beit und kom­me nun zuerst zu Dir, ehe ich ans nächs­te Geschäft gehe: Wäsche­le­gen. Erst muß ich mal ein wenig ver­schnau­fen; es ging doch nun seit Sonn­abend in Trab mit […]

26. Juni 1942

[420626–2‑1] Frei­tag, am 26. Juni 1942. Her­ze­lein! Mein lie­ber, liebs­ter [Roland]! Gelieb­tes Her­ze­lein! Du! Nun ist Abend gewor­den und ich kann mich zu Dir set­zen, zwar ist das Abend­brot noch nicht vor­bei, doch die Zeit bis dahin will ich mit Dir ver­plau­dern. Du!! Die Son­ne hat­te sich ein wenig ver­kro­chen und die Luft [w]ar recht […]

15. Mai 1942

[420515–2‑1] 92. Frei­tag, am 15. Mai 1942. Her­zen­schät­ze­lein! Mein gelieb­ter, guter [Roland]! Her­ze­lein! Es ist doch wie­der Abend gewor­den, da ich nun end­lich mich zu Dir set­zen kann. Der Tag war reich ange­füllt mit Geschäf­ten aller Art. Wie über­haupt der Frei­tag der hei­ßes­te Tag in der Woche ist. Früh­mor­gens begin­ne ich mit dem Rei­ne­ma­chen, soviel […]

08. Mai 1942

[420508–1‑1] Frei­tag, den 8. Mai 1942 Her­ze­lein! Gelieb­te! Mei­ne lie­be [Hil­de]! Hol­de mein! Wer viel Hun­ger hat, ißt viel – wer viel ißt, hat viel Hun­ger. Wer viel wäscht, ist viel schmut­zig. Du! Wenn die­se Schluss­fol­ge­rung stimm­te, dann – na, das mag ich gar nicht fer­tig schrei­ben, da hab[‘] ich denn nun doch zu viel […]

07. Mai 1942

[420507–1‑1] Don­ners­tag, den 7. Mai [19]42 Her­ze­lein! Gelieb­te! Mei­ne lie­be [Hil­de]! Das Wich­tigs­te zuvor. So wie man erst im Zuge sit­zend sagen kann, daß man Urlaub hat, so auch, daß man abkom­man­diert wird. Es ist also ganz dumm, vor­her voll Unru­he zu sein, „durch­zu­dre­hen“, wie man hier sagt. Aus uns[e]rer Abrei­se wird also nichts, weil […]

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