Trug und Schein: Ein Briefwechsel

Handarbeit

06. Mai 1941

[410506–2‑1] Diens­tag, am 6. Mai 1941. Herz­al­ler­liebs­ter! Mein gelieb­tes, teu­res Herz! Du mein [Roland]! Du! Ich weiß gar­nicht [sic] mehr[,] was ich den­ken soll, es will und will nicht Früh­ling wer­den. Alles in der Natur drau­ßen hat sich berei­tet, zu blü­hen und zu grü­nen, aber es bleibt alles in den Anfän­gen ste­cken. Die Knos­pen und die […]

24. März 1941

[410324–2‑1] Mon­tag, am 24. März 1941. Gelieb­tes Herz! Du mein lie­ber, liebs­ter [Roland]! Herz­lieb! Es ist schon Mon­tag, da ich erst die Gele­gen­heit fin­de, mit Dir zu plau­dern. Vor­mit­tag ist, mei­ne Haus­ar­beit habe ich ganz schnell getan, Du! Ich muß nun erst ein­mal mit Dir allein sein, Herzlieb!

29. Januar 1941

[410129–2‑1] Mitt­woch, am 29. Janu­ar 1941. Herz­al­ler­liebs­ter! Gelieb­ter Du!! Mein lie­ber, liebs­ter [Roland]!! Das war ges­tern ein när­ri­scher Tag. Erst hat­te ich mir mei­nen schö­nen, ruhi­gen Schrei­benach­mit­tag ver­dor­ben und nach dem Abend­brot, rich­tig: da kam auch noch Besuch! Und ich sah mei­nen Abend eben­falls schwinden. 

01. Januar 1941

[410101–2‑1] Mitt­woch, am 1. Janu­ar 1941. Herz­al­ler­liebs­ter!! Mein [Roland]!! Mein gelieb­ter, guter [Roland]!! Der letz­te Fei­er­tag von der lan­gen Rei­he ist nun auch bald zu Ende; wir sit­zen wie­der bei­sam­men, wir bei­den Frau­en, bei einer Hand­ar­beit. Ich sti­cke an einem Stück, das unser Heim zie­ren soll, Mut­ter strickt. Aber jetzt hab[‘] ich die Gedan­ken nur noch […]

30. Dezember 1940

[401230–1‑1] Mon­tag, den 30. Dezem­ber 1940 Herz­lieb, Du! Mei­ne lie­be, liebs­te [Hil­de] Du! Gelieb­te, Hol­de mein! Du! Du!! Wie soll ich denn heu­te anfan­gen? Ich möch­te Dir etwas schen­ken, Du!! Ich möch­te Dich ganz glück­lich machen, Herz­lieb!! Dich erlö­sen!! Mei­ne [Hil­de]!! Mein lie­bes, treu­es, lie­bes, armes Weib! Du! Du!! Und Dein [Roland] kann Dir nicht helfen. 

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