28. Juli 1941

[410728–2‑1]

Mon­tag, am 28. Juli 1941.

Herz­al­ler­liebs­ter! Du mein herz­lie­bes, liebs­tes Man­ner­li, Du!!!

Das war ges­tern ein schö­ner Sonn­tag. Und ich habe Dich ganz sehr her­bei­ge­wünscht, Gelieb­ter! Wir waren abends noch im Kino. „Frie­de­mann Bach”– Du kennst ja die Geschich­te um die­sen Gro­ßen der Musik. Und du warst es, der mich bewog, das Buch ‚Frie­de­mann Bach’ zu lesen. Ich war wie­der ganz im Ban­ne die­ser Lebens­ge­schich­te. Ver­folg­te klop­fen­den Her­zens sei­nen Auf­stieg [z]u Ruhm und Ehren, erleb­te die Tage sei­nes Glü­ckes nach – und emp­fand sein Rin­gen mit um die ech­te Kunst – bis er dann zuletzt in Armut und Elend endet, der Lieb­lings­sohn Johann Sebas­ti­an Bach’s [sic]. Wei­ter­le­sen!

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06. Mai 1941

T&Savatar[410506–2‑1]

Diens­tag, am 6. Mai 1941.

Herz­al­ler­liebs­ter! Mein gelieb­tes, teu­res Herz! Du mein [Roland]!

Du! Ich weiß gar­nicht [sic] mehr[,] was ich den­ken soll, es will und will nicht Früh­ling wer­den. Alles in der Natur drau­ßen hat sich berei­tet, zu blü­hen und zu grü­nen, aber es bleibt alles in den Anfän­gen ste­cken. Die Knos­pen und die ers­ten grü­nen Hälm­chen auf Feld und Wie­se, sie sind schon seit vie­len Tagen bereit, sich wei­ter zu ent­fal­ten – sie [ve]rmögen’s nicht, die lie­be Son­ne fehlt. Was soll das wer­den mit uns[e]rer Ern­te? Schon Mai, der Bau­er kann nichts tun. So wie er die Samen­kör­ner in die Erde streut, ver­fau­len sie, so naß ist es immer von neu­em. Der Regen läßt schon seit Wochen nicht mehr nach, wenn auch mal ein schö­ner Tag dazwi­schen war, der kann aber alles auch nicht auf­ho­len. Wei­ter­le­sen!

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24. März 1941

T&Savatar[410324–2‑1]

Mon­tag, am 24. März 1941.

Gelieb­tes Herz! Du mein lie­ber, liebs­ter [Roland]!

Herz­lieb! Es ist schon Mon­tag, da ich erst die Gele­gen­heit fin­de, mit Dir zu plau­dern. Vor­mit­tag ist, mei­ne Haus­ar­beit habe ich ganz schnell getan, Du! Ich muß nun erst ein­mal mit Dir allein sein, Herz­lieb! Wei­ter­le­sen!

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29. Januar 1941

T&Savatarsm[410129–2‑1]

Mitt­woch, am 29. Janu­ar 1941.

Herz­al­ler­liebs­ter! Gelieb­ter Du!! Mein lie­ber, liebs­ter [Roland]!!

Das war ges­tern ein när­ri­scher Tag. Erst hat­te ich mir mei­nen schö­nen, ruhi­gen Schrei­benach­mit­tag ver­dor­ben und nach dem Abend­brot, rich­tig: da kam auch noch Besuch! Und ich sah mei­nen Abend eben­falls schwin­den. Wei­ter­le­sen!

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1. Januar 1941

T&Savatarsm[410101–2‑1]

Mitt­woch, am 1. Janu­ar 1941.

Herz­al­ler­liebs­ter!! Mein [Roland]!! Mein gelieb­ter, guter [Roland]!!

Der letz­te Fei­er­tag von der lan­gen Rei­he ist nun auch bald zu Ende; wir sit­zen wie­der bei­sam­men, wir bei­den Frau­en, bei einer Hand­ar­beit. Ich sti­cke an einem Stück, das unser Heim zie­ren soll, Mut­ter strickt. Aber jetzt hab[‘] ich die Gedan­ken nur noch auf Dich und Dei­nen Boten, Du!! Ich will lie­ber erst noch schrei­ben, Herz­lieb!! Wei­ter­le­sen!

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