21. Januar 1941

Cornelis van Haarlem - De zondeval.jpg
Der Sün­den­fall, Cor­ne­lis van Haar­lem, 1592, Ölma­le­rei, Rijks­mu­se­um Ams­ter­dam, Lizenz­frei über Wiki­me­dia Com­mons, 10.2016.

[410121–2‑1]

Diens­tag, am 21. Janu­ar 1941

Herz­al­ler­liebs­ter!! Gelieb­ter!! Mein lie­ber, liebs­ter [Roland], Du!!

In mir ist ganz viel Wär­me’, so steht gleich zu Anfang Dei­nes lie­ben Boten vom Sonn­abend, ich erhielt ihn heu­te früh. Du!! Du!!! Sogar abge­ben kannst wel­che davon? Und mir, nur mir magst sie schen­ken? Du!! Das ist groß­her­zig!! Aber, wenn ich Dir nun heu­te sage, daß ich gar kei­ne Wär­me brau­chen kann? Du?!! Weil sich bei mir selbst schon soo viel ange­sam­melt hat, vom Seh­nen, vom War­ten? Du!! Wei­ter­le­sen!

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29. Dezember 1940

T&Savatar[401229–1‑1]

Sonn­tag, den 29. Dezem­ber 1940

Mein lie­bes, teu­res Herz! Mei­ne lie­be, lie­be [Hil­de], Du!!

Ein grau­er, trü­ber Sonn­tag drau­ßen. Es reg­net. Aller Schnee ist zer­ron­nen. Was tun? Ich set­ze ich mich vor mei­nen Bogen und den­ke an mein Lieb, dann scheint die Son­ne so hell und warm, Du, mein Glück! Vor­hin kam schon ein Son­nen­strahl zu mir, Dein lie­ber Bote vom 2. Fei­er­tag. Ich dan­ke Dir für alle Lie­be und Treue, die Du mir dar­in wie so immer erzeigst, dies­mal nur wie­der ein wenig [a]nders. Gelieb­te! Das Ver­trau­en zwi­schen uns, das rest­lo­se höchs­te und letz­te Ver­trau­en, es ist das all­er­köst­lichs­te, es ist sowohl die Frucht als auch die Knos­pe uns[e]rer gro­ßen, rei­nen Lie­be, es ist der blaue Him­mel uns[e]res Glü­ckes. Es ist, was unse­ren Bund zum ein­zi­gen, ein­ma­li­gen, kost­ba­ren Besitz macht, was  ihn her­aus­hebt über alle ande­ren engen Bin­dun­gen zu Freun­den und Ver­wand­ten; die­ses Ver­trau­en, das sei­ne sicht­ba­re Erfül­lung fin­det in unse­ren glück­lichs­ten Stun­den; die­se Stun­den, die alle Glück­se­lig­keit ver­lie­ren [w]ürden, wenn die­ses Ver­trau­en nicht bestün­de. Wei­ter­le­sen!

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26. Dezember 1940

T&Savatar[401226–2‑1]

Am 2. Weih­nachts­tag 1940.

Herz­al­ler­liebs­ter!! Mein Roland!! Mein lie­ber, lie­ber Roland!!

Son­nen­schein liegt überm[´] wei­ßen Land, der Him­mel, der blaue, ist über uns. Fei­er­tag — rech­ter Fei­er­tag drau­ßen. Wei­ter­le­sen!

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20. Dezember 1939

El sueño de jacob
José de Ribe­ra, Jakobs Traum, 1639, gemein­frei über Wiki­me­dia Com­mons, 12.2014.
391220–1‑1

S. am 17. Dezem­ber 1939.

Herz­al­ler­liebs­te, mei­ne lie­be, lie­be [Hil­de]!

Zum ers­ten Male ver­leb­te ich einen Sonn­tag hier in S.. Ges­tern abend über­fiel mich ganz plötz­lich eine Müdig­keit. Bin­nen weni­gen Minu­ten muß ich fest ein­ge­schla­fen sein, ich habe es gar nicht gemerkt. ¼ 4 Uhr mor­gens erwach­te ich, aus selt­sa­men Träu­men. Wei­ter­le­sen!

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13. Januar 1939

Hildes Photoalbum, Bilder aus November 1938
Hil­des Pho­to­al­bum, Bil­der aus Novem­ber 1938

[390113–1‑1]

L. am 13. Janu­ar 1939.

Mei­ne lie­be [Hil­de]!

Am Sonn­tag­abend zwi­schen 7 u. 8 bin ich am Bahn­hof U. wie­der hin­auf­ge­stie­gen in mei­ne Welt und mei­ne Wirk­lich­keit. So kann man sagen; denn die Feri­en­zeit, zu Weih­nach­ten zumal, ist mit ihrer Ruhe und Sorg­lo­sig­keit wie eine ande­re Welt, ein Traum­land. Es fiel mir vor Jah­ren noch schwe­rer, mich davon zu tren­nen. Aus den Kin­der­ta­gen liegt ein Zau­ber über die­sem Traum­land. Ich dan­ke es den Eltern, daß sie mir das Tor zu die­sem Land offen­hal­ten. Doch nach den Fei­er­ta­gen, wenn Vater wie­der sei­ner Arbeit nach­ge­hen mußt, dann spürt man es: Die­ses Traum­land ist nicht die Wirk­lich­keit. Ich bin nicht trü­ben Sin­nes zurück­ge­kehrt. Zu mei­ner Welt und Wirk­lich­keit gehö­ren Sie, lie­be [Hil­de]. Jetzt hal­te ich mich an Sie, jetzt brau­che ich Sie, jetzt gehen mei­ne Gedan­ken viel öfter zu Ihnen. Ich habe ja sonst nie­man­den. Wei­ter­le­sen!

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