13. März 1942

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Frei­tag, den 13.März 1942

Her­zens­schät­ze­lein! Du! Mein lie­bes, teu­res Weib!

Herz­blü­me­lein!

Ganz stil­le ist’s im Hau­se. Nur ein Rau­schen vom Meer her­auf und ein Häm­mern von der Werft. Und der lie­be Son­nen­schein mit 36° auf mei­nem Rücken. Der ist ja ganz lei­se, gelt? So lei­se wie der Mond­schein, daß er sogar Lie­ben­de beschlei­chen und belau­schen kann, Du!!! Wei­ter­le­sen!

08. Dezember 1941

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[Salo­ni­ki] Mon­tag, den 8. Dez[ember]. 1941

Mein lie­bes, teu­res Weib! Herz­lieb Du! Gelieb­te mein!

Her­zens­schät­ze­lein! Du! Gelieb­te! Ach, wie groß ist mei­ne Sehn­sucht, end­lich ein­mal mit Dir ganz allein zu sein! Die ande­ren, auch die Kame­ra­den, wür­den mei­nen Wunsch nicht ganz ver­ste­hen, weil sie nicht wis­sen, wie so innig man mit­ein­an­der ver­bun­den sein kann – wie so traut man Her­zens­zwie­spra­che mit­ein­an­der hal­ten kann. Herz­lieb mein! Wei­ter­le­sen!

26. November 1941

Apollon Tempel Delphi
Das Ora­kel von Del­phi. Da soll­te das Ora­kel Sokra­tes zur Weis­heit mit der Bezeich­nung geru­fen: er weiß, dass ich nichts weiß. Foto: Eka­te­rin­burg, Blick auf den Appol­lon-Tem­pel, 2001, über Wiki­me­dia Com­mons, CCA-SA 3.0, 11.2017.
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Mitt­woch, den 26. Novem­ber 1941

Her­zens­schät­ze­lein! Gelieb­te! Du!!! Mein lie­bes, lie­bes Weib!

Heu­te komm[‘] ich gleich mal zum Vor­mit­tag auf einen Sprung zu Dir. Jetzt ist es 11 Uhr. Da wird unser Lager abge­bro­chen. Alles begibt sich zum Essen und still wird’s im Haus. Ich fah­re ja mit der Stra­ßen­bahn und rich­te es so ein, daß ich kurz vor 12 Uhr im Hafen bin, um 12 Uhr ist unten Dienst­schluß und dann spei­se ich mit K. zusam­men. Und jetzt bin ich ganz fein allein mit Dir! Wei­ter­le­sen!

14. November 1941

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Frei­tag, den 14. Nov. 1941.

Her­zens­schät­ze­lein! Mein lie­bes teu­res Weib! Mei­ne [Hil­de]!

Aus­ge­lernt hat nun der Tag – Eigen­tum nun noch die weni­gen Stun­den an die­sem Tage – beschränk­te Frei­heit für ein paar Stun­den, Herz­lieb! Ich ver­brin­ge sie doch am aller­liebs­ten mit Dir! Du! Wei­ter­le­sen!

4. Oktober 1941

T&Savatar[411004–1-1]

Sonn­abend, den 4. Okt.[ober] 1941

Herz­al­ler­liebs­te! Mein lie­bes, teu­res Weib!

Heu­te über mit­tag [sic] nur eben wie­der einen ganz kur­zen Gruß. Heu­te abend und mor­gen wer­de ich wohl ein wenig mehr Muße haben. Die Arbeit ist sehr reich­lich augen­blick­lich. Eben sind wir vom Bad zurück. Ein Pracht­tag ist drau­ßen. Die Son­ne brennt auf den Puckel ohne zu schmer­zen. Unser Spa­zier­gang ges­tern führ­te uns durch die Stadt hin­aus auf die Höhen. Drü­ckend heiß war es, die Son­ne schiel­te nur. Zwi­schen den Häu­sern unten, in den Gerü­chen und dem Staub, wag­te ich kaum zu atmen. Auf den Höhen konn­te man frei­er atmen. So frisch aus der Hei­mat zurück­ge­kehrt, fällt einem der Bal­kan­dreck dop­pelt auf die Ner­ven. Wei­ter­le­sen!