03. Juni 1942

[420603–1‑1]

[Salo­ni­ki] Mitt­woch, den 3. Juni 42

Her­zens­schät­ze­lein! Gelieb­te! Mei­ne lie­be, liebs­te [Hil­de]!

Es ist noch Dienst. Aber ich bin so fein allein und kom­me gleich ein­mal zu Dir! [Du] Wirst viel­leicht eben aus Dei­nem Dienst zurück­sein, von Dei­nen Lie­ben – und nun war­tet zu Haus[‘] Dein gro­ßer Bub – war­tet auf sein Herz­lieb, daß es zu ihm kommt – ach, und wenn es müde ist, daß es nur bei ihm aus­ruht, daß es sich an ihn lehnt, daß es in sei­nen Armen ruht – das ist doch schon alles Glück, Du! Du!!! Her­ze­lein! [Du] Sollst bei mir immer die schöns­te Ruhe fin­den, mei­ne Augen wol­len am liebs­ten, aller­liebs­ten auf Dir ruhen, mei­ne Arme wol­len Dich am zärt­lichs­ten umschlin­gen, am aller­liebs­ten und aller­herz­lichs­ten soll Dein Wesen von mir umfan­gen und bewahrt sein. Oh Gelieb­te! Wie seh­ne ich mich, so um Dich zu sein!!! Nun schlägst Du die lie­ben Augen zu mir auf – und alles Glück, Gelieb­te, strahlt mir aus ihnen ent­ge­gen: Du bist bei mir – Du bleibst bei mir – Du bist mein, mein!!! Und so lieb hast Du mich, so lieb habe ich Dich – Du! Du!!! Du!!!!! !!!!! !!! Wei­ter­le­sen!

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13. März 1942

[420313–1‑1]

Frei­tag, den 13.März 1942

Her­zens­schät­ze­lein! Du! Mein lie­bes, teu­res Weib!

Herz­blü­me­lein!

Ganz stil­le ist’s im Hau­se. Nur ein Rau­schen vom Meer her­auf und ein Häm­mern von der Werft. Und der lie­be Son­nen­schein mit 36° auf mei­nem Rücken. Der ist ja ganz lei­se, gelt? So lei­se wie der Mond­schein, daß er sogar Lie­ben­de beschlei­chen und belau­schen kann, Du!!! Wei­ter­le­sen!

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08. Dezember 1941

[411208–1‑1]

[Salo­ni­ki] Mon­tag, den 8. Dez[ember]. 1941

Mein lie­bes, teu­res Weib! Herz­lieb Du! Gelieb­te mein!

Her­zens­schät­ze­lein! Du! Gelieb­te! Ach, wie groß ist mei­ne Sehn­sucht, end­lich ein­mal mit Dir ganz allein zu sein! Die ande­ren, auch die Kame­ra­den, wür­den mei­nen Wunsch nicht ganz ver­ste­hen, weil sie nicht wis­sen, wie so innig man mit­ein­an­der ver­bun­den sein kann – wie so traut man Her­zens­zwie­spra­che mit­ein­an­der hal­ten kann. Herz­lieb mein! Wei­ter­le­sen!

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26. November 1941

Apollon Tempel Delphi
Das Ora­kel von Del­phi. Da soll­te das Ora­kel Sokra­tes zur Weis­heit mit der Bezeich­nung geru­fen: er weiß, dass ich nichts weiß. Foto: Eka­te­rin­burg, Blick auf den Appol­lon-Tem­pel, 2001, über Wiki­me­dia Com­mons, CCA-SA 3.0, 11.2017.
[411126–1‑1]

Mitt­woch, den 26. Novem­ber 1941

Her­zens­schät­ze­lein! Gelieb­te! Du!!! Mein lie­bes, lie­bes Weib!

Heu­te komm[‘] ich gleich mal zum Vor­mit­tag auf einen Sprung zu Dir. Jetzt ist es 11 Uhr. Da wird unser Lager abge­bro­chen. Alles begibt sich zum Essen und still wird’s im Haus. Ich fah­re ja mit der Stra­ßen­bahn und rich­te es so ein, daß ich kurz vor 12 Uhr im Hafen bin, um 12 Uhr ist unten Dienst­schluß und dann spei­se ich mit K. zusam­men. Und jetzt bin ich ganz fein allein mit Dir! Wei­ter­le­sen!

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14. November 1941

[411114–1‑1]

Frei­tag, den 14. Nov. 1941.

Her­zens­schät­ze­lein! Mein lie­bes teu­res Weib! Mei­ne [Hil­de]!

Aus­ge­lernt hat nun der Tag – Eigen­tum nun noch die weni­gen Stun­den an die­sem Tage – beschränk­te Frei­heit für ein paar Stun­den, Herz­lieb! Ich ver­brin­ge sie doch am aller­liebs­ten mit Dir! Du! Wei­ter­le­sen!

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