9. November 1941

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[Thes­sa­loni­ki] Son­ntag, den 9. Nov. 1941

Mein liebes, teures Herz! Mein liebes, liebes Herzelein!

Eingetrieben sind wir wieder. Von uns[e]rer Wan­derung zum Kapel­len­berg. Du weißt schon, welchen ich meine. Es ist eines uns[e]rer lieb­sten Wan­derziele gewor­den. Und heute haben wir es auf einem ganz neuen Wege anges­teuert (wir sind doch Seeleute!), der hat uns über­aus gut gefall­en. Es war aber auch ein Tag, der wieder recht alles im schön­sten Lichte zeigte. So warm, daß wir – gegen 2 Uhr macht­en wir uns auf den Weg – schwitzten. In der Sonne waren min­destens 20 Grad. Diese Herb­st­tage hier sind zu köstlich! Weit­er­lesen!

28. Oktober 1941

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Dien­stag, am 28. Okto­ber 1941.

Herzenss­chätzelein! Mein lieber, lieber [Roland]! Geliebter!!!

Nach­mit­tag ist [es], ich bin mit mein­er Hausar­beit fer­tig und set­ze mich erst ein Stünd­chen zu Dir, ehe ich meine übri­gen Pflicht­en erledi­ge; als da sind: noch 3 Briefe schreiben, an Hell­muth. Du! Ich hat­te in der Zeit nochmal bei Mut­ter in K. ange­fragt nach dem genauen Geburt­stag, ich war näm­lich gle­ich stutzig gewor­den, nach­dem ich es in Deinem Boten nieder­schrieb!, Hell­muths’ [sic] Geburt­stag ist doch am 11.XI. Heute komme ich nicht drum herum, ihm zu schreiben. Mor­gen habe ich Kinder­schar, Don­ner­stag will ich Kuchen back­en und Fre­itag reinemachen, Bet­ten überziehen; denn am Sonnabend rechne ich mit dem Besuch Dein­er lieben Eltern! Weit­er­lesen!

16. Oktober 1941

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[Saloni­ki] Don­ner­stag, den 16.Oktober 1941

Mein liebes, teures Herz! Geliebtes Weib! Du!!!

Sooo viel, viel Freude ist heute einge­zo­gen bei mir mit Deinen lieben Boten vom Don­ner­stag u.[nd] Fre­itag, Du! Geliebte! Freude in meinen freien Nach­mit­tag! Alle Wärme und Freude kommt mir von Dir, geliebtes Wesen, sie über­strahlt auch den grauesten Regen­tag, so wie wir ihn heute hier haben. Her­zlieb! Ich muß an das Gespräch denken, das ich sein­erzeit mit Pas­tor B. führte und von dem ich Dir damals schrieb. Ich hat­te damals meinen guten Glauben an den Bund der Ehe zu vertei­di­gen. Du! Du!! Wir wis­sen bei­de, wo die Klip­pen liegen und die Untiefen, an denen das Schif­flein uns[e]res Bun­des scheit­ern kon­nte. Wir dür­fen wohl sagen, daß wir mit Gottes Hil­fe sie glück­lich umfahren haben. Weit­er­lesen!

01. Oktober 1941

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Mittwoch, am 1. Okto­ber 1941.

Herzenss­chätzelein! Geliebter! Mein lieber, guter [Roland]!

Heute sieht der Him­mel aus wie ein schmutziger Sack. Grau in grau, bis nach 900 [Uhr] vor­mit­tags mußte ich Licht bren­nen! Das voraus­geah­nte Regen­wet­ter ist da! Und in einem Aus­maße, daß [sic] an Ergiebigkeit nichts zu wün­schen übrig läßt. Na, meinetwe­gen – ich kann im Trock[e]nen sitzen und Du? Her­zlieb? Du mußt Dich auch nicht mehr d[a]rüber grä­men; denn Du hast vielle­icht eit­el Son­nen­schein um Dich heute?! Weit­er­lesen!

01. Oktober 1941

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[Thes­sa­loni­ki] Mittwoch, den 1. Okto­ber 1941

Herza­ller­lieb­ste! Meine liebe, liebe [Hilde]!

Ob man sich auch dage­gen sträubt, es kommt doch alles nun wieder ins alte Geleise. Daß man ein­mal aus dem Geleise geris­sen wird, daß man nicht fes­t­fährt in einem Geleise, das ist wichtig für das Leben, und das müssen wir uns auch für später merken. Das Schul­meis­terleben ist so angelegt, daß es zu solchem Fes­t­fahren schw­er­lich kommt. Ob [w]ir auch ein­mal Ehe­fe­rien brauchen, um nicht festz­u­fahren? Ich nicht. Und Du? – Ich werde Dir keine bewil­li­gen! Weit­er­lesen!