26. Oktober 1940

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Sonn­abend den 26. Okto­ber 1940

Mein lie­bes, teu­res Herz! Gelieb­te! Hol­de! Mei­ne lie­be [Hil­de]!

Sonn­abend­nach­mit­tag. Die gro­be Arbeit ist getan: Stie­fel geputzt, Spind sau­ber gemacht, Kop­pel­zeug blank, Knöp­fe ange­näht, geba­det. Nun kann ich die fei­ne Arbeit vor­neh­men. Fast leer ist die Stu­be. Vie­le sind wie­der nach Kiel gefah­ren. Ich will heu­te häus­lich blei­ben. Mor­gen am Nach­mit­tag will ich mal aus­rü­cken. Dies ist wahr­schein­lich der letz­te Sonn­abend hier. Wo wer­de ich dann sit­zen, mit Dir zu plau­dern? Kom­men­den Sonn­abend, heißt es, wer­den wir umzie­hen. Alle sind gespannt. Lau­ne und Über­mut ist in alle gefah­ren, die Vor­ge­setz­ten nicht aus­ge­nom­men. Für sie geht ein Stück Arbeit zu Ende, für uns die Rekru­ten- und Aus­bil­dungs­zeit. Für Besich­ti­gung wie für Abschieds­fei­er wird zugleich gerüs­tet. Mei­ne Ver­se sind fer­tig und abge­lie­fert. Wei­ter­le­sen!