Trug und Schein: Ein Briefwechsel

23. Juli 1941

[410723–1‑1] Mitt­woch, den 23. Juli 1941 Mein lie­bes, teu­res Herz! Herz­lieb, Gelieb­te mein! Man­che Tage in unse­rem Leben, wo es auch sei, die ver­lau­fen so glatt und har­mo­nisch, es geht alles von der Hand, geht alles auf wie eine Teil­auf­ga­be ohne Rest – und ande­re Tage sind, da ist’s, als füh­re man über einen Knüp­pel­damm von Hor­zeln und […]

08. Juni 1941

[410608–2‑1] Sonn­tag, am 8. Mai! Juni 1941. [sic] Herz­lieb!! Herz­lieb!!! Ja nicht zurück!! Du!! So muß ich doch gleich begin­nen. Da rücken wir dem Wie­der­se­hen ja immer fer­ner! Du!! Du!!! Es ist jetzt gleich 5 Uhr am Nach­mit­tag, ich habe den Sonn­tag ein­mal rich­tig ver­bum­melt heu­te, Herz­lieb, mit den Eltern. Mor­gens schlief ich bis 9 Uhr! […]

07. Juni 1941

[410607–2‑1] Sonn­abend, am 7. Juni 1941. Mein gelieb­tes, teu­res Herz! Du mein lie­ber, guter [Roland]!! Herz­lieb Du!! Wochen­en­de ist heu­te, zur Abwechs­lung wie­der ein­mal trü­be und kühl, es tut rich­tig wohl nach den hei­ßen Tagen. Wie sehr ich trotz mei­nes fort­wäh­ren­den Wär­me­be­dürf­nis­ses doch ein rech­tes Schat­ten­pf­länz­chen bin, das spü­re ich hier wie­der ein­mal ganz deut­lich. Gar […]

02. Juni 1941

[410602–2‑1] Pfingst­mon­tag, am 2. Juni 1941. Herz­al­ler­liebs­ter! Mein lie­ber, lie­ber [Roland]! Gelieb­ter mein! Ich bin wie­der zu Hau­se, daheim! Ach, da ist es doch am aller­schöns­ten, glaubst [sic]? Eben haben wir Abend­brot geges­sen, den Vater zum Dienst fer­tig gemacht und nun ist es gleich 6 Uhr am Abend. Es will ein Gewit­ter los­bre­chen, von H. her­über kommt […]

11. Mai 1941

[410511–2‑1] Sonn­tag, am 11. Mai 1941. Herz­al­ler­liebs­ter!! Du mein lie­ber, guter [Roland]! Herz­lieb mein!! Der ers­te der 3 Eis­hei­li­gen tritt heu­te vor. Man spürt’s ja auch! Schnee­ge­stö­ber noch und noch, ich glau­be, heu­te schneit es bloß ein­mal. Du! Ich hab[‘] das scheuß­li­che Wet­ter aber bald satt! Dabei bin ich nun sooo brav! Und alles nützt nischt!

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