13. März 1942

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Fre­itag, den 13.März 1942

Herzenss­chätzelein! Du! Mein liebes, teures Weib!

Herzblümelein!

Ganz stille ist’s im Hause. Nur ein Rauschen vom Meer her­auf und ein Häm­mern von der Werft. Und der liebe Son­nen­schein mit 36° auf meinem Rück­en. Der ist ja ganz leise, gelt? So leise wie der Mond­schein, daß er sog­ar Liebende beschle­ichen und belauschen kann, Du!!! Weit­er­lesen!

13. Februar 1942

Pieter Bruegel the Elder - The Tower of Babel (Vienna) - Google Art Project - edited.jpg
Der Turm­bau zu Babel, 1563, von Pieter Bruegel der Ältere, ursprünglich aus dem Google Art Project., Geme­in­frei, Link

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Wien, den 13. Feb­ru­ar 1942

Herza­ller­lieb­ste! Meine liebe, lieb­ste [Hilde]!

Auf dem toten Gleis, so kommt man sich hier vor, abgestellt. Ach, wie manch­er, der jet­zt so bös mit dran muß, wün­schte es sich vielle­icht so. Es ist eben kein Men­sch zufrieden mit dem, was er ger­ade hat. Und wir soll­ten es doch sein, ganz zufrieden und dankbar. Oh ja, ganz zufrieden und dankbar. Weit­er­lesen!

02. Januar 1942

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Fre­itag, am 2. Jan­u­ar 1942.

Herzenss­chätzelein! Mein geliebtes, teures Herz! Geliebter!

Du!!! Heute will ich wieder zu Dir kom­men.

Gestern war ich nur immer in Gedanken bei Dir. Der 1. Jan­u­ar war gestern. Du! Denke nur: wir schliefen bis um 10 vor­mit­tags! Nicht, daß wir so schlaf­bedürftig gewe­sen seien! Nein – es war das Gefühl des „Nichts­drän­gens“, eben des Feiertags. Unser Papa schlief ja auch bis Mit­tag, wußten wir, und so waren wir mal ganz faul. Herzelein! Ich habe sooo an Dich gedacht am Sil­vester­abend! Mußt es doch gespürt haben über alle Ferne, Du!!! Eine her­rliche Nacht war es. So mond­hell, frostk­lir­rend, ganz still, ach Du!!! Ich bin eher aus der Kirche heimge­gan­gen, nach­dem die Predigt zu Ende war und viele Leute noch das Abendmahl nah­men. Ganz allein ging ich auf der Straße. Wie war das doch schön! Über mir die unendliche Him­mel­sweite – so friedlich alles ring­sh­er. Weit­er­lesen!

21. Dezember 1941

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Son­ntagabend, 4. Advent 1941.

Herzenss­chätzelein! Du mein her­zlieber [Roland]! Geliebter!!!

Oh Du!! Du!!! Was waren das doch für freuden­re­iche Stun­den heute – gestern. Aber beson­ders heute, Du!!! Oh Geliebter mein!! Wie lieb[‘] ich Dich! Wie lieb[‘] ich Dich! Du bist zu mir gekom­men, oh Du!! Bist unendlich lieb zu mir gekom­men heute! Herzelein!!! 3 liebe Boten durfte ich emp­fan­gen heute, ach Du!!! !!!!!!!!!! !!! Du! Hast mich so lieb! Ich muß mich doch soooooooooo sehr sehnen nach Dir, Geliebter! Oh Du!!! Wenn Du so lieb, so voll Zärtlichkeit, voller Wärme und Innigkeit zu mir sprichst! Weit­er­lesen!

16. Dezember 1941

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Dien­stag, am 16. Dezem­ber 1941.

Herzenss­chätzelein! Mein lieber, guter [Roland]! Du!!!!!

Heute kamen wieder zwei liebe Boten an von Dir! Oh Du! Ich habe mich ja soo gefreut! Ganz her­zlich möchte ich Dir danken, mein [Roland]! Kommst so lieb zu mir, Du! Ach! Ich füh­le richtig, wie Du Dein bißchen Eigen­leben herüber­ret­ten mußt in die Stille, bei allem Trubel und Durcheinan­der Dein­er Umwelt. Herzelein! Es erge­ht mir manch­mal auch so, daß ich kaum mich sam­meln kann, so viel stürmt auf mich ein. Und dabei bin ich doch mein freier Mann! Weit­er­lesen!