09. Februar 1940

S. am 9. Febru­ar 1940.

Herz­al­ler­liebs­te, mei­ne lie­be, lie­be [Hil­de]!

Henri de Toulouse-Lautrec 014
Hen­ri de Tou­lou­se-Lautrec, Die bei­den Freun­din­nen, 1894, gemein­frei über Wiki­me­dia Com­mons, 02.2015.
[400209–1‑1]Dei­ne Freun­din. Ein­mal hab ich Dich gefragt, ob Du mir (ein­mal) etwas über dei­ne Freun­din schrei­ben wol­lest. Heu­te kann ich es sagen, es geschah mit Vor­be­dacht. Ich woll­te dei­ne Urteils­fä­hig­keit auf die Pro­be stel­len und woll­te sehen, nach wel­chen Wert­maß­stä­ben Du den Dir nahe­ste­hen­den Men­schen beur­teilst. Soviel ich mich besin­ne, bist Du dem aus­ge­wi­chen. In dei­nem zwei­ten Brief an mich klagst Du mir ja, daß die Freun­din Dich nicht ver­steht. Also war sie schon damals kei­ne wah­re Freun­din. Frau­en haben ein star­kes Bedürf­nis sich mit­zu­tei­len und anzu­ver­trau­en, Mäd­chen zumal in der Zeit, da sie mit dem star­ken Geschlecht Bekannt­schaft machen. Wei­ter­le­sen!

[16. Januar 1939] Das Heim

T&Savatar[390116–2‑2]

Das Heim [dem Brief 390116–2‑1 bei­gelegt]

Die Wän­de eines Hei­mes sind nicht aus Holz oder Stei­nen gefügt, son­dern aus Wahr­heit und Treue. Uner­freu­lich­kei­ten, Rei­be­rei­en des Lebens, der Wider­streit der Per­sön­lich­kei­ten, sie wer­den nicht durch per­si­sche Tep­pi­che oder Par­kett­bö­den auf­ge­ho­ben, son­dern durch Ver­söhn­lich­keit, Nach­gie­big­keit und Selbst­be­herr­schung. Weis­ter­le­sen!