21. Mai 1942

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[Salo­ni­ki] Mitt­woch, den 20. Mai 1942

Her­ze­lein! Gelieb­te! Mein lie­bes, teu­res Weib!

Heu­te ist es doch schon spät, da ich zu Dir kom­me. Die Kame­ra­den K. und H. sind im Varie­té. Mit den Kame­ra­den He. und Schr. habe ich noch lan­ge am Tische geses­sen und mich mit ihnen unter­hal­ten über die Stel­lung des Chris­ten­tums zum neu­en Staat. Wir kom­men in unse­ren Ansich­ten und Mei­nun­gen ganz über­ein und sind auch alle der Hoff­nung, daß es nach die­sem Krie­ge auch zu einer Befrie­dung im Inner[e]n kom­men wird. Du kannst Dir den­ken, daß ich mich gern ein­mal so unter­hal­te – mit K. und H. konn­te ich das nicht, sie haben zu die­sen Fra­gen kei­ne Stel­lung, sie ken­nen die­se Fra­gen gar nicht. “21. Mai 1942” wei­ter­le­sen

16. Februar 1942

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Mon­tag, am 16. Febru­ar 1942.

Mein Her­zens­schät­ze­lein! Gelieb­ter! Liebs­ter [Roland]!

Die Uhr zeigt gleich 2 Uhr nach­mit­tags. Soeben bin ich fer­tig mit auf­räu­men. Und nun tue ich nichts eili­ger und lie­ber, als mit Dir reden. Du mein herz­lie­bes, liebs­tes Man­ner­li Du!

Zuerst will ich Dir nur gleich berich­ten, wie wir ges­tern die Groß­mutter fan­den. Es war gar­nicht [sic] schlimm, ihr Befin­den. Sie hat außer dem Schwin­del­ge­fühl kei­ner­lei Beschwer­den.

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15. Februar 1942

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Sonn­tag, am 15. Febru­ar 1942.

Her­zens­schät­ze­lein! Mein lie­ber, lie­ber [Roland]!

Sonn­tag ist [es]. Voll Sehn­sucht im Her­zen den­ke ich an Dich. Du bist allein – ich bin es auch. Nur im Her­zen sind wir uns nahe, ach so nahe, Gelieb­ter!!!

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03. Dezember 1941

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Mitt­woch, am 3. Dezem­ber 1941.

Her­zens­schät­ze­lein! Mein gelieb­tes, gutes Man­ner­li! Mein Herz­lieb!

Abends ist mei­ne Zeit gekom­men, da ich wie­der ganz bei Dir sein kann. Mitt­woch ist, Kin­der­s­char­tag. Heu­te hat­te ich ver­spro­chen, daß wir Kas­perlthea­ter spie­len. ¾ 3 [Uhr] klin­gelt es schon unten. „Frau [Nord­hoff]! wir sind da mit dem Thea­ter!“ Und so muß­te ich denn mit den Buben los­zie­hen nach der Pes­ta­loz­zi-Schu­le. Ein Thea­ter­stück hat­te ich nur erwischt: „Kas­perl und der Zahn­arzt“. Es war ganz nett. Die Rol­len wur­den ver­teilt, dann ging’s los. Wei­ter­le­sen!

9. November 1941

T&Savatar[411109–2-1]

Sonn­tag, am 9. Novem­ber 1941.

Her­zens­schät­ze­lein! Du mein liebs­ter [Roland]! Mein Her­zens­man­ner­li!

Da haben sie nun Dei­nem Wild­fang so recht ein­mal die Flü­gel beschnit­ten! Ganz matt und schwach sitzt er jetzt auf dem Sofa und hat kaum soviel [sic ]Kraft in den Armen, die Feder zu füh­ren. Du! Das alles läßt mich doch nicht wer­fen [sic]. Ich muß heu­te trotz­dem ein bis­sel mit Dir reden und wenn es nur [ein] paar Wor­te sind. Ach Du! Weißt ja so genau, daß ich immer stil­le Zwie­spra­che mit Dir hal­te, auch wenn ich Dir nicht schrei­be! Wei­ter­le­sen!