03. Juli 1940

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Frank­reich wäh­rend der deut­schen Besat­zungs­zeit von 1940 bis 1944. Die Regie­rung des “Fran­zö­si­schen Staats” sie­del­te am 1. Juli 1940 nach Vichy über. Bild: Eric Gaba, Rama über Wiki­me­dia Com­mons, 07.2015.
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S. am 2. Juli 1940

Herz­al­ler­liebs­te, mei­ne lie­be, lie­be [Hil­de], Du!

Den gan­zen Sonn­abend und Sonn­tag hat es noch gegrollt, bis zum Abend, zum rei­ni­gen­den Gewit­ter, ich habe räson­niert und gerech­tet mit mir und Dir. Mit einem Gefühl des Unmu­tes begann es, und dann stan­den plötz­lich auch die Grün­de vor mir. Aber der Unmut war zuerst, und ich will ver­su­chen, ihm auf den Grund zu gehen: Ich wuß­te Dich glück­lich über den Vor­be­rei­tun­gen für unser Fest, jede Stun­de. Ich muß noch wer­ken bis kurz zuvor — Dich wuß­te ich allein damit beschäf­tigt, unse­res Glü­ckes zu war­ten — und das war mir so lieb — es will so gut gewar­tet sein, unser Glück, nicht nur mit den Hän­den und Ge, son­dern auch in Gedan­ken. Und in die­se Lieb­lings­vor­stel­lung fuhr Dei­ne Nach­richt als eine Ent­täu­schung: Soll­te ich Dich nun anders­wo suchen, soll­te Dich mit ande­rem beschäf­tigt wis­sen? Wei­ter­le­sen!

06. Februar 1939

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O., am 5. Febru­ar 1939.

am 6. Febru­ar 1939.

Mein lie­ber [Roland]!

Ein­mal sag­te ich Ihnen schon, daß ich füh­le, wenn Ihr Bote naht. So auch heu­te. Kurz vor 8 erwach­te ich — hör­te die Uhr schla­gen — lag dann mäus­chen­still und lausch­te. Bald dar­auf trab­te einer den Gang her­ein und umständ­lich die Trep­pe her­auf. Ich hör­te den Brief fal­len. Wei­ter­le­sen!

19. Januar 1939

Letzter Besuch von Joachim Ribentropp mit den Aussenminister von Polen Józef Beck, Warsaw Januar 1939. Quelle: Światowid, February 1939. http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Ribbentrop_Beck_1939.jpg, herunterladen Dezember 2013.
Letz­ter Besuch von Joa­chim Riben­tropp mit den Aus­sen­mi­nis­ter von Polen Józef Beck, War­saw Janu­ar 1939. Quel­le: Świa­to­wid, Febru­a­ry 1939. http://commons.wikimedia.org/wiki/File: Ribbentrop_Beck_1939.jpg, her­un­ter­la­den Dezem­ber 2013.

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L. am 19. Janu­ar 1939.

Mei­ne lie­be, gute [Hil­de]!

Das neue Jahr nimmt einen stür­mi­schen Anfang, wie­der in man­cher­lei Hin­sicht. Die poli­ti­sche Atmo­sphähre ist gela­den mit star­ken Span­nun­gen. Die­se Woche brach­te mir zwei wich­ti­ge Ent­schlüs­se. Ich spü­re es, in die­ser Woche muß sich man­ches ent­schei­den. Ich bit­te Gott um sei­nen Segen. Dem Muti­gen hilft Gott. Der eine Ent­schluß, der schwe­re­re, betrifft uns[e]re Freund­schaft nicht. Ich erzäh­le Ihnen davon. Wei­ter­le­sen!

21. Oktober 1938

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L. am 21. Okto­ber 1938.

19.10.38

Heu­te muß ich mit einer Erklä­rung begin­nen. Ihr neu­er Brief­schluß ist nicht nur um ein Grad son­dern um meh­re­re Grad herz­li­cher und wirkt mei­nem Emp­fin­den nach zurück auf die Anre­de. Ich bin ganz ein­ver­stan­den. Nur mein Name gefällt mir nun nicht. Wei­ter­le­sen!

07. Oktober 1938

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B. am 7. Okt. 1938

Lie­bes Fräu­lein [Lau­be]!

Wenn ich am kom­men­den Sonn­tag mei­ne ‚Dienst­räu­me’ wie­der betre­te, wird die Erin­ne­rung an Ihren Besuch leb­haft wer­den. Sie ken­nen nun mei­ne Behau­sung, sind mei­ne Wege gegan­gen, und mir wird es manch­mal vor­kom­men, als sei­en Sie mit anwe­send und schrit­ten neben mir, ich wer­de mich manch­mal geheim beob­ach­tet füh­len. Müde Bei­ne haben Ihnen zwei Tage lang die Erin­ne­rung gewalt­sam wach­ge­hal­ten. Das Wan­dern und Lau­fen ist mei­ne Pas­si­on. Ich brau­che dazu gar nicht immer ein Ziel, auf das ich beson­ders spit­ze; oft gehe ich hin­aus nur, um mich aus­zu­lau­fen, um mein inne­res Gleich­ge­wicht wie­der­zu­er­lan­gen.

Da Sie all­tags soviel in Räu­men sit­zen, kann Ihnen die Bewe­gung an fri­scher Luft nur gut sein. Uns[e]re Begeg­nung war nicht ohne Reiz. Sie war so geheim und doch nichts Ver­bo­te­nes. Sie war aben­teu­er­lich und doch nicht plan­los. Sie war für Zuschau­er und Auf­pas­ser, wenn es sol­che gege­ben hät­te, voll Frei­heit und über [die] gewohn­ten Gren­zen; aber wir bei­de steck­ten die Gren­zen der Frei­heit selbst und ach­te­ten sie. Ihre Mut­ter selbst hol­te Sie ab von die­sem aben­teu­er­li­chen Ren­dez­vous (Stell­dich­ein). Wei­ter­le­sen!