04. Dezember 1941

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Don­ners­tag, am 4. Dezem­ber 1941.

Her­zens­schät­ze­lein! Mein liebs­ter [Roland]! Gelieb­ter Du!!

Die lie­be Son­ne möch­te schei­nen, sie gibt sich die größ­te Mühe durch­zu­drin­gen, durch die dicken Schnee­wol­ken – ver­ge­bens. Es bleibt bei einem Ver­such nur. Na, ich will ja heu­te sowie­so nicht drau­ßen her­um­spa­zie­ren, ich sit­ze warm! Doch die lie­be Mutsch ist vor­hin, ½ 2oo [Uhr] wie­der nach Chem­nitz zum Arzt. Sie hat sich gut, warm ange­zo­gen. Und vom Bahn­hof bis zum Hau­se des Dr. V. ist es nur eine Vier­tel­stun­de. Wei­ter­le­sen!

05. Oktober 1941

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Sonn­tag, den 5. Okto­ber 1941

Mein lie­bes, teu­res Herz! Gelieb­tes Weib! Mei­ne [Hil­de]!

Der gan­ze Sonn­tag­nach­mit­tag liegt vor mir – offen ste­hen mir Tor und Tür zur Frei­zeit, offen zu ganz belie­bi­ger Ver­wen­dung. (Kame­rad K. ist Schrei­ber vom Dienst) Ach Gelieb­te! Es ist eine fal­sche Frei­zeit – Frei­zeit in der Gefan­gen­schaft. Wei­ter­le­sen!

2. Februar 1941

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Sonn­tag, den 2. Febru­ar 1941.

Mein lie­bes, teu­res Herz! Herz­lieb! Du!! Mei­ne lie­be, lie­be [Hil­de]!

Mit­tags­schläf­chen hat Dein Bub gehal­ten. Erst hat er sich voll und dick geges­sen: eine gro­ße Por­ti­on Schwei­ner­nes gab es heu­te. Wir haben näm­lich unse­re bei­den Schwei­ne geschlach­tet. Sie wohn­ten da unten an der Gru­be – ich habe sie kaum ein­mal gese­hen – sie führ­ten wohl ein rech­tes Schat­ten­da­sein – nur abends, wenn mich mein Weg da hin­un­ter führ­te, hör­te ich belus­tigt das zufrie­de­ne Schnar­chen der Bors­ten­tie­re, ich hat­te das bis­her nie gehört – nun haben sie den Sinn ihres Daseins erfüllt: für einen Augen­blick das Herz gefrä­ßi­ger Sol­da­ten höher schla­gen zu las­sen. Wei­ter­le­sen!

20. Dezember 1940

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Frei­tag, den 20. Dezem­ber 1940.

Gelieb­te! Herz­al­ler­liebs­te! Mei­ne lie­be, lie­be, [Hil­de] Du!

Jetzt sind wir uns wie­der mal ganz nahe mit unse­ren Boten. Zwei kamen heu­te von Dir, und einer davon, den Du ges­tern noch in Dei­nen lie­ben Hän­den hiel­test, den Du erst ges­tern mit vie­len [^]lie­ben Zei­chen und Gedan­ken und ande­rem mehr auf den Weg schick­test zu mir. Zu mir, Du!! Du, Gelieb­te!! Daß Du mei­ner so lieb und treu denkst! Daß ich Dich in der Hei­mat weiß! Ein siche­rer Kompaß bist Du mir; mein lie­ber, schö­ner Stern, der mich bannt mit sei­nem Strahl, daß ich nur zu ihm immer auf­schau­en muß, daß ich ihm fol­gen muß, daß ich nie mich ver­lie­ren kann. Herz­lie­bes! Daß ich Dich als mei­nen bes­ten Kame­ra­den gewann, als Weg­ge­fähr­ten durch die­se schwe­re Zeit, es ist eine Gna­de, ein Geschenk Got­tes! Wei­ter­le­sen!

28. September 1940

[Am 28. Sep­tem­ber 1940 war aus Lon­don zum ers­ten Mal Radio Bel­gi­que zuhö­ren: https://youtu.be/7B_wk4_ti-w.]

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Sonn­abend, den 28. Sep­tem­ber 1940.

Lie­bes, teu­res Herz, mei­ne lie­be, lie­be [Hil­de] Du!

Einen Kir­mesgruß hast Du ange­kün­digt, einen Kir­mes­gruß sollst Du von mir haben, sie sol­len sich kreu­zen zum guten Zei­chen, Du! Wie wird Dich mei­ne Bote tref­fen, am Mon­tag, dem rich­ti­gen Kirch­weih­tag? [Du] Liegst viel­leicht noch in dei­nem Bett­lein, das lie­be Köpf­chen ins Kis­sen gedrückt? Nimmst [Du] mich gleich noch ein bis­sel [sic: biss­chen] mit hin­ein, Du, bit­te, bit­te!? Wei­ter­le­sen!